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Jugendpflegerin Marta Golombek freut sich über den positiven Beschluss im Sozialausschuss.

Sozialausschuss ist sich einig: Konzept für neue Räume angeregt 

Schnelle Arbeitsgruppe für die Vaterstettener Jugend

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Ein „bedarfsorientiertes Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit“ soll in der Gemeinde Vaterstetten entstehen. Der Begriff Jugendzentrum wird vermieden. Doch darauf soll es wohl in irgendeiner Form hinauslaufen.

Vaterstetten – Nun wird sich eine Arbeitsgruppe sehr schnell um das Thema kümmern. Darin war sich der Sozialausschuss des Gemeinderates Vaterstetten jetzt fraktionsübergreifend einig. Eine der Aufgaben ganz konkret: Sich nach Grundstücken umsehen.

Die gemeindliche Jugendpflegerin Martha Golombek ist mit dem Beschluss zufrieden. „Jetzt haben wir eine Richtung“, sagte sie nach der Sitzung. Allerdings sind noch viele Fragen offen. Im Gespräch sind unter anderem dezentrale und/oder flexible Lösungen, möglicherweise mit Containern.

Ein brisantes Thema 

Auf Antrag des SPD hatte Golombek einen umfangreichen Bericht erstellt. Ihr Fazit: „Es ist ein brisantes Thema.“ In Vaterstetten gebe es ein breites Angebote an Jugendarbeit, von Vereinen, Feuerwehr oder Kirchen. „Wir brauchen aber noch etwas mehr.“ Manche Jugendliche fielen „aus dem Rahmen heraus“. Es gebe zwar einen Jugendraum, aber der platze aus allen Nähten. Für Jugendliche sei Freiraum nötig, in welcher Art auch immer. „Wir sind mit der Struktur noch lange nicht am Ende“, so Golombek. Man solle aber nicht an den Jugendlichen vorbeiplanen.

Jugendliche brauchen Freiraum

CSU-Gemeinderat Florian Pöhlmann betonte, es dürfe jetzt nicht wieder Klein-Klein und Übergangslösungen geben. Deshalb fordern die Christsozialen neben der Suche nach einem Grundstück auch einen Arbeitskreis zu gründen. „Wir müssen die Kräfte bündeln.“ Dem Gremium sollen neben den Jugendsprechern der Fraktionen auch „jemand aus dem Bauamt angehören, der von Grundstücken Ahnung hat.“ Hinzugezogen werden sollen zudem Jugendliche und externe Experten.

„Ich begrüße das außerordentlich“, so FDP-Kreisrätin Renate Will. „Wir haben Vielfalt, aber brauchen noch mehr.“ Sie sprach sich für einen offenen Treffpunkt aus.

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Vielfalt in der Gemeinde 

Eva Hemauer (SPD) dankte Golombek für die vorgelegten Unterlagen. „Unser Ziel war eine Faktengrundlage.“ Hemauer war zudem dafür, sich baldmöglichst in einer Arbeitsgruppe zusammenzusetzen. „Das wäre auch mein Ansatz.“ Man sollte die jetzigen Angebote ergänzen und nicht ersetzen. Die Vielfalt der Gemeinde sollte auch in der Jugendarbeit gelten. „Wir haben eine große Chance, kreative Ideen umzusetzen.“ Sie warb für ein dezentrales Netzwerk auch in den Ortschaften.

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Überlegungen zu dezentralem Konzept

Georg Kast, persönlicher Referent des Bürgermeisters, dämpfte die positive Stimmung im Ausschuss. Ein dezentrales Konzept sei schwer umzusetzen. Schon beim Hüttenbau hatte es Beschwerden der Anwohner gegeben. Die Veranstaltung habe nur eine Woche gedauert. Bei der Suche nach Standorten für Kinderbetreuungseinrichtungen fürchten Anwohner durch Babygeschrei belästigt zu werden. Auch beim bestehenden Jugendraum gebe es Kritik der Nachbarn. Bei neuen Jugendeinrichtungen erwartet Kast „Auseinandersetzungen“. Er will klare Entscheidungen für Standorte, „nicht nur Lippenbekenntnisse“.

Reaktion von Hemauer: „Egal wo wir ein Jugendzentrum in welcher Größe auch immer hinbauen, es wird Konflikte geben.“ „Jugendarbeit ist nicht immer leise“, so Pöhlmann. Und Roland Meier (Freie Wähler) betonte: „Wir sollten das nicht als Problem sehen, sondern als Möglichkeit.“

Weitere Informationen: Neues Vaterstettener Jugendzentrum in der Diskussion

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