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Vollgestopft: Weil die Container überfüllt sind, liegt vieles daneben, wie hier am Sportpark in Vaterstetten. 

Papier und Kartonagen landen daneben

Vaterstettener „Saubären“: So schlimm sehen die Wertstoffinseln aus

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Wertstoffcontainer quellen über. Jede Menge Papier und Kartonagen landen neben den Behältern. An Vaterstettener Wertstoffinseln schaut es schlimm aus.

Vaterstetten – „Es gibt immer wieder Saubären“, lautete der Kommentar von Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) im Umweltausschuss der Gemeinde Vaterstetten. Wertstoffcontainer quellen über. Jede Menge Papier und Kartonagen landet neben den Behältern. Dazu kommt dann ganz normaler Hausmüll oder sogar Sperrmüll. Laut dem örtlichen Umweltamt gibt es immer mehr Beschwerden aus der Bevölkerung. Nun wird über zusätzliche Container nachgedacht.

Wolfgang Kuhn, Leiter des Umweltamtes, machte aber auch deutlich, dass gegen Müllsünder Bußgelder verhängt werden. „Dazu brauchen wir aber Adressen. Ich will nicht zur sozialen Kontrolle aufrufen. Aber das ist der einzige Weg.“

Es gab bereits einen Versuch mit einer Videoüberwachung der Wertstoffhöfe. Das wurde aus „Kosten- und Effektivitätsgründen eingestellt“, so Kuhn. Es gab Auflagen in Bezug auf den Datenschutz. „Wir sind da immer wieder in eine Grauzone reingekommen, die wir nicht mehr vertreten können.“

Grundsätzlich stellte Kuhn den Vaterstettenern in Sachen Müll ein gutes Zeugnis aus. „Die Bürger trennen vorbildlich. Im Vergleich zu München haben wir deutlich bessere Werte.“ Und auch deutschlandweit stehe die Gemeinde laut dem beauftragten Entsorger „Remondis“ an der Spitze. 32 Wertstoffinseln gibt es im Gemeindegebiet. Dazu zwei Wertstoffhöfe. Dort könne man auch große und sperrige Kartons entsorgen, so Kuhn. Die Öffnungszeiten wurden verlängert. Dazu komme beispielsweise eine Bündelsammlung, bei der Papier und Kartons einmal monatlich beim Bürger an der Haustüre abgeholt würden. „Ein zusätzlicher Service der Gemeinde. Dennoch gibt es Probleme.“ Anlieger beschwerten sich unter anderem darüber, dass an den Wertstoffinseln am Sonntag Material eingeworfen werde.

Seit 25 Jahren „ist der Verschmutzungsgrad eigentlich gleich geblieben“, erklärte Christoph Schebelle, Betriebsleiter der Firma „Ramadama“ in der Sitzung. Das Unternehmen kümmert sich seit einem Vierteljahrhundert um die Sauberkeit an den Containerstandorten. Es gebe jedoch deutlich Unterschiede der einzelnen Plätze. Kuhn betonte: „Wir haben Probleme in Vaterstetten und in Baldham, aber nicht in den Dörfern.“ Seit der Eröffnung des neuen Gewerbegebiets gebe es aber Schwierigkeiten in Parsdorf. Dabei handle es sich um Müll aus dem Gewerbe. Das bestätigte auch Schebelle und machte deutlich: „Man könnte manche Verschmutzung vermeiden, wenn man die Kapazitäten ausweitet.“ Er berichtete über Probleme mit Großcontainern. Die Schlitze seien dort schmal, damit kein Sperrmüll eingeworfen werde. Aber die Bürger hätten dadurch Schwierigkeiten mit Papier und Kartons. Und so lande viel auf dem Boden.

Gemeinderätin Renate Will (FDP) sprach von „Disziplinlosigkeit“, wenn neben Papier auch „Pfannen und Klamotten“ abgelegt würden. Angeregt wurde im Ausschuss, durch angebrachte Schilder besser zu informieren. „Ich halte das für sinnlos“, so die Reaktion von Kuhn. Inzwischen seien die Bürger „mit dem Lesen der Schilder mehr beschäftig, als mit dem Einwerfen der Verpackung“.

„Der Druck ist sehr hoch“, so Maria Wirnitzer (SPD) in der Sitzung. Durch den intensiveren Onlinehandel steige die Menge an Kartons. „Wir brauchen mehr Standorte.“ Sie schlug die Parkplätze der großen Supermärkte vor. Damit könne man auch den Druck von den Wohngebieten nehmen. „Mancher Standort könnte optimiert werden.“ Reaktion von Kuhn: „Das können wir machen, wenn wir Platz haben. Ein Problem sieht er auch darin, dass die Bebauung inzwischen immer näher an die Containerplätze herangerückt sei. Kuhn kündigte an, dass unter anderem die Unterflurcontainer im Gemeindegebiet modernisiert würden. Man dürfe die Öffnungen aber nicht zu groß machen, warnte, „damit die Kinder nicht reinfallen“.

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