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Irene Schmid (55) aus Vaterstetten hat selbst zwei Katzen.

Vaterstettenerin kann seit Monaten nicht arbeiten

Diese Frau sagt: Katze hat mich krankenhausreif gebissen

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Irene Schmid (55) aus Vaterstetten sagt, dass sie von einer Katze derart verletzt wurde, dass sie seit dreieinhalb Monaten krank geschrieben ist. Ein Besuch bei ihr zu Hause.

Wer kennt diese Katze? Irene Schmid hat das aggressive Tier in ihrem Garten fotografiert.

Vaterstetten– Beißattacke auf Vaterstettenerin: Treibt da eine aggressive Katze ihr Unwesen? „Die war auf Krawall gebürstet“, sagt Irene Schmid (55). Seit dreieinhalb Monaten ist sie krank geschrieben. Ihre Mitgliedschaften in Sportvereinen hat sie auf Eis gelegt. Auf ihrem rechten Arm sind auf der Innenseite deutlich die Spuren zu erkennen. Irene Schmid will aufrütteln. Der Grund für ihren derzeitigen Zustand sei nämlich eine fremde Katze. „Die ist zunächst an unserem Grundstück vorbei gelaufen.“ Dann sei sie im Garten gewesen, hat sich gemütlich hingesetzt und alles beobachtet. „Sie hat quasi das Areal übernommen nach dem Motto: Das gehört jetzt mir.“

Schmid hat selbst zwei Katzen, Paula und Susi. Beide ziemlich schüchtern. Die seien ganz verschreckt gewesen, als das dominante Tier aufgetaucht sei. „Ich habe dann versucht, die große Katze zu verscheuchen.“ Also die üblichen Bewegungen mit den Händen. „Kusch.“ Das Tier mit dem markanten Kopf sei aber zum Angriff übergegangen. „Es hat sich in meinem Oberarm verbissen. Ich war total geschockt.“ Danach war die Katze weg. Sie komme aber immer wieder, in unregelmäßigen Abständen. Irene Schmid hat Fotos gemacht und gespeichert.

Beiß-Attacke schon im Juli

Der Biss-Vorfall war am 4. Juli. Noch in der Nacht der Attacke fuhr Schmid in die Notaufnahme der Kreisklinik Ebersberg. Dort habe man die Wunde versorgt. Das war ein Donnerstag. Für den darauffolgenden Samstag sei sowieso eine Kontrolluntersuchung angesetzt gewesen. Doch dann sei sie gleich in der Klinik behalten worden. Erste Operation.

„In der Kreisklinik waren sie alle sehr besorgt um mich, das war alles sehr gut“, erzählt Schmid. Doch der Zustand hat sich nicht verbessert. Zwei Wochen später der zweite Eingriff. Es wurden Gewebeproben genommen und Blutkulturen angelegt. Was genau die Entzündung im Arm ausgelöst habe, konnte bisher nicht geklärt werden, sagt die Vaterstettenerin „Ich habe mich auch ans Tropeninstitut in München gewandt.“ Dort kam aber auch nichts heraus. „Sie haben sich aber später bei meinem Hausarzt gemeldet. Inzwischen bin ich überall mit meiner Geschichte bekannt.“

Langer Leidensweg

Für Irene Schmid begann ein Leidensweg. „Ich konnte im Sommer nicht raus gehen. Da ist die Entzündung im Arm explodiert.“ Sie bekam Unterstützung. Über die Nachbarschaftshilfe würde Essen auf Rädern geliefert. Hilfe auch bei der Hausarbeit. „Ich konnte ja kaum etwas tun.“ Das habe die Unfallversicherung übernommen.

Inzwischen geht es ihr besser. Das zeigte auch die jüngste Untersuchung in der Kreisklinik am vergangenen Donnerstag. „Ich werde wohl nächste Woche wieder arbeiten gehen können“, so Schmid.

Veterinäramt zeigt sich nicht zuständig

Neben ihren eigenen gesundheitlichen Problemen will Schmid wissen, was denn jetzt mit der Katze ist. „Vielleicht ist sie krank, vielleicht gibt es noch andere Vorfälle?“ Bei ihren Nachfragen wurde sie jedoch nach eigenen Angaben zwischen den Behörden hin und her geschickt.

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Das Veterinäramt zeigte sich laut Schmid nicht zuständig, ebenso wenig wie das Rathaus in Vaterstetten. „Wir können da nichts tun“, so Bürgermeister Georg Reitsberger auf Anfrage der EZ. „Menschen werden von Hunden gebissen, Katzen können aber ebenfalls gefährliche Tiere sein, auch wenn die meisten Schmusekatzen sind“, so Schmid. Sie habe im Zuge ihrer eigenen Geschichte erfahren, dass Katzenbisse gar nicht so selten seien. „Darüber möchte ich auch aufklären.“

Video: Fleischfressende Bakterien - Frau lag nach Katzenbiss im Koma

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