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Noch ist die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen in der Gemeinde Vaterstetten schwach.

Erst 10 Prozent haben sich für Anschluss entschieden

Schnelles Internet: Vaterstetten schwächelt

Der Rathaussaal war brechend voll. Die Vaterstettener informierten sich über schnelles Internet in ihrer Gemeinde.

Vaterstetten – „Dies ist zwar keine Gemeindeveranstaltung, aber eine, die von der Gemeinde aktiv unterstützt wird. Wir können Ihnen mit dieser Firma ein seriöses Angebot machen“, betonte Vaterstettens 2. Bürgermeister Martin Wagner im vollbesetzten Rathaus. Rund 100 Besucher waren gekommen, um sich von der „echtschnell“ GmbH über den geplanten Glasfaserausbau informieren zu lassen.

Familiengeführtes Unternehmen

Alfred Jungmaier, Raphael Peschkes und Daniel Röcker stellten das Konzept der Firma vor, die mit rund 150 Mitarbeitern Teil der ropa-Gruppe ist, eines familiengeführten mittelständischen Unternehmens aus Schwäbisch-Gmünd. 

Glasfaserkabel in allen Straßen

Die Firma möchte ganz Baldham und Vaterstetten mit Glasfaserleitungen versorgen und damit das Surfen im Internet mit einer Geschwindigkeit von bis zu 600 Mbit/s ermöglichen. Dafür werden Glasfaserkabel in allen Straßen verlegt. Von der Straße bis ins Haus wird das Kabel mittels Erdrakete eingebracht, das bedeutet je nach baulichen Voraussetzungen einen minimalen unter- oder oberirdischen Eingriff.

Keine Leitungsverluste

Im Gegensatz zu Kupferkabeln, wie sie andere Anbieter für den Hausanschluss verwenden, gibt es bei Glasfaser keine Leistungsverluste. Der Anschluss von der Grundstücksgrenze bis ins Haus ist für den Kunden kostenlos, sofern 40 Prozent der Haushalte bis zum Stichtag am 31. August einen Vorvertrag abschließen.

Bisher wurden nur zehn Prozent erreicht. „Wir wissen aus anderen Projekten, dass die Quote kurz vor dem Stichtag rasant ansteigt“, meinte Jungmaier, räumte aber ein: „Es ist zur Zeit sehr spannend.“

Mehrere Tarife im Angebot

Der Kunde hat die Wahl zwischen mehreren Tarifen von 25 bis 69 Euro pro Monat, dazu kommt eine einmalige Bereitstellungsgebühr von 49 Euro. Eine Fritzbox als Router ist bei den meisten Tarifen inklusive, die Laufzeit beträgt zwei Jahre. Wer danach aus dem Vertrag aussteigen und zu einem anderen Anbieter wechseln möchte, muss derzeit darauf hoffen, dass dieser Anbieter sich mit „echtschnell“ über die Nutzung der Glasfaserleitungen vertraglich einigen kann. Jungmaier versprach: „Sobald die Glasfaser bei Ihnen installiert ist, wird Ihr Anschluss freigeschaltet, auch wenn Ihr alter Vertrag noch läuft, es gibt keine doppelten Kosten.“

Keine Subunternehmer

Mit Blick auf die Nachbargemeinde Zorneding, wo der Ausbau durch die Firma Deutsche Glasfaser viele Probleme bereitet, versicherte er: „Im Gegensatz zu anderen Firmen übergeben wir die Bauarbeiten nicht an einen Generalunternehmer, sondern haben einen eigenen Bauleiter, der das Projekt selbst überwacht.“

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Kommt das Projekt zustande, wird die Planung ab Herbst konkret, der Netzausbau könnte dann im Frühjahr 2020 beginnen und erste Haushalte ab Juli 2020 angeschlossen werden. Das Publikum stellte viele Fragen, häufig zu Details des Anschlusses vor Ort, etwa in einem Mehrfamilienhaus oder bei längeren Wegen von der Grundstücksgrenze bis zum Haus. Röcker versicherte: „Wir finden eine Lösung, die Baufirma schaut sich das vor Ort an.“

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Kritik kam am Stichtag mitten in den Sommerferien und auch die fünf Dörfer der Gemeinde werden bei diesem Projekt nicht berücksichtigt. Vize-Bürgermeister Wagner verwies hierzu auf die Firma Avacon, die vor allem die Gewerbebetriebe in Parsdorf versorgt.

Nähere Infos

Nähere Informationen gibt es im Ladenlokal von „echtschnell“ in der Wendelsteinstraße immer mittwochs von 15-19 Uhr und donnerstags von 9-13 Uhr sowie im Internet unter www.echtschnell.de/projekte/glasfaser-fuer-vaterstetten.

Susanne Edelmann

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