Glasfaser
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Schnelles Internet ist manchmal weniger nachgefragt, als es den Anschein hat.

Nur vier Prozent der Bürger in Vaterstetten und Baldham haben Verträge unterschrieben

Wenig Interesse an schnellem Internet - große Gemeinde steht ohne da

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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„Deprimierend“ und „blamabel“. Das sagte Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU) im Gemeinderat. Die größte Gemeinde im Landkreis könnte ohne Glasfaseranschluss bleiben.

Vaterstetten – Alle reden vom digitalen Ausbau und schnellem Internet. Aber nur vier Prozent der Bürger in Vaterstetten und Baldham wollen bisher einen Glasfaserausbau der Firma „echt schnell“. Das gab Wagner jetzt im Gemeinderat bekannt.

40 Prozent wären Voraussetzung

Die Firma hatte eine angestrebte Quote von 40 Prozent zur Voraussetzung gemacht, um die Bauarbeiten zu beginnen. Dieses Ziel wurde nun überaus deutlich verfehlt. Das Projekt soll aber laut dem Unternehmen dennoch nicht abgebrochen werden. Verträge könnten weiter abgeschlossen werden, betonte Kämmerer Markus Porombka jetzt im Gemeinderat. Die Marketingstrategie müsse überdacht werden.

Vorvermarktungsphase ist beendet

Hintergrund: Wagner hat einen Brief des Unternehmens erhalten, den er am Ende der Gemeinderatssitzung am Donnerstag vortrug. Die Firma schrieb, die Vorvermarktungsphase in Vaterstetten sei seit dem 31. August beendet. Nach Auswertung der eingegangenen Verträge und Berücksichtigung der noch laufenden Gespräche mit Gewerbebetrieben und Wohnungseigentümergemeinschaften sei die angestrebte Quote von 40 Prozent deutlich verfehlt worden. Die im Internet mitgeteilte Zahl von 13 Prozent habe auf Interessenbekundungen beruht. Bis zum Stichtag seien lediglich vier Prozent unterschriebene Verträge eingegangen.

Projekt noch nicht gescheitert

Trotz der nicht erreichten Quote möchte das Unternehmen das Projekt noch nicht als gescheitert erklären, steht in dem Brief an Wagner. Nun soll durch weitere Maßnahmen versucht werden, die Quote doch noch zu erreichen. Folgen sollen intensive Gespräche mit der Gemeinde, um mögliche Schritte abzustimmen, um das Projekt „Glasfaser für Vaterstetten“ doch noch realisieren zu können. Zuversichtlich ist das Unternehmen wegen „der starken Zunahme der Rückmeldungen“ am Ende der Vorvermarktungsphase und wegen der konstruktiven sowie zielführenden Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Besonders enttäuscht ist Vizebürgermeister Wagner darüber, dass nur zwei der in Baldham beziehungsweise Vaterstetten wohnenden Gemeinderäte einen Vertrag unterschrieben hätten. Die Gemeinderäte sollen aber doch Multiplikatoren sein. Wagner wies auf schlechte Werbung für das Projekt hin. Und Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) meinte, die Ferien seien eine schlechte Zeit für die Vorvermarktungsphase gewesen. „Wir müssen das neu auflegen, vielleicht bis Weihnachten.“ Wie das genau aussehen soll, ist noch nicht bekannt.

Die Versorgung der Dörfer im Gemeindegebiet mit schnellem Internet ist von diesen Entwicklungen nicht betroffen. Dort ist ein anderer Anbieter tätig.  lan

Lesen Sie dazu auch: Vaterstetten auf dem Weg in die Gigabitgesellschaft

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