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Urbanes Zentrum: Erste Pläne für Vaterstettner Bahnhof bekannt

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Von: Robert Langer

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Skizze eines möglichen Baus.
Die Vorstellung der Planer mit einem hohen Haus und Gastronomie am Platz. ©  Stadtplanungsbüro Reinhart und Partner

Vaterstetten: Diskussion der ersten Pläne für Umgestaltung mit Wohnungen, Einzelhandel und Gastronomie.

Vaterstetten – „Urban“ war das zentrale Stichwort für die neuen Planungen am Bahnhofsplatz in Vaterstetten. Ein Gelände westlich des Parkhauses und nördlich der Gleise soll entwickelt werden. Stichworte: Gastronomie, auch mit Sitzplätzen und Tischen auf dem Platz, Einzelhandel und möglicherweise über 90 Wohnungen. Markant ein Gebäude mit sechs Stockwerken – die oberste Etage etwas zurückgesetzt mit Dachterrasse.

Es sind erste Überlegungen, die jetzt im Vaterstettener Bauausschuss vorgestellt wurden, wie auch Bauamtsleitern Brigitte Littke betonte. Aber die Vorstellungen wirken schon ziemlich konkret.

Areal derzeit in „eher unschönem Zustand“

Das Gelände zum aktuellen Stand: Unten die Bahnlinie, rechts das Parkhaus. Grün umrandet das Planungsareal.
Das Gelände zum aktuellen Stand: Unten die Bahnlinie, rechts das Parkhaus. Grün umrandet das Planungsareal. © Stadtplanungsbüro Reinhart und Partner

Die RvG Grundbesitz GmbH und KM-Wohnbau Baubetreuung GmbH hat zusammen mit dem Architektur- und Stadtplanungsbüro Reinhart und Partner ein Bebauungskonzept für die Grundstücke der Bahnhofstraße 38 bis 46 entwickelt. Erworben wurde das Areal mit einer Fläche von rund 5000 Quadratmeter von den Projekt-Verantwortlichen Anfang 2020. Auf dem Grundstück sind vier Bestandsgebäude vorhanden.

Das Areal sei „in einem eher unschönen Zustand“, hieß es in der Sitzung. Das Gelände sei „funktional unterbewertet“, so Architekt Armin Reinhart. Entstehen könnten mehrere Baukörper, gruppiert um einen Innenhof. Auch von einem Brunnen war die Rede. Was vom Baumbestand erhalten werden kann, soll bleiben, so die Zusicherung. Zudem soll es einen Übergang vom öffentlichen in ein privates Wohnumfeld geben. Die meisten Häuser sollen dreigeschossig sein. Geplant ist eine Tiefgarage mit 149 Stellplätzen.

Reaktion des Ausschuss positiv

Grundsätzlich war die Reaktion im Ausschuss auf das Projekt positiv. Ein Diskussionspunkt war der mögliche Verkehr. Josef Mittermeier (SPD) meinte, an der Stelle mit der Nähe zur S-Bahn sei ein eigenes Auto fast überflüssig. Sein Vorschlag: Vielleicht könne man vom Stellplatzschlüssel abweichen und reduzieren. Ähnlich Stefan Ruoff (Grüne). Die Tendenz bei der Jugend sei, dass man nicht unbedingt ein eigenes Auto haben müsse. Ruoff schlug vor, nicht zu viele oberirdische Stellplätze auszuweisen. „Sonst ist der Platzcharakter wieder weg.“

Reaktion von Benedikt Weber (CSU) zu den Verkehrsüberlegungen seiner Gemeinderatskollegen: Das sei realitätsfremd. Auch die Besucher der Gastronomie müssten irgendwo parken. Vizebürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD), die die Sitzung leitete, verwies auf die Notwendigkeit eines Mobilitätskonzeptes. Eine nachdenkliche Anmerkung kam von Axel Weingärtner (Grüne): Wenn S-Bahnnutzer vom Bahnsteig kämen, entstehe für sie mit der geplanten Bebauung ein „Schluchtgefühl“ zwischen dem Parkhaus und dem neuen sechsstöckigen Gebäude. „Ein Stockwerk weniger wäre mir lieber.“

Wunsch nach „urbanem Leben“ für Bahnhofsplatz

Das Ziel der Planung aus Sicht der Kommune brachte Gemeinderat Klaus Willenberg (FDP) auf den Punkt. Er wünschte sich in diesem Bereich „urbanes Leben“. Das fehle gerade zu späterer Stunde. „Am Abend, da ist hier tote Hose.“ Zu einer lebendigen Gemeinde gehöre auch ein lebendiges Straßenbild.

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