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Gegen das Waldhort-Konzept , das Bürgermeister Georg Reitsberger an dieser Stelle favorisiert hätte, gab es Widerstände im Vaterstettener Gemeinderat.

Vaterstettener Gemeinderat für Standort beim Offenen Haus der Arbeiterwohlfahrt

Neuer Hort dringend notwendig - aber nicht im Wald

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Ein fünfgruppiger Hort soll in Vaterstetten gebaut werden, in der Nähe des Offenen Haus der Arbeiterwohlfahrt und damit auch nahe der neuen Grund- und Mittelschule.

Vaterstetten – Für einen Standort in unmittelbarer Nähe des Offenen Hauses der Arbeiterwohlfahrt sprach sich die Mehrheit des Gemeinderates aus. Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) hätte sich jedoch einen anderen Standort gewünscht, der ein Waldhort-Konzept ermöglicht hätte. Dagegen hatte sich jedoch Widerstand formiert.

Es fehlen Betreuungsplätze

Hintergrund: Mit dem Neubau der Schule am Sportzentrum und der Neugliederung der Schulsprengel zum aktuellen Schuljahr 2019/2010 war klar, dass Betreuungsplätze fehlen. Unterstrichen wird dies auch durch die Einwohner- und Kinderbedarfsprognose. Die Verwaltung wurde beauftragt, die notwendigen Schritte einzuleiten, um im Umfeld der neuen Schule bis spätestens zum Schuljahr 2023/2024 eine Kindertageseinrichtung mit bis zu acht Gruppen zu verwirklichen. Als Übergangslösung entstand im bisherigen Schulgebäude an der Gluckstraße eine provisorische Kindertageseinrichtung, die voraussichtlich bis zum Ende des Betreuungsjahres 2022/2023 in Betrieb bleiben soll. Träger für die viergruppige Einrichtung (eine Krippengruppe, zwei Kindergartengruppen, eine Hortgruppe) ist die Kinderland PLUS gGmbH, Poing.

Es sollte ein fünfgruppiger Hort werden

Laut Rathaus war die Standortsuche für eine bis zu achtgruppige Einrichtung schwierig. Angesichts der zeitlichen Perspektive wurde ein Standort für einen bis zu fünfgruppigen Hort ins Auge gefasst. „Als einzig geeigneter Standort für einen Hort im Umfeld der neuen Grund- und Mittelschule bietet sich das gemeindliche Grundstück in unmittelbarer Nähe des OHA und des AWO Kindergartens am OHA an“, heißt es.

Die Kinderbetreuung in der Gemeinde Vaterstetten wird zu einem drängenden Problem, das wurde schon länger deutlich.

Die Frage ist, ob der Platz reicht

„Der Standort muss in der Nähe der Schule sein“, betonte CSU-Gemeinderätin Edith Fuchs in der Sitzung des Gremiums. Fuchs ist Leiterin der OHA. „Das ist eine gute Lösung“, erklärte auch Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU). Zustimmung zudem von Cordula Koch (SPD). Mit dieser Lösung könne man Synergien nutzen, so ihr Argument. Anders Roland Meier, Fraktionssprecher der Freien Wähler. Er fand den Standort „sehr unglücklich“ und zu eng. Der Hort werde dort quasi „reingebaazt“. Er stimmte ebenso gegen diese Lösung wie Rathauschef Reitsberger und die Gemeinderäte der Freien Wähler – mit Ausnahme von Peter Reitsberger. „Ich werde von meiner Fraktion abweichen“, hatte der Gemeinderat angekündigt.

Bürgermeister wollte Waldkindergarten

Bürgermeister Georg Reitsberger hatte sich eine andere Lösung vorgestellt, nämlich ein Standort im etwas weiter entfernten „Schulwäldchen“, das zum Teil im Eigentum der Gemeinde ist. Der Rathauschef konnte sich dort einen Neubau vorstellen, in Holzbauweise, und dem pädagogischen Ansatz: Schulwald als Lernwald. Ein persönlicher Vorschlag von ihm und nicht mit dem Gemeinderat abgesprochen.

Zudem habe man die Chance, das angrenzende größere Waldstück anzupachten, so der Rathauschef im Mai vergangenen Jahres. Er lud zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus ein. Man könnte das gesamt Areal aufwerten, so der Vorschlag. Der „Schulwald“ sei nämlich teilweise in einem desolaten Zustand.

Gestrüpp, Hundeauslauf, Hinterlassenschaften

Der Bürgermeister sprach damals von dornigem Gestrüpp, Hundeauslauf mit entsprechenden Hinterlassenschaften, reingeworfenem Abfall, Fuchsbandwurm und Zecken. Das wollten die Anwohner so nicht stehen lassen. Auch die Pfadfinder, die in der Nähe ihr Vereinshaus haben und mit einer größeren Delegation zur Veranstaltung gekommen waren, fürchten um „ihren Wald“, den sie seit Jahren für Gruppenstunden nutzen. Die Anwohner befürchten zudem eine zusätzliche Verkehrsbelastung. Schon heute würde beispielsweise wegen des nahen Abenteuerspielplatzes alles zugeparkt. „Wir sind mit unserer Geduld am Ende“, hieß es. Der Vorschlag ist nun offenbar endgültig vom Tisch.

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