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Das Umspannwerk in Vaterstetten: Hier kann sich Bürgermeister Reitsberger Gewerbe vorstellen. 

Reitsbergers Pläne

Vaterstettener Bürgermeister träumt von Gewerbegebiet am Umspannwerk

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Wenn es nach Bürgermeister Georg Reitsberger geht, wird das nächste Gewerbegebiet in Vaterstetten am Umspannwerk an der Johann-Sebastian-Bach-Straße entstehen.

Vaterstetten – „Etwas anderes brauchen wir nicht anzufangen, da ziehen wir zu viel Verkehr her“, sagt der Bürgermeister (FW). Es gebe noch andere Möglichkeiten für einen Gewerbestandort. Diese seien im Moment aber nicht sehr aussichtsreich, erklärt Reitsberger.

Wohnungen statt Gewerbe in Nordwest

Hintergrund: Eigentlich war im Anschluss an das Wohngebiet Vaterstetten- Nordwest, das derzeit gerade entsteht, ein kleines Gewerbegebiet geplant. Aus mehreren Gründen wurden der Plan aber geändert. Dort sollen nun günstige Wohnungen entstehen. Mit einer ersten Studie für bis zu 130 Einheiten hat sich der Bauausschuss des Gemeinderats kürzlich befasst (wir berichteten).

Beschlossen wurde in diesem Zusammenhang auf Vorschlag der SPD, dass bis Ende des Jahres ein Aufstellungsbeschluss zu einem Gewerbegebiet als Ersatz für die ursprünglich geplanten Flächen in Nordwest stehen soll.

Teil des Gemeindeentwicklungsprogramms

Das von Reitsberger favorisierte Gelände nordöstlich der Johann-Strauß-Straße ist schon länger als Gewerbefläche im Gespräch, wurde auch in das Gemeindeentwicklungsprogramm aufgenommen. Mit einer Nutzung des Umspannwerksgeländes und zusätzlicher Teile eines gemeindlichen Grundstücks könne man die 1,3 Hektar Gewerbefläche von Vaterstetten-Nordwest wieder ausgleichen. „Ich glaube aber nicht, dass man das so schnell umsetzen kann“, sagt Reitsberger. Zunächst müsse das Umspannwerk weg. Zudem hätten die in der Nähe liegenden Discounter Norma und Penny Erweiterungswünsche. Dies müsse man auch in irgendeiner Form berücksichtigen. „Das ist aber alles noch nicht beschlossen“, betont der Rathauschef.

Grundstücksfrage an der A 94 noch ungeklärt

Warten heißt es derzeit beim geplanten großen Gewerbegebiet nördlich der A 94 bei Parsdorf. Denn die Grundstücksfrage ist noch nicht geklärt. Notwendig wäre ein Grundstückstausch zwischen dem Freistaat auf der einen Seite, der Eigentümer der benötigten Flächen ist, sowie einem Investor und der Gemeinde auf der anderen Seite, die ein Grundstück zwischen Parsdorf und Neufarn südlich der Autobahn anbieten. Derzeit wird verhandelt.

Fertige Pläne in der Schublade

Die Pläne für das neue Gewerbegebiet lägen fertig in der Schublade, sagt Reitsberger. „Wir können sie jederzeit rausziehen und weiter machen.“ Problematisch könnte jedoch die Verkehrssituation werden. In dem neuen Gebiet will sich KraussMaffei ansiedeln. Der Münchner Maschinenbauer sprach jetzt von möglicherweise 2500 Mitarbeitern am Standort. Früher war von 1500 oder 2000 Arbeitsplätzen die Rede gewesen. Man müsse wohl jetzt das vorliegende Verkehrsgutachten „anpassen“, sagt Reitsberger. Wenn die Mitarbeiter mit der S-Bahn kommen sollen, müsse der MVV nachrüsten. Das gelte auch bei der Zuverlässigkeit der Verbindungen. Berücksichtigen müsse man zudem, dass es am Standort wohl Schichtbetrieb geben werde. Daran müsse man bei einer Busverbindung vom S-Bahnhof Grub bis zum Gewerbegebiet denken.

„Es muss eine Lösung geben“, so Reitsberger. Damit dürfe sich der neue Gemeinderat nach der Kommunalwahl 2020 intensiver auseinandersetzen.

Kläranlage an der Kapazitätsgrenze

Eine Möglichkeit wäre auch, zusätzliche Wohnungen zu bauen. Weitere Gebiete auszuweisen, sei aber derzeit wegen der Abwasserentsorgung nur schwer möglich, so Reitsberger. Eine ganze Reihe von Gemeinden im Westen des Landkreises Ebersberg sind an die Kläranlage in Neufinsing (Landkreis Erding) angeschlossen. Diese stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Anlage soll ausgebaut werden. „Erst dann kann man wieder intensiver über Bebauung nachdenken“, erklärt der Bürgermeister.

Dieser Umstand würde auch eine Hürde für eine schnelle Umsetzung einer größeren Wohnbebauung auf dem Gelände am Umspannwerk plus zusätzliche Grundstücke bedeuten, was auch im Gespräch ist – statt eines Gewerbegebietes.

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