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Abiprüfungen sollen stattfinden. Viele Q12-Schüler am Gymnasium in Vaterstetten sehen das kritisch.

Corona-Pandemie

Nach Onlineumfrage: Gymnasiasten fordern Durchschnitts-Abitur

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Eine Onlineumfrage unter Vaterstettener Q12-Schülern offenbart: Die Jugendlichen sind teils stark belastet. Abiturprüfungen sehen viele kritisch. 

Vaterstetten – Seit mehreren Wochen sind die Schulen im Landkreis geschlossen. Seit 9. März ist das Humboldt-Gymnasium in Vaterstetten zu. Wie geht’s den Schülern? Welche Belastungen müssen sie zu Hause meistern? Eine Onlineumfrage unter Schülern der 12. Klasse des Gymnasiums gibt nun darüber Auskunft. Knapp 75 Prozent der Schüler sagen, dass sie sich derzeit zu Hause nicht optimal auf Prüfungen vorbereiten können.

133 der 203 Q12-Schüler haben an der Umfrage teilgenommen. Sie konnten zwischen 27. und 29. März die sechs Fragen beantworten.

Am vergangenen Mittwoch einigte sich die Kultusministerkonferenz darauf: Die Abiturprüfungen sollen stattfinden. Die schriftlichen Prüfungen sollen demnach zum geplanten Termin oder bis Ende des Schuljahres abgenommen werden.

„Die Vorbereitungen für das Abitur finden also mitten in einer Zeit der maximalen Unsicherheit statt. In welcher Situation sich das Land während der Zeit der Prüfungen befindet, kann noch niemand absehen“, schreiben die Initiatoren der Umfrage, Humboldt-Gymnasiast Leander und sein Vater Bernhard Lermann aus Vaterstetten.

Der Großteil der befragten Q12-Schüler ist zudem mit dem Lernsystem „Mebis“ oder virtuellen Lerngruppen nicht zufrieden

65 Prozent der Befragten sagen, dass die Abiprüfungen unter den gegebenen Umständen nicht wie gewohnt stattfinden sollten. Der Großteil der befragten Q12-Schüler ist zudem mit dem Lernsystem „Mebis“ oder virtuellen Lerngruppen nicht zufrieden: Über 90 Prozent finden nicht, dass die Arbeitsaufträge übers Internet genauso gut auf die Prüfungen vorbereiten wie der Unterricht.

Knapp 75 Prozent der befragten Schüler können sich derzeit in ihrem häuslichen Umfeld nicht so gut auf die Prüfungen vorbereiten wie unter normalen Umständen. Zudem fühlen sich viele Schüler durch die Schul- und Ausgangsbeschränkungen stark belastet. Über 40 Prozent der teilnehmenden Schüler sind zumindest stark belastet. Mehr als die Hälfte der Schüler schätzen die Ansteckungsgefahr während Prüfungen als hoch ein.

Was heißt das für die Abiprüfungen? Über 60 Prozent der befragten Schüler fordern ein sogenanntes Durchschnitts-Abitur. Dabei soll aus letzten Prüfungsergebnissen eine Abiturnote errechnet werden. Schüler, die sich verbessern wollen, können eine freiwillige mündliche Prüfung erbringen.

Gymnasiast: Finde die ganze Aufregung sehr übertrieben

Die Meinungen der Vaterstettener Gymnasiasten, wie sie am besten zu ihren Abiturnoten kommen, gehen weit auseinander. „Alles nicht so einfach. Aber ich will mein Abi einfach so schnell wie möglich. Jedoch finde ich schon, dass irgendwelche Maßnahmen unbedingt getroffen werden müssen“, schreibt ein Teilnehmer in ein Kommentarfeld der Umfrage.

Ein anderer meint: „Finde die ganze Aufregung sehr übertrieben und habe das Gefühl, dass die jetzige Situation als Ausrede benutzt wird, um ein leichteres Abitur zu erhalten.“

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