Der Eulenweg mit neuem Belag.  Inzwischen wurde auch Riesel aufgebracht.

Grüne regen sich gewaltig auf 

Vaterstetten lässt Spazierweg asphaltieren

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Aufregung in Vaterstetten: Bisher war der Eulenweg im Nordwesten ein reiner Feldweg. Jetzt ist die Fläche versiegelt. Klimaschutz hin oder her.

Vaterstetten – Heftige Kritik kommt von den örtlichen Grünen: Im Bebauungsplan für das Gebiet Vaterstetten Nordwest heiße es eindeutig: „Wege sind wasserdurchlässig herzustellen, sofern nicht zwingende funktionale Gründe dagegen sprechen.“

Diese Gründe „sehen wir nicht“, so Grünen Fraktionssprecher im Gemeinderat Axel Weingärtner. Die Funktion des Eulenwegs als Spazierweg habe sich durch das Neubaugebiet nicht verändert. Vaterstetten wachse und wachse und habe immer weniger Freizeit- und Erholungsflächen. „Umso mehr muss jede unnötige Bodenversiegelung und Urbanisierung der Gemeinde vermieden werden“, so Weingärtner.

Asphalt heizt sich stärker auf uns speichert die Wärme

Der asphaltierte Untergrund heize sich viel stärker auf und speichert die Wärme lange Zeit. In Zeiten der Klimaerwärmung sei das gerade in einem Wohngebiet sehr ungünstig und sollte auf ein Minimum reduziert werden. Daneben stelle eine aufgeheizte Asphaltdecke eine nahezu unüberwindbare Barriere für kriechende Insekten dar.

Für die Alleebäume rechts und links der asphaltierten Strecke sei die Wasserundurchlässigkeit natürlich nachteilig und schädlich für den Wurzelbereich der Bäume.

Grüne stellen auch Kostenfrage

So sah der Eulenweg früher aus.

Für Läufer, die den Eulenweg als Joggingstrecke nutzen, stellt jeder Meter Asphalt eine zusätzliche Belastung ihrer Gelenke dar, so Weingärtner. Schließlich stellt sich natürlich auch die Frage nach den Kosten, die diese Maßnahme verursacht hat. Dieses Geld hätte im Umfeld der massiven Neubebauung sicherlich besser angelegt werden können.

Die Grünen befürchten, dass der geplante Fuß- und Radweg, der die neue Siedlung einfassen soll und der derzeit als Baustraße genutzt wird, nach Ende der Bauzeit ebenfalls asphaltiert bleiben soll. „Dies wäre ein klarer Verstoß gegen die vom AK Grünkonzept erarbeiteten Planungen und Beschlüsse.“

Manfred Weber, zuständiger Sachgebietsleiter im Rathaus, sicherte zu, die Vorwürfe der Grünen zu prüfen. Die Entscheidung für die Baumaßnahme sei im Rathaus gefallen. Hintergrund sei unter anderem, dass der Weg auch wegen des nahen Seniorenheims sicher durch Rollstuhlfahrer oder mit Rollator genutzt werden könne. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder Beschwerden gegeben. Es gehe auch um einen Rundweg über Spatzenweg und Dohlenweg, so Weber.

Ausbau gegen Schlaglöcher

Durch den Ausbau soll verhindert werden, dass Schlaglöcher entstünden. Gesichert werden soll die Oberfläche zudem gegen Beschädigungen durch landwirtschaftliche Maschinen. Und die Oberfläche solle so stabil sein, dass sie auch dem Winterdienst standhält.

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Die Oberfläche sei zwar im Bereich des Weges versiegelt, so Weber, das Regenwasser könne jedoch seitlich zu den Bäumen abfließen. Auch sei man beim Bau nicht in die Tiefe gegangen.

Finanziert worden sei die Maßnahme nicht durch die Gemeinde, sondern durch die Bauträger. Im September soll das Projekt im Gemeinderat vorgestellt werden.

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