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Die charakteristische blaue Fassade erhielt das Gymnasium bei der abgeschlossenen Sanierung.  

Streit vor Gericht

Baumängel: Es geht um 800 000 Euro

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Vaterstetten - Die Fassade des Vaterstettener Gymnasiums bröckelt. Jetzt gibt es ein gerichtliches Nachspiel.

Es geht um eine Summe von 800 000 Euro. Diesen Betrag setzt der Gutachter an, wenn die Wiederherstellung der Verkleidung der Fassade am Humboldt-Gymnasium-Vaterstetten neu ausgeschrieben werden sollte. Soweit ist es aber noch nicht. Noch in diesem Jahr wird jedoch zunächst auf zwei Teilflächen ein Sanierungsversuch durchgeführt. Das ist das Ergebnis einer Verhandlung vor dem Landgericht München

Hintergrund: Die Fassade der Bildungseinrichtung war im Rahmen der Sanierung zwischen den Jahren 2008 bis 2014 umgestaltet worden. 2015 wurden dann bei einer Begehung Probleme entdeckt. Ein Gutachten ergab, dass die Holz-Unterkonstruktion für die Fassadenplatten, sogenannte Schichtpressstoff-Platten, im Bereich des Atriums geschädigt waren. Als Vorsichtsmaßnahme wurden einzelne Platten ausgetauscht. Bisher sind keine Platten heruntergefallen. Das drohe derzeit auch nicht, sagt Evelyn Schwaiger, Sprecherin des Landratsamts, auf Anfrage der EZ. Es gebe zusätzliche Befestigungen, Absturzsicherungen und regelmäßige fachkundige Überprüfung. Eine Gefahr für die Schüler bestehe nicht. Das ist auch der Stand von Rüdiger Modell, Direktor des Gymnasiums Vaterstetten. „Wenn eine Gefahr bestünde, dann müssten wir sofort handeln. Davon ist mir derzeit nichts bekannt.“

Die Kosten für den anstehenden Sanierungstest trage die Haftpflichtversicherung der beklagten Firma, so das Landratsamt. Nach der Auswertung dieser Maßnahmen auf den Teilflächen soll eine Gesamtsanierung der Fassade folgen. Bis dahin soll das Verfahren vor dem Landgericht ruhen.

Für Aufregung sorgt derzeit ein weiterer Schadensfall an einer weiterführenden Schule für die der Landkreis zuständig ist, nämlich die Realschule Markt Schwaben. Es gibt Probleme mit den dort im Rahmen der abgeschlossenen Generalsanierung eingebauten Fenstern. Derzeit werde mit dem Hersteller gestritten, erklärte Andreas Stephan, Abteilungsleiter im Landratsamt, auf Nachfrage in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Möglicherweise wurden die Arbeiten nicht ordnungsgemäß ausgeführt. Die Maßnahme sei jedoch ordnungsgemäß ausgeschrieben worden, betonte Landrat Robert Niedergesäß. Entdeckt worden seien Haarrisse. Ein Gutachter habe empfohlen, die Fenster geschlossen zu lassen. Die Fenster könnten nämlich rausfallen. „Wenn da eines runter fällt, dann möchte ich nicht wissen, was los ist. Das hatten wir schon mal.“ Niedergesäß erinnerte damit an einen „Fenstersturz“ am Gymnasium Vaterstetten im Jahr 2006. Damals fiel ein Fenster in ein Klassenzimmer. In einem Gutachten wurde der Zustand der rund 450 damals rund 30 Jahre alten Fenster geprüft. Dann folgte die Sanierung.

Die war in Markt Schwaben aber gerade erst. „Im Moment streiten wir, ob es ein Mangel ist“, so Stephan. Der Hersteller sage nämlich, „die Kinder würden so an den Fenstern rumreißen“.

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