Erinnerung: Das wird es so heuer nicht geben: Verkaufswagen mit Angeboten dicht an dicht sowie ein Festzelt am Vater-stettener Volksfest. Geplant ist jedoch eine Alternative. 
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Erinnerung: Das wird es so heuer nicht geben: Verkaufswagen mit Angeboten dicht an dicht sowie ein Festzelt am Vater-stettener Volksfest. Geplant ist jedoch eine Alternative. 

Vaterstettener Ausschuss stimmt für Konzept mit Fahrgeschäften und Musik

Statt Volksfest: Freizeitparkvergnügen und zünftiger Biergarten

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Ein Zelt wird in Vaterstetten nicht aufgestellt. Aber sonst wird alles werden, wie auf einem normalen Volksfest. Das letzte Wort hat aber das Landratsamt Ebersberg.

Vaterstetten – „Das hat mit einem Volksfest im herkömmlichen Sinn nichts zu tun“, betonte Festwirt Christian Fahrenschon jetzt im Hauptausschuss des Vaterstettener Gemeinderates. Es werde auch nicht das übliche Volksfestpublikum geben und keine Party. Die Traditionsveranstaltung musste für das Jahr 2020 aufgrund der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Es soll jedoch als Alternative einen Freizeitpark mit Biergarten geben – unter ganz besonderen Auflagen. Geplant ist der Zeitraum vom 17. Juli bis zum 2. August, also deutlich länger als das bisherige Volksfest. Dem stimmte der Ausschuss mit knapper Mehrheit zu. Alternative Vorschläge mit einer kürzeren Festdauer kamen nicht mehr zu Abstimmung.

Genaue Regeln sind noch nicht klar

Wie die genauen Regeln aussehen könnten, ist noch nicht klar. Fahrenschon sprach bei der Vorstellung des Konzeptes von über 500 Personen, die gleichzeitig auf dem Gelände des Volksfestplatzes sein dürften. Das sei auch abhängig von den Vorgaben des Gesundheitsamtes. „Das liegt nicht in unserer Hand.“ Es soll eine Einzäunung und Sicherheitsschleusen geben. Gäste müssten sich registrieren lassen.

Es gibt kein traditionelles Anzapfen

Ein Festzelt ist nicht vorgesehen. „Es tut mir auch für den Bürgermeister leid. Es gibt kein Anzapfen“, so Fahrenschon. Geben soll es aber einen Biergarten mit Volksfest-Schmankerln. Fahrgeschäfte würden aufgebaut, jedoch mit größerem Abstand zueinander, als bisher üblich. Beim Anstellen vor den Attraktionen müssten Abstandsregeln eingehalten werden. Und auch beim Betrieb wird es ungewohnte Formen geben. Zwar ist beispielsweise ein Autoscooter vorgesehen. Die Fahrzeuge dürften aber nicht wie üblich durcheinanderfahren. Angedacht ist eine Art Parcours, „ein Kreisverkehr“. Am wichtigsten sei ein Hygienekonzept, so Fahrenschon. Es dürfe keine „Frontalbegegnungen“ der Gäste geben. Fahrenschon betonte bei der Vorstellung, man müsse das lokale Angebot stärken, damit die Leute nicht irgendwo hinfahren müssten. Es gehe zudem um die Sicherung von Arbeitsplätzen und ein „finanzielles Trostpflaster“ für die Schausteller. Fahrenschon kann inzwischen auf Erfahrungen mit ähnlichen Veranstaltungen verweisen.

Biergarten bis 22 Uhr

Der Biergarten soll täglich bis maximal 22 Uhr genehmigt werden. Um die Beeinträchtigung für die umgebende Bevölkerung möglichst gering zu halten, sollen musikalische Darbietungen ohne eine Lautsprecheranlage und nur an den Wochenenden also Freitag bis einschließlich Sonntag stattfinden. Der Festwirt soll zusammen mit dem Vaterstettener Wirtschaftsförderer ein Konzept für Familienangebote entwickeln.

Vizebürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD) befürchtet Konkurrenz für die örtlichen Biergartenbetreiber. SPD-Gemeinderätin Cordula Koch sah in der Veranstaltung das falsche Signal an das örtliche Gewerbe. Das beurteilte jedoch CSU-Gemeinderat Max Mack, selbst Gastronom (Purfinger Haberer) ganz anders und fügte hinzu, das Hygienekonzept für das Projekt sei vorbildlich.

Wirnitzer hatte sich für eine Beschränkung auf zehn Tage ausgesprochen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. In der Sitzungsvorlage stand: Aufgrund der hohen Aufwendungen für die durchführenden Betriebe und der reduzierten Personenzahl in den Fahrgeschäften lohne sich eine derartige Investition nur über einen längeren Zeitraum.

Am 17. Juli soll es bereits losgehen

Wie geht es jetzt weiter? Laut Bürgermeister Leonhard Spitzauer muss Fahrenschon nun ein Konzept im Landratsamt einreichen. „Aber die Zeit drängt.“ Schließlich soll die Veranstaltung am 17. Juli starten.

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