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AfD schmeißt Schmidt aus der Partei

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Von: Michael Acker

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Manfred Schmidt (82), Kreisrat, fliegt aus der AfD.
Manfred Schmidt (82), Kreisrat, fliegt aus der AfD. © SRO EBERSBERG

Die AfD hat den Vaterstettener Kreisrat Manfred Schmidt aus der Partei ausgeschlossen. Grund ist seine umstrittene Kandidatenanwerbung bei der Kommunalwahl.

Vaterstetten - Das Landesschiedsgericht der AfD Bayern habe den Ebersberger Kreisrat Manfred Schmidt gemäß einem jüngst zugestellten Urteil aus der Partei ausgeschlossen. Das teilte der AfD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wiehle, der im Moment den Kreisverband der Partei kommissarisch leitet, am Sonntag, 14. Juni mit. Das Urteil beruhe im Wesentlichen auf den durch Schmidt zu verantwortenden Vorgängen im Vorfeld der Kommunalwahl 2020, so Wiehle. Schmidt könne dieses Urteil innerhalb eines Monats nach Zustellung durch das Bundesschiedsgericht der AfD überprüfen lassen.

Bürger ohne ihr Wissen auf AfD-Listen gesetzt

Der 82-jährige Schmidt soll Bürger ohne ihr Wissen auf die AfD-Listen für Kreistag und Gemeinderat gesetzt haben, darunter eine Rentnerin, eine Hochbetagte und ein Alzheimer-Patient. Auch diese Kandidaten wider Willen bekamen dreistellige Stimmenzahlen bei der Gemeinderatswahl und vierstellige bei der Kreistagswahl.

AfD-Skandal Vaterstetten: Dreistellige Stimmenzahl für Alzheimer-Patienten

Sie wundere sich, dass sie viele Stimmen bekommen habe, obwohl sie sich öffentlich von der AfD distanziert hatte, sagte Rentnerin Helga Steinberger. Für eine Löschung von der Liste war es zu spät gewesen. Die frühere Kinderkrankenschwester bekam 556 Stimmen bei der Gemeinderatswahl in Vaterstetten. Die Erstplatzierte der AfD, die als Einzige einziehen kann, hat 755 Stimmen.

Wegen Skandal vor Kommunalwahl: Zum Rücktritt aufgefordert

Der Gemeinderat hatte Schmidt im Februar einstimmig zum Rücktritt aufgerufen und ihn aufgefordert, die Wahl nicht anzunehmen, falls er gewählt werde. Schmidt habe dem Ruf der Gemeinde geschadet und demokratische Grundsätze mit Füßen getreten. Schmidt lehnte die Niederlegung seines Mandats damals ebenso ab wie eine Nichtannahme einer Wiederwahl. Er sprach von einer „Hexenjagd“ und einer Kampagne der Medien.

Ein Überraschungsbesuch von Björn Höcke im Bayerischen Landtag sorgte für Trubel. Die anderen Parteien waren überhaupt nicht begeistert.

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