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Eine Anlage mit 29 Wohnungen sind in der Dorfstraße im Nordwesten von Vaterstetten entstanden. Wohnungen für Menschen mit schmalem Geldbeutel.

29 neue Wohnungen 

Sternstunde im Nordwesten von Vaterstetten

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Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) sprach von einer „Sternstunde“. „Was gibt es Schöneres, als zu Beginn eines Jahres ein erfolgreiches Projekt zu eröffnen.“ Es ging beim Termin am Donnerstag um die Fertigstellung einer Anlage mit 29 Wohnungen an der Dorfstraße im Nordwesten von Vaterstetten. Errichtet hat sie die Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Wasserburg.

Vaterstetten– Durch die sogenannte Einkommensorientierte Förderung können günstige Mieten erreicht werden. Je nach Einkommensstufe werden zwischen sechs und acht Euro pro Quadratmeter verlangt. Die künftigen Bewohner müssen allerdings Mitglied der Genossenschaft werden und Anteile im Wert von 465 Euro erwerben. Bei einem Auszug erhalten sie diese Anlage wieder zurück.

Alle Wohnungen sind bereits vergeben. 27 Mieter kommen aus Vaterstetten. Sie standen auf einer Warteliste der Gemeinde. Zwei Mieter kommen aus dem übrigen Landkreis. Das sei in Ordnung, so Reitsberger. Schließlich habe Vaterstetten auch Gemeindebürger in einem Objekt beim Nachbarn Markt Schwaben untergebracht. „Das ist jetzt ein Ausgleich.“

„Es ist einer kleiner Beitrag beim Thema Wohnungsnot“, sagte Matin Hintermayr, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft, bei seiner Begrüßung. Der Bedarf an Wohnraum sei vor allem in den Ballungszentren und in deren Umland deutlich höher als das Angebot. 2016 habe die Genossenschaft das Grundstück zu günstigen Konditionen von der Gemeinde erworben. Im Gegenzug habe die Gemeinde ein Belegungsrecht für die Wohnungen erhalten. Die Mieten lägen deutlich unter den Preisen am Markt. Zum 1. Februar seien alle Wohnungen belegt. Zwischenzeitlich hatte es kleine Zwangspause durch die Insolvenz einer Baufirma gegeben. Das Problem habe jedoch relativ schnell gelöst werden können, wie auch Gemeindebaurätin Brigitte Littke hervorhob.

Entstanden ist ein Mix aus Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen. Die größeren Wohnungen haben zusätzlich zum Badezimmer seperate Duschen und Wcs. Die Ausstattung orientiert sich an einem nachhaltigen Standard, von der Fußbodenheizung bis zu teilweise überdachten Balkonen, also quasi einem zusätzlichen Wohnzimmer. Alle Wohnungen sind durch einen Aufzug barrierefrei erschlossen. Auf dem Dach ist zudem eine Photovoltaikanlage, betrieben durch die örtliche 3E-Genossenschaft. Voraussichtliche Gesamtkosten: Sechs Millionen Euro. Aus dem Wohnungsbauprogramm der Freistaats kommen Fördermittel von rund 3,8 Millionen Euro. Gemeinde und Landkreis schießen jeweils 158 500 Euro zu. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) verwies auf weitere freiwilligen Leistungen des Landkreises, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und damit sich auch Ruheständler leiten können, hier zu bleiben.

Zum Gesamtprojekt im Nordenwesten von Vaterstetten gehören auch 31 Reihenhäuser im Einheimischenmodell, die ebenfalls von der Genossenschaft erricht werden. „In diesem Fall sind wir jedoch nur Bauträger. Die Eigentümer müssen nicht Mitglieder der Genossenschaft werden“, so Hintermayr.

Für beide Projekte gibt es jedoch eine gemeinsame Tiefgarageneben, die allerdings geteilt ist. „Wir hatten Schwierigkeiten eine Genossenschaft zu finden, die so eine Lösung umsetzen wollte“, so Bauamtsleiterin Littke. Ohne Tiefgarage sei ein Objekt üblicherweise wirtschaftlicher. Die Wasserburger hätten es aber geschafft. „Dadurch haben wir auch mehr Gartenanteil statt Parkplätzen“, so Bürgermeister Reitsberger. In einem ersten Schwung habe man die Warteliste für günstige Wohnungen teilweise abbauen können, so Reitsberger. „Wir brauchen aber mindestens das Gleiche nochmal. Es müssen und werden weiter Projekte folgen: In der kommenden Woche wird der Gemeinderat über die Bebauung eines angrenzenden Grundstücks beraten. Dort war ursprünglich einmal Gewerbe vorgesehen. „Wohnungen sind dort aber wichtiger“, sagte der Bürgermeister.

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