Äußerst knapper Ausgang: EU-Parlament hat von der Leyen gewählt

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An der grünen Basis: Robert Winkler (2.v.r.) will Rathauschef in Vaterstetten werden  für die CSU. 

Robert Winkler (57) will Bürgermeister für die CSU werden

Schwieriger Besuch bei der grünen Basis

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Ein Grüner will Bürgermeister von Vaterstetten werden - für die CSU. Keine einfache Konstellation. Jetzt besuchte Robert Winkler (57) seine alten Parteifreunde. 

Vaterstetten – „Ich weiß, dass es schwierig ist, Günter.“ Das sagt Robert Winkler (57) zum Vaterstettener Grünen-Ortsvorsitzenden Günter Glier. Das Reiterstüberl in der Gaststätte „Zur Landlust“ ist gut gefüllt. Zusätzliche Stühle müssen aus einem anderen Raum hereingebracht werden. Es ist gemütlich und gleichzeitig spannungsgeladen. 

Nicht der einzige Kandidat

Winkler, derzeit als Jurist hochrangiger Beamter im Münchner Umweltministerium, will Bürgermeister in der Großgemeinde werden. Einst war er als Parteiloser Fraktionssprecher der Grünen im Gemeinderat. Jetzt ist er ohne Mitgliedsausweis Kandidat der CSU. Aber nicht der Einzige. 

Denn bei den Christsozialen gibt es mit Leonhard Spitzauer (33), Gemeinderat, Feuerwehrkommandant, einen Mitbewerber im Vorwahlkampf. „Spitzauer ist ein potenter Kandidat. Der innerparteiliche Willensbildungsprozess ist schwierig“, sagt Winkler. Um diese Hürde zu nehmen, setzt er auf seine Erfahrung und Kompetenz. Und er hofft auf breite Unterstützung auch außerhalb der CSU, was sich bei der späteren Bürgermeisterwahl positiv auswirken könnte, ein Argument für ihn als überparteilichen Kandidaten. Ein Gespräch mit der SPD hat bereits stattgefunden, mit positiven Signalen, wie unterschiedliche Quellen bestätigen. Nun also die Grünen.

Vaterstetten ist nicht reif für einen Grünen

Winkler strebt die Herausforderung Bürgermeisteramt an. Als Kandidat der Grünen wäre dies nicht zu erreichen, wie er bei der Veranstaltung unumwunden klarstellt. „Vaterstetten ist noch nicht reif dafür“, sagt er. „Vielleicht in zehn Jahren. Das würde mich freuen.“ Also setze er auf die „stärkste Karte“, die CSU. Kontakte hat es vorab offenbar bereits über mehrere Jahre gegeben. Kommunalpolitik sieht Winker als das Ringen um die beste Lösung. „Man muss nicht einer Meinung sein.“ Letztendlich treffe die Entscheidungen der Gemeinderat und nicht der Bürgermeister. Er hat aber klare Aktionsfelder: der enorme Siedlungsdruck, das Sichern von Freiräumen, günstiger Wohnraum, Verkehr, vielleicht auch ein Jugendparlament.

Skepsis an der Basis

Bei den Grünen gibt es Skepsis. Ob es denn nicht möglich sei, dass die CSU mit einer „geschickten Finte“ ihn, Winkler, als aussichtsreichen Kandidaten für andere Gruppierungen aus dem Rennen nehmen wolle? Das schloss Winkler aus. An eine Chance als gemeinsamer Kandidat der anderen Parteien anzutreten, habe er nie geglaubt. Was aber passiere, wenn er in der internen CSU-Entscheidung gegen Spitzauer unterliegen würde und danach andere auf ihn zukommen würden? Darüber wolle er heute noch keine Entscheidung fällen, hielt sich Winkler die Option offen.

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„Es ist aber unwahrscheinlich, dass es so kommt.“ Und eine Drohkulisse wolle er auch nicht aufbauen. Er würde sich aber für die Bürger wünschen, dass es bei der Wahl des Rathauschefs „wenigstens einen Gegenkandidaten“ gäbe. Ob es außerhalb der CSU Unterstützung für Winkler gibt, ist noch offen. Darüber wird möglicherweise auch die jeweilige Parteibasis mitbestimmen. Von den Freien Wählern hieß es inzwischen, man wolle zunächst die Entscheidung innerhalb der CSU abwarten.

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