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Wer zieht nach der Kommunalwahl am 15. März als neuer Bürgermeister ins Vaterstettener Rathaus ein? Eine Frau und vier Männer wollen Rathauschef Georg Reitsberger (FW) beerben. 

Kommunalwahl

Vaterstetten: Stichwahl gilt als wahrscheinlich

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Sicher ist in Vaterstetten nur eines: Es wird eine neue Bürgermeisterin oder einen neuen Bürgermeister geben. Eine Stichwahl ist wahrscheinlich.

Vaterstetten – Sicher ist in Vaterstetten nur eines: Es wird eine neue Bürgermeisterin oder einen neuen Bürgermeister geben. Denn Amtsinhaber Georg Reitsberger (Freie Wähler) tritt aus Altersgründen nicht mehr an. Um seine Nachfolge gibt es fünf Bewerber bei der Kommunalwahl am 15. März. Eine Stichwahl gilt als sehr wahrscheinlich.

Einigkeit beim Thema Senioren

Im Vorfeld hatten Seniorenbeirat und Vhs eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Moderator Gerhard Wolf freute sich am Ende einer rund dreistündigen Debatte in seinem Fazit, dass es „nur ein paar kleine parteipolitische Querelen“ gegeben habe. Zumindest beim Thema Senioren waren sich Maria Wirnitzer (SPD), Klaus Willenberg (FDP), Leonhard Spitzauer (CSU), David Göhler (Grüne) und Roland Meier (Freie Wähler) weitgehend einig. In anderen Bereichen gibt es jedoch durchaus Unterschiede.

CSU: Mehr Bürgerbeteiligung

Die CSU gibt an, dieBürgerbeteiligung massiv ausbauen zu wollen. Zudem sollen die Jahre 2020 bis 2026 nicht die Jahre des großen Bauens werden, sondern die Jahre des Nachdenkens und Planens, wie auf der Internetseite der Christsozialen steht. Viele wichtige Bauprojekte seien gerade erst abgeschlossen bzw. noch in der Realisierung, zwei weitere seien bereits fest beschlossen. Das binde vorhandene Kapazitäten. Zudem sei die Haushaltslage angespannt. Erst wenn das Gewerbegebiet Parsdorf III volle Erträge erbringe, könne die Gemeinde wieder „größere Sprünge“ machen.

CSU hat den jüngsten Kandidaten

Zugute hält sich die CSU, dass sie zur Bürgermeisterwahl 2020 mit dem mit Abstand jüngsten Kandidaten antritt.Leonhard Spitzauer ist 34 Jahre alt. Er betont: „Jedes Kind aus unserer Gemeinde soll einen guten Betreuungsplatz bekommen. Das ist mein wichtigstes Ziel.“ Die Rede ist von flexiblen Angeboten, um Eltern bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Zweitwichtigtes Ziel: Das Ehrenamt stärken. „Ohne unsere Vereine wären wir arm.“

Freie: Ohne Scheuklappen

Die Freien Wähler, die bisher mit Georg Reitsberger den Bürgermeister stellten, haben sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung der Gemeinde mit ihren Ortsteilenohne parteipolitische Scheuklappen voranzubringen. Oberste Priorität habe die Erhaltung des Gartenstadtcharakters und der gewachsenen Strukturen. Die Freien sind gegen die Ausweisung weiterer größerer Wohnbaugebiete, die nur erhebliche Folgekosten beispielsweise Kindergärten und Schulen sowie Verkehr nach sich ziehen würden.

BürgermeisterkandidatRoland Meier setzt auf Kommunikation auf allen Ebenen, auch mit den Nachbargemeinden. Innerhalb der Gemeinde könnte ein „Haus der Begegnung“ dazu beitragen. Wegen der angespannten Haushaltslage sei ein Neubau vorerst ausgeschlossen. Eine Übergangslösung wäre aber zum Beispiel in der jetzt leer stehenden ehemaligen Mittelschule denkbar. Meier will auch den Traum eines Kinos für Vaterstetten nicht aufgeben.

SPD: Jetzt Qualität statt Quantität

„Die letzten Jahre waren in erster Linie von einem quantitativen Wachstum der Gemeinde geprägt“, sagt die SPD. In Vaterstetten seien große Wohnbaugebiete und „ein riesiges Gewerbegebiet“ zwischen Parsdorf und Grub neu ausgewiesen worden. „Qualitative Gesichtspunkte blieben dabei auf der Strecke.“ Das müsse dringend geändert werden. Bisher seien wichtige gemeindliche Projekte in erster Linie über den Verkauf von gemeindeeigenen Grundstücken finanziert worden. Damit habe man die Entwicklung der Gemeinde in erster Linie Bauträgern und Investoren überlassen. „Das kann und darf so nicht weitergehen.“ Die Gemeinde sollte selber bauen und dabei die Bürger mit einbeziehen. Stichwort: Genossenschaftsmodelle. Die SPD hält nichts davon, ausschließlich Großbetriebe anzusiedeln.

KandidatinMaria Wirnitzer will zudem Soziales und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellen und auf innovative Lösungen setzen. Weitere Stichpunkte: Fahrradstraßen und Ortsgestaltung mit gesichrtem Grün im Gemeindegebiet.

Grüne: Schwerpunkt Verkehr und Energie

Schwerpunkte bilden bei den Grünen die Verkehrs- und Energiepolitik und ebenfalls die Ortsentwicklung. „Während andere Parteien pünktlich zur Kommunalwahl eine Pause in der Ortsentwicklung fordern, nachdem sie über Jahre einem Baugebiet nach dem anderen zugestimmt haben, können die Grünen für sich beanspruchen, stets konsequent gegen die übermäßige Expansion Vaterstettens gestimmt zu haben“, stellt die Partei fest. Gefordert wird zudem eine Neuausrichtung der gemeindlichen Verkehrspolitik: „Wir müssen weg vom Auto und hin zum Fahrrad.“ Auch Fußgänger sollen geschützt sowie der Öffentliche Personennahverkehr verbessert werden. Der grüne BürgermeisterkandidatDavid Göhler stellt klar: „Wir wollen Photovoltaik auf jedes mögliche Dach, stehen zur Windenergie und fordern eine ernsthafte Prüfung der Geothermie.“

FDP: Moderne Infrastruktur

Die FDP, derzeit miteiner Gemeinderätin im Gemeinderat vertreten, lässt im Vorfeld der Wahl verlauten, es gelte die Zukunft „unsere Gemeinde aktiv und nachhaltig zu gestalten“. Trotz hoher Verschuldung benötige die Kommune dringend eine moderne, zukunftsorientierte Infrastruktur, mehr bezahlbaren Wohnraum und eine Digitalisierungsoffensive. „Die gezielte Förderung und Ansiedlung innovativer Unternehmen ist mir sehr wichtig“, so der Bürgermeisterkandidat der Liberalen, Klaus Willenberg. So würden attraktive Arbeitsplätze geschaffen und die Gemeindefinanzen stabilisiert.

Service

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Ebersberg.

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