Die Opfer der unbekannten Eierdiebe: Landwirt Andreas Schmid (26) inmitten der Hühnerschar, die direkt gegenüber dem Vaterstettener Rathaus ihre Eier legt, wo sie auch direkt verkauft – und leider auch geklaut werden.
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Die Opfer der unbekannten Eierdiebe: Landwirt Andreas Schmid (26) inmitten der Hühnerschar, die direkt gegenüber dem Vaterstettener Rathaus ihre Eier legt, wo sie auch direkt verkauft – und leider auch geklaut werden.

Mitten in Vaterstetten

Direkt am Rathaus: Diebe klauen massenweise Hühnereier - Landwirte mit Kampfansage

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Frische Eier von glücklichen Hühnern gibt es direkt am Vaterstettener Rathaus. Doch die zentrale Lage zieht dreiste Diebe an.

Vaterstetten – Glückliche Hühner großer Fläche, fröhlich auf der Wiese pickend. Und das auf einem unbebauten Grundstück genau gegenüber dem Rathaus der Großgemeinde Vaterstetten, also mitten drin, Landwirtschaft im Zentrum. Ein schönes Projekt. Doch dann kamen die Diebe.

Diebe am Rathaus in Vaterstetten: Einmal verschwinden gleich 180 Euer auf einmal

Die Hühner legen Eier. Diese stehen an einem Stand an der Durchgangsstraße zum Direktverkauf. Wie bei Blumenfeldern schon länger üblich: Ware mitnehmen, zahlen am Kassenbehälter in eine große Spardose, ohne Kassierer, ohne Kontrolle. Vertrauensbasis eben. Doch offensichtlich gibt es „Kunden“, die Selbstbedienung anders definieren; Eier mitnehmen, aber kein Geld einwerfen. Und es geht nicht nur um einen üblichen Zehner-Pack, sondern in einem Fall sogar um 180 Eier in Kartons. Kosten pro Karton: 3,80 Euro. Die Polizei wurde eingeschaltet. Die Nachforschungen brachten jedoch laut den Betroffenen offenbar noch kein Ergebnis.

Die Betreiber der Anlage, die Familie Schmid aus dem Vaterstettener Ortsteil Hergolding, ist sauer. Der Sohn, Gerhard Schmid (32), wundert sich: „Was wollen die Diebe denn mit den vielen Eiern?“ Festgestellt hatte er, dass einfach die Eier verschwanden, aber die Kasse dennoch leer war.

Die zentrale Lage zieht mehr Kundschaft an

Angefangen hatte die Familie mit der Hühnerhaltung auf offenem Gelände und dem Vor-Ort-Verkauf am Hof-Standort in Hergolding. Doch der Verkaufserfolg war eher mäßig. Das Angebot wurde wohl in der abgeschiedeneren Lage zu wenig beachtet.

Deshalb die Entscheidung für das Gelände gegenüber dem Rathaus Vaterstetten. Dort fahren mehr mögliche Kunden vorbei. Das war im Oktober. Rund 300 Hühner gibt es derzeit auf dem Gelände. Das Gehege wird auf dem Grundstück regelmäßig versetzt, damit die Tiere Nahrung finden. Daneben wird zugefüttert, mit Getreide aus der eigenen Ackerbau-Produktion des Hofes. „Das alles zusammen mit dem Freilauf bringt auch die entsprechende Qualität“, sagt Gerhard Schmid. „Das kann man sehen.“

Fast alle Hühner legen jeweils pro Tag ein Ei, heißt also täglich im Durchschnitt etwa 280. Für die Hühner gib es ein eigenes Häuschen zur Eiablage, in dafür aufgestellten Nestern. Im Häuschen ist es ruhig. Für eine Verdunkelung sorgt ein Vorhang. Wenn die Hühner nach der Eiablage aufstehen, kullern die Eier über eine schräge Fläche auf ein Brett und können dort aufgesammelt werden. Heißt auch: Mehrmals täglich muss jemand vom Hof hinfahren. Alles zusammen ein erheblicher Aufwand.

Wir wollen weitermachen.

Landwirt Gerhard Schmid

Seitdem die Eierdiebe unterwegs sind, sind die Brüder Gerhard und Andreas Schmid (26) noch öfter vor Ort, zur Kontrolle und zur Abschreckung. „Wir hatten sogar schon überlegt, das Projekt aufzugeben und erneut umzuziehen. Wir wollen aber weitermachen.“

Angedacht war von Anfang an, einen Automaten mit Geldeinwurf aufzustellen. Aber das hatte zunächst nicht geklappt. Der Grund: Die bis dahin benutzten Eierkartons passten nicht. Das Problem ist inzwischen behoben. Doch es wird weiterhin gefüllte Eierkartons neben dem Automaten geben, auch weil nicht das gesamte Gelege eines Tages in die Maschine passt.

Die Eier-Verkäufer kontrollieren schärfer

Die zusätzlichen Kontrollen der Landwirtsfamilie vor Ort zeigten inzwischen offenbar abschreckende Wirkung. „Die Diebstähle sind weniger geworden“, sagt Gerhard Schmid. Aufpassen werden sie jedoch weiterhin.

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