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Gearbeitet wird am Thema schon länger: Workschop zum Thema Seniorenwohnen im Mai 2017.

Vaterstetten: Arbeitsgruppe will mehr Unterstützung durch Gemeinde

Grundstückssuche für Seniorenwohnprojekt - gar nicht so einfach

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„Fakt ist, dass nichts fix ist, außer dass wir das wollen.“ Das sagt Herma Schlömer von Düsterloh (70), Mitglied des Seniorenbeirats in Vaterstetten im EZ-Gespräch.

Vaterstetten– Ziel ist ein Senioren-Wohnprojekt, möglicherweise auch generationenübergreifend. Angedacht sind 30 Wohnungen. „Wir wollen kein Pflegeheim, sondern eine Gemeinschaft. Das ist auch etwas anderes als ein normales Wohnhaus.“ Lösungen gibt es im Landkreis bereits in Ebersberg und Markt Schwaben.

Senioren haben viel Potential

Schon 2016 gab es dazu ein erstes Treffen einer Gruppe, Anfang 2017 folgte ein Antrag an den Gemeinderat. „Seitdem geht es so dahin“, so Schlömer. Heißt sehr zäh. Sie wünscht sich mehr Unterstützung durch die Gemeinde. „Ich habe nicht das Gefühl, dass das jemanden wirklich interessiert“, sagt sie. Dabei bewege sich in der Gesellschaft sehr viel. Die Senioren seien eine große Gruppe. „Wir haben viel Potenzial.“ In Vaterstetten gebe es aber keinen Seniorenbeauftragten der Gemeinde oder des Gemeinderates. „Da knirscht es im Gebälk.“ Beim Wohnprojekt gehe nichts vorwärts. „Das ist frustrierend. Dass hier alles teuer ist, wissen wir, dass es nicht so einfach ist, wissen wir auch.“ Aber nur einzelne Gemeinderäte hätten überhaupt das Gespräch mit der Arbeitstruppe gesucht. „Ich nehme das dem Gemeinderat gar nicht übel“, sagt Schlömer. Die Senioren hätten aber eine andere Zeitgestaltung. „Was uns treibt: Wir haben auch nicht die Zeit, weitere fünf Jahre auf eine Umsetzung zu warten.“ Für die Gruppe gelte: „Wir haben die Idee, die Leute, jetzt fangen wir an.“ 

Noch eine Menge Fragen zu klären

Doch es gibt noch jede Menge Fragen zu klären. Welches Grundstück? Von der Größe hängt ab, ob es ein Mehrgenerationenprojekt werden könnte, vielleicht mit zwei Häusern? Wie groß sollen die Wohnungen sein? Wer soll einziehen? Gibt es gemeinsame Gruppenräume? Räume für eine Krankenschwester? Wer baut? Ein Bauträger oder eine Genossenschaft? Es gehe auch um Sicherheitsaspekte. „Ich unterschreibe doch nichts, bei dem ich mit meinem Hab und Gut hafte und dann wird es nichts.“ Dabei sei kompetente Beratung notwendig.

Treffen einmal im Monat

Der Arbeitskreis ist laut Schlömer eine lose Gruppe von 20 Leuten, die sich einmal im Monat trifft. Die meisten seien aus dem Mittelstand. „Menschen mit weniger Einkommen kommen gar nicht zu uns, weil sie glauben, dass sie das nicht bezahlen können.“ Da gäbe es sicher auch Fördermöglichkeiten, so Schlömer. „Aber da kenne ich mich nicht aus.“ Auch hier sei Beratung möglich und notwendig. Aber die Betroffenen trauten sich nicht nachzufragen.

Senioren vereinsamen

Ein Aspekt ist auch, dass Senioren vereinsamen, sich zurückziehen. „Ich sehe das bei mir selber. Früher bin ich drei oder vier Mal pro Woche in die Stadt gefahren. Inzwischen ist mir das alles zu laut und zu hektisch. Und abends im Dunklen von der S-Bahn nach Hause gehen, wenn praktisch die Gehsteige hoch geklappt sind, will ich auch nicht.“

Ein weiterer Punkt: Schlömer wohnt in einem Reihenhaus. Das ist ihr zu groß. Sie würde gerne in ein Wohnprojekt umziehen und die Immobilie an ihre Kinder weitergeben. So könne die Jugend vor Ort bleiben. Mit dem angedachten Projekt könne man auch in anderen Fällen Wohnraum generieren.

Auf der Suche nach Areal in S-Bahn-Nähe

„Man kann nicht sagen, dass die Gemeinde gar nichts tut“, so Schlömer. Ursprünglich war von einem Areal an der Gluckstraße die Rede. Dort steht noch die Grund- und Mittelschule. Derzeit entsteht ein Neubau. Die alten Gebäude sollen abgerissen, das Gelände entwickelt werden. Doch jetzt soll vorübergehend dort eine Kinderbetreuungseinrichtung einziehen. Im Gespräch ist jetzt ein Grundstück im Nordwesten von Vaterstetten. Doch das sei weit weg vom Zentrum. „Wir sind auf der Suche nach einem Areal in S-Bahnnähe. Aber wenn das in Privatbesitz ist, dann können wir das wohl kaum finanzieren.“

Lesen Sie dazu auch:  In Vaterstetten, Forstinning, Markt Schwaben und Anzing wird nach Personal gesucht: Zwei Nachbarschaftshilfen geben sich die Hand: Chance für viele

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