Bluttat in Basel: Junge auf Schulweg erstochen - 75-Jährige unter Verdacht

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Alles in Eigenregie: Patrick Höfling, Georg Längfelder und Leon Höfling (v.l.) wollen aus dem alten Bauwagen einen schönen Treffpunkt für die Dorfjugend machen.

Tolles Projekt aus Eigeninitiative

Diese Burschen bauen sich ihren Jugendtreff in Purfing selbst

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Zehn Burschen renovieren einen alten Bauwagen in Purfing (Gemeinde Vaterstetten). Dort soll ein neuer Jugendtreff entstehen. Ein Besuch.

Purfing – „Wir müssen noch Einiges tun.“ Da sind sich Patrick (21) und Leon Höfling (18) sowie Georg Längfelder (21) einig. Gemeinsam mit Freunden, insgesamt sind es zehn Burschen, renovieren sie einen alten Bauwagen, um daraus am Ortsrand von Purfing (Gemeinde Vaterstetten) einen Jugendtreff zu machen. Innendrin ist es schon ganz gemütlich. Der Bodenbelag aus dem sieben Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Wagen wurde komplett rausgerissen, eine Dämmung eingebaut und neue Platten verlegt. Die Seitenwände sind gestrichen oder tapeziert. Zudem wurde ein großes Fenster eingebaut, um mehr Licht im Innenraum zu haben.

Ein Holzofen sorgt für Wärme. „Wir haben uns da genau informiert, wie man so etwas in Wohnmobile oder Gartenhäuschen einbaut“, erklärt Patrick Höfling. „Sicherheit ist uns ganz wichtig.“ So steht der Ofen jetzt auf einer nicht brennbaren Unterlage und an der Wand hängt ein Messgerät, das Alarm schlägt, wenn die Luft schlecht wird und die Gesundheit gefährdet ist. Auch ein Rauchmelder soll installiert werden.

Treffpunkt im Dorf - lang gehegter Wunsch

Die Jugendlichen in Purfing hatten sich schon länger einen eigenen Treffpunkt im Dorf gewünscht. Angebote in Vaterstetten seien nur mit dem Bus zu erreichen. Mit dem Fahrrad zu fahren sei vor allem im Winter schwierig. Alternativen seien das Jugendzentrum in Zorneding, Angebote in München, private Feiern oder Treffen im Freien am Fußballplatz.

Ein paar Burschen ergriffen die Initiative, bewarben sich mit einem „Bauwagen-Projekt“ beim Jugendpreis des Landkreises. Sie erreichten mit ihrem Plan den zweiten Platz und erhielten ein Preisgeld von 550 Euro. Auf der Suche nach einem Bauwagen wurden sie auch im Internet fündig. Gekostet hat der rund 300 Euro und war auch schon teilweise renoviert. Doch der Wagen stand irgendwo ganz im Süden des Landkreises.

Der Transport nach Purfing wäre schwierig und teuer gewesen. Die Burschen wandten sich an das Rathaus Vaterstetten und fanden Unterstützung bei der Jugendpflegerin Martha Golombek. „Die ist richtig gut und hat Verständnis für uns“, loben die Jugendlichen. Die Lösung wurde auf dem Hof von Bürgermeister Georg Reitsberger gefunden. Dort stand nämlich ein alter Bauwagen, den der Rathauschef zur Verfügung stellte. Per Traktor wurde der Wagen mit Familienunterstützung an den östlichen Ortsrand von Purfing geschleppt, dort sicher aufgestellt und ausgerichtet.

An jedem Wochenende wird gewerkelt

 Das war kurz vor Weihnachten. Seitdem wird jedes Wochenende an dem neuen Treffpunkt gearbeitet. „Wichtig war, dass das Dach dicht ist und das war es. Da hatten wir uns ein bisschen Sorgen gemacht“, freut sich Leon Höfling. Die Jugendlichen haben sich wie in einem Verein organisiert. Derzeit ist Leon Höfling Präsident. Auch einen Schatzmeister gibt es. „Bei den Finanzen muss alles in Ordnung sein“, sagt Georg Längfelder. 

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In der kommenden Woche werden die Jugendlichen mit dem Rathaus einen Nutzungsvertrag schließen. Darin wird dann alles geregelt. Das Grundstück, auf dem der Bauwagen neben einem Bolzplatz steht, gehört der Gemeinde.

Solarzellen kommen aufs Dach

Inzwischen wird weiter gearbeitet. An der Decke sind schon Stromleitungen verlegt. Bisher kommt die Elektrizität für die beim Umbau eingesetzten Werkzeuge von einem Generator, betrieben mit Benzin. Geplant ist aber, Solarzellen auf dem Dach zu installieren und den Strom in Batterien zu speichern. Daraus soll auch der Strom für eine Musikanlage kommen. Das Geld aus dem Jugendförderpreis ist inzwischen aufgebraucht. „Derzeit bezahlen wir alles aus eigener Tasche“, sagt Patrick Höfling. Aber vielleicht gibt es ja noch einen Zuschuss.

Aktuell ist der Bauwagen noch ein reines Burschenprojekt. „Die Mädels werden schon kommen, wenn alles fertig und schön ist“, ist sich aber Georg Längfelder sicher.

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