+
Lovis Gradl, Pia Just, Linda Heide, Johanna Schneeberger, Melika Hagayagh und Hannah Müller (von links) bekamen von Schulleiter Rüdiger Modell und Landrat Robert Niedergesäß (hinten von links) die Preise der Stiftung Eliteförderung überreicht.

Bei Feier in Vaterstetten

Abiturienten verabschieden sich mit bewegender Geste für Mitschülerin

Es war keine Abi-Feier wie sonst, es war eine ganz besondere. Und dafür sorgten die Vaterstettener Schüler selbst - mit einer bewegenden Geste für eine Rollstuhlfahrerin.

Vaterstetten – 183 Schüler haben am Humboldt-Gymnasium das Abitur bestanden, 65 davon mit einer Eins vor dem Komma und sechs sogar mit der Traumnote 1,0: Emma Domke, Felix Edelmann, Linda Heide, Laura Kraeker, Johanna Schneeberger und Alexander Spiridonov. Insgesamt war der Abischnitt mit 2,24 etwas besser als der bayernweite Durchschnitt und beim viel diskutierten Mathe-Abi erreichten die Vaterstettener sogar einen Schnitt von 3,0 (Bayern: 3,26).

Der Abiturjahrgang 2019 war aber nicht nur leistungsstark, sondern auch sehr sympathisch, wie Schulleiter Rüdiger Modell betonte: „Selbst der Abistreich war gelungen.“ Modell konnte mit den Oberstufenbetreuerinnen Regina John und Angelika Deinhard neben den Abiturzeugnissen auch viele weitere Ehrungen der Fächer Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, Latein und Religion sowie sechs MINT EC-Zertifikate übergeben. „Die wertvollsten Preise erhalten sechs Absolventen durch unsere Stiftung Eliteförderung für ihre exzellenten Leistungen in Deutsch und Englisch“, betonte Modell und erinnerte an den in diesem Jahr verstorbenen Stiftungsgründer Franzjosef Höfler. 

Viele offene Chancen

„Was Sie bei uns gelernt haben, eröffnet Ihnen viele Chancen, ist aber auch eine Verpflichtung gegenüber unserer Gesellschaft. Sie sind in einer Zeit aufgewachsen, in der es diesem Land gut gegangen ist. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass die Zeiten auch weiterhin gut und glücklich bleiben, seien Sie wachsam, nehmen Sie am Leben von Staat und Gesellschaft teil. Die Gesellschaft sind wir alle. Wir haben es in der Hand, wie sie sich entwickelt, wir entscheiden, ob wir den mit populistischen Parolen agierenden Parteien und Personen etwas entgegensetzen und wie es mit dem Klimawandel weitergeht. Wenn Sie sich beteiligen, können Sie helfen, Fehlentwicklungen zu vermeiden. Verlieren Sie auch diejenigen nicht aus dem Blick, die nicht mit so guten Voraussetzungen ins Leben starten können“, mahnte Modell und lobte, dass die Absolventen diesen Rat bereits bei ihrem Abschlussgottesdienst umgesetzt hatten, indem sie dort Spenden zur Förderung von Schulbildung für Kinder gesammelt hatten.

Launige Rede der Abiturienten

Die Abiturientinnen Alina Zandron und Corinna Lehr erinnerten in einer launigen Rede an ihre Schulzeit und dankten ihren Lehrern: „Wir haben so viel von Ihnen gelernt, dass uns das Ausmaß bestimmt erst im Laufe der Zeit bewusst wird. Sie hatten uns gut im Griff und wir Sie im Gegenzug. Wir hinterlassen unseren jüngeren Brüdern eine wohlerzogene Generation an Lehrern.“

Lesen Sie auch: Ratschlag der Schulleiterin zum Abschied: „Hören Sie nicht auf Alexa!

Der bewegendste Moment der Feier war sicher der Moment, an dem Johanna Schneeberger auf die Bühne gerufen wurde. Die Absolventin, die im Rollstuhl sitzt, wurde gleich mehrfach für ihre herausragenden Leistungen geehrt. Dass sie diese Ehrungen aber auf der Bühne und nicht wie bei früheren Gelegenheiten nur daneben entgegennehmen konnte, hatte sie ausschließlich dem Einsatz ihrer Mitschüler zu verdanken: Diese hatten in Eigenregie eine stabile Rampe für die Bühne organisiert, um Johanna das zu ermöglichen, was für alle anderen Absolventen selbstverständlich ist. Johannas Ehrung war von minutenlangem Applaus der Gäste begleitet.  

Susanne Edelmann

Auch interessant: Grafinger Abiturienten: „Wir sind alle nicht nur scheiße“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Volksfest Poing: Termin für 2020 steht
Der Termin fürs Volksfest Poing 2020 steht fest. Und auch, wie viel Geld die Gemeinde für 2019 ausgegeben hat.
Volksfest Poing: Termin für 2020 steht
Schon wieder rufen „falsche Polizisten“ an
Es hört nicht auf: Erneut wurden der Polizeiinspektion Poing Anrufe gemeldet von Betrügern, die sich als Polizisten ausgegeben haben. Die Anrufe erfolgten Dienstagabend.
Schon wieder rufen „falsche Polizisten“ an
Mit 160 km/h mitten durch den Ort
Markt Schwaben ist in Sorge, dass der Ausbau der Bahnstrecke München - Freilassing mit Folgen insbesondere für die eigenen Bürger verbunden ist.
Mit 160 km/h mitten durch den Ort
Kommunen in Sorge: Mehr Personal für digitale Schulen
Das digitale Klassenzimmer soll Schulen im Kreis Ebersberg zukunftsfähig machen. Der Staat fördert Investitionen, aber keine neuen Personalkosten. Es braucht IT-Betreuer.
Kommunen in Sorge: Mehr Personal für digitale Schulen

Kommentare