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Der Wasserpark in Baldham wird nicht nur von Familien zum Spielen genutzt, s ondern auch des Öfteren von ungebetenen Gästen heimgesucht. 

Gemeinde macht Ernst

Vaterstetten: Alkoholverbot und Videoüberwachung

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Vaterstetten will Ernst machen: In den Grünanlagen der Gemeinde soll mit einer neuen Satzung besser gegen Ruhestörung und Vandalismus vorgegangen werden können. Für die Bahnhöfe soll das Rathaus ein Konzept zur Videoüberwachung entwickelen.

Vaterstetten – Offenes Feuer, Genuss alkoholischer Getränke, Lärm durch laute Musik und Bettelei: Das soll künftig in den gemeindlichen Grünanlagen in Vaterstetten verboten sein. Für die Bahnhöfe soll zudem ein Konzept für eine Videoüberwachung erstellt werden. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Der zweiteilige Antrag kam von der CSU. Deren stellvertretende Fraktionssprecherin Christl Mitterer verwies auf untragbare Zustände am Baldhamer Wasserpark. Jugendliche würden dort des Öfteren negativ auffallen. Mitterer zeigte durchaus Verständnis für die Heranwachsenden. „Ich war auch nicht ganz brav in meiner Jugend.“ Inzwischen hätte das Treiben aber erhebliche Ausmaße angenommen. „Da liegen die kaputten Wodkaflaschen rum.“

Mit der vorgeschlagenen Verbotssatzung soll es einfacher werden, bei Fehlverhalten Platzverweise auszusprechen. Da war man sich im Gemeinderat weitgehend einig. So erklärte Friederike Michael (Grüne): „Das ist ein sinnvoller Antrag.“ Sie regte jedoch an, die Gemeinde solle Jugendlichen Flächen anbieten, auf denen die Satzung nicht gelte, aber auch keine Anwohner gestört würden. Ein Vorschlag: Der Skatepark

Auch Günter Lenz (SPD) betonte, man müsse Alternativen bieten. Er verwies auf das Strandcafé am Sportpark im vergangenen Sommer, das gut angenommen worden sei. Andreas Ruoff, Leiter des gemeindlichen Ordnungsamtes, gab zu Bedenken, dass die Einhaltung der Satzung mit dem vorhandenen Personal nicht überwacht werden könne. Möglicherweise müsste eine externe Firma beauftragt werden.

Etwas kontroverser war die Debatte beim Thema Videoüberwachung. „Wir glauben, dass das nötig ist“, so Mitterer. Rund um die Bahnhöfe würde die Gegend immer mehr verschmutzt. „Wir müssen langsam eingreifen.“ CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler verwies auf den Sicherheitsaspekt: „Wenn im Umfeld der Bahnhöfe etwas passieren sollte, dann haben wir die Bänder. Das ist das Gebot der Stunde.“ Möglicherweise könne man die Überwachung später auch ausdehnen, auf den Marktplatz beispielsweise.

SPD-Fraktionssprecher Josef Mittermeier erinnerte an die schlechten Erfahrungen mit der Video-Überwachung an den Wertstoffinseln. Damals hatte man kaum Müllsünder erwischt. Mittermeier konnte einer Überwachung jedoch auch positive Aspekte abgewinnen.

Grünen-Sprecher Axel Weingärtner erklärte, seine Fraktion werde der Entwicklung eines Konzeptes zustimmen. „Dann müssen wir uns das nochmal anschauen.“ Renate Will (FDP) bedauerte, dass die Gemeinde zu solchen Mittel greifen müsse.

Gegen ein Kamerakonzept votierte schließlich lediglich Wolfgang Schermann (Freie Wähler). „Ich will nicht videoüberwacht werden.“ Sein Fraktionskollege Herbert Uhl sprach sich hingegen vehement für die Kameras aus. „Mich freut es, dass es sich endlich auch in anderen Fraktion durchsetzt.“ Denn die Freien Wähler hätten laut Uhl bereits 2004 das erste Mal eine Videoüberwachung beantragt. Passiert sei aber nichts.

Auf allgemeine Zustimmung stieß ein Vorschlag von Michael. Sie regte an, schon mal durch eine bessere Beleuchtung für mehr Sicherheit zu sorgen. Dies wurde in den Beschluss mit aufgenommen.

Statement von Bürgermeister Georg Reitsberger (FW): „Wir brauchen Sicherheit mit Augenmaß und Toleranz. Wir müssen jetzt aber nichts übereilen.“

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