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900 Euro Hundesteuer in Großgemeinde: Das steckt dahinter

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Von: Robert Langer

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Für Kampfhunde müssen Halter künftig in Vaterstetten tief in die Tasche greifen. (Symbolfoto)
Für Kampfhunde müssen Halter künftig in Vaterstetten tief in die Tasche greifen. (Symbolfoto) © dpa Picture-Alliance / Adam Lawrence

Für sogenannte Kampfhunde müssen ihre Besitzer in Vaterstetten künftig deutlich mehr Hundesteuer zahlen. Das beschloss jetzt der Gemeinderat.

Vaterstetten - Der Satz steigt von bisher 50 Euro pro Jahr auf künftig 900 Euro pro Jahr. Auch für die anderen Hunde steigt die jährliche Steuer, wenn auch geringer, von bisher 50 Euro auf 70 Euro pro Jahr.

Vizebürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD), die die Sitzung des Gremiums leitete, erklärte, die letzte Erhöhung sei vor zwölf Jahren gewesen. Im Vergleich mit anderen Gemeinden sei Vaterstetten im unteren Drittel gelegen.

Gemeinde verweist auf Lenkungssteuer

„Wir waren bisher eine der wenigen Gemeinden ohne Kampfhundesteuer“, ergänzte Kämmerer Markus Porombka in der Sitzung. Es gehe nicht darum, Einnahmen „zu generieren“, sondern „um eine Lenkungssteuer“. Bisher wurde die Zahl der Kampfhunde in der Großgemeinde laut Rathaus nicht erfasst.

Kritische Anmerkungen zur deutlichen Anhebung für verschiedene Hunderassen kam von CSU-Gemeinderat Michelino Capezzuto-Zehetmeier. Damit erreiche man nur das Gegenteil, so sein Argument. Heißt: Echte Kampfhunde würden in den Papieren als Mischlinge angegeben, um der Steuer zu entgehen. Er plädierte für eine geringere Erhöhung, blieb bei der Abstimmung mit seiner Meinung jedoch allein.

„Wenn jemand einen Schäferhund reinschreibt, können wir es nicht nachvollziehen“, so Porombka. „Ich bin Kämmerer und kein Biologe.“ Axel Weingärtner (Grüne) meinte, man sollte nicht auf eine Erhöhung verzichten, nur weil man betrügen könnte.

Aufwand für die Gemeinde

Von Seiten des Rathauses wurde zur generellen Erhöhung der Hundesteuer auf den Aufwand der Gemeinde Vaterstetten für die Beseitigung des Hundekots hingewiesen. So sei seit 2009 die Anzahl der im Gemeindegebiet vorhandenen Hundetoiletten von 32 auf jetzt 69 mehr als verdoppelt worden.

In der Sitzungsvorlage sind auch folgende Zahlen zu finden: Anschaffungskosten von mehr als 200 Euro je Toilette, laufende Kosten zum Beispiel für Hundekotbeutel von rund 2700 Euro pro Jahr.

Mitarbeiter des Bauhofes unterwegs

Darüber hinaus betrage der jährliche Personalaufwand des Baubetriebshofes für die Leerung und Pflege der Hundetoiletten sowie des Einsammelns der sonstigen im Gemeindegebiet vorhandenen Hundehaufen rund 38 000 Euro pro Jahr. Tendenz steigend, so das Rathaus.

Auf Nachfrage erklärte der Kämmerer der Gemeinde in der Sitzung, derzeit betrügen die Einnahmen der Kommune aus der Hundesteuer zwischen 60 und 65 000 Euro pro Jahr. Durch die Erhöhung würden Mehreinnahmen von rund 26 000 Euro Pro Jahr erwartet.

Blick zu den Nachbarn

Die neue Vaterstettener Kampfhundesteuer orientiert sich in ihrer Höhe an den Nachbargemeinden Grasbrunn und Haar. Grundsätzlich bezieht sich die Gemeinde bei allen weiteren Vorgaben auf eine Mustersatzung aus dem bayerischen Innenministerium.

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