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Freuen sich auf „Spätberufene“: Julian Kuhn und Thilo Hasenöhrl, 1. und 2. Kommandant der Feuerwehr Vaterstetten. 

Nachwuchsmangel

Feuerwehr Vaterstetten sucht Quereinsteier

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Der Feuerwehr vor Ort geht das Personal aus. Die Vaterstettener gehen neue Wege und suchen Quereinsteiger. 

Vaterstetten– Üblich ist der Einstieg bei der aktiven freiwilligen Feuerwehr über die jeweilige Jugendgruppe der örtlichen Floriansjünger. Doch das funktioniert inzwischen offensichtlich nicht mehr überall so gut. Den Helfern vor Ort fehlt damit das Personal, das aus dem Nachwuchs kommt. Deshalb setzt die Feuerwehr Vaterstetten jetzt auf ältere „Quereinsteiger“ und bietet ein spezielles Programm an – mit mehreren Ausbildungsstufen.

Feuerwehr leidet unter Konkurrenz

„Das Thema beschäftigt uns schon mehrere Jahre“, sagt der stellvertretende Kommandant der Vaterstettener Wehr, Thilo Hasenöhrl. Vor allem in Großgemeinden gebe es für Jugendliche viele Angebote. Da sei die Konkurrenz enorm. „Das merken wir bei den Mitgliederzahlen unserer Jugendfeuerwehr und das ist bayernweit ähnlich.“ Deshalb habe man sich in Vaterstetten etwas anderes überlegt. Es geht um die Altersgruppe über 18 bis 60 Jahre, die umworben wird, Männer ebenso wie Frauen. Vielleicht kann da jemand gefunden werden, der sich für die Feuerwehr begeistert und mitmachen möchte.

Chance für „Spätberufene“

Das Programm ermöglicht auch Erwachsenen, den „Spätberufenen“, den schnellen und sicheren Einstieg in den Feuerwehrdienst. Angefangen haben die Vaterstettner damit bereits früher, mit guten Erfahrungen. Jetzt wurde ein spezielles Konzept entwickelt. „Das ist eine kleine Spezialität von uns, so habe ich das noch nirgends gesehen“, sagt Hasenöhrl gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Zwölf Übungen umfasst die Ausbildung in der ersten Stufe, elf Abende, jeweils am Dienstag, ein halber Samstag. Technik am Fahrzeug ist ein wichtiger Punkt. Dazu kommen parallel zur Praxis Theorieteile. Die Anwärter erhalten speziell zu möglichen Einsätze in Vaterstetten zusammengestelltes Unterrichtsmaterial für Zuhause.

Nach einem Jahr zu ersten Einsätzen

„Etwa nach einem halben Jahr kann die erste Stufe abgeschlossen werden“, so Hasenöhrl. Dann sind schon erste Einsätze möglich. Die Neuen könne mit dabei sein, „aber natürlich nicht im Gefahrenbereich“.

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In der zweiten Stufe folgt die überörtliche Ausbildung zum „Truppmann“. Das dauert nochmals sechs bis acht Wochen. Damit wäre die Grundausbildung zunächst abgeschlossen. Weiter gehen kann es wie bei den jungen Kameraden, die aus der Nachwuchsgruppe kommen.

Werbung im Internet

Für ihr neues Konzept zu den Quereinsteigern macht die Feuerwehr Vaterstetten inzwischen schon im Internet und auf Facebook Werbung. Im Jahresbericht der Floriansjünger kam das Thema ebenfalls vor. „Da hat sich inzwischen schon jemand gemeldet“, freut sich Hasenöhrl.

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Demnächst sollen auch über das Rathaus Briefe innerhalb der Gemeinde verschickt werden. „Mal abwarten, was das bringt, aber ich bin zuversichtlich“, so der stellvertretende Kommandant.

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