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Auch der Münchner Maschinenbauer Krauss Maffei will sich in Parsdorf ansiedeln.

Entscheidung aufgeschoben

Vaterstettener Gewerbepark: Grüne erzwingen Vertagung

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Die Entscheidung zum Gewerbepark Parsdorf, eigentlich geplant für diese Woche, ist vertagt. In der kommenden Woche soll es eine Sondersitzung im Haushaltsausschuss des Landtags geben. 

Vaterstetten– Wenn es nach der Gemeinde Vaterstetten geht, kann der Gewerbepark umgesetzt werden. Die Debatte hatte sich über Monate hingezogen. Die Mehrheiten für das Projekt waren immer deutlich, die Kritikpunkte in Bezug auf Landverbrauch, zusätzlichen Verkehr und mangelnde Information allerdings auch. 

Gelände ist 60 Hektar groß

Es geht um ein über 60 Hektar großes Gelände nördlich der A 94 zwischen Parsdorf und Grub. Dort sollen sich ein Logistikbetrieb der BMW-Entwicklungsabteilung sowie der Münchner Maschinenbauer Krauss Maffei ansiedeln. Ein Teil des Geländes ist für Ausgleichsflächen vorgesehen.

Die Krux: Das Gelände gehört dem Freistaat und wird aktuell vom Staatsgut Grub landwirtschaftlich genutzt. Um das Gewerbepark-Projekt umsetzen zu können, soll das Areal gegen ein Gelände zwischen Parsdorf und Neufarn südlich der A 94 getauscht werden. Dieses Grundstück gehört zu einem Teil einem internationalen Investor, zum Teil der Gemeinde Vaterstetten.

Grüne: „Hinterzimmerdeal“

Einen „überstürzten Hinterzimmerdeal“ befürchtete nun die haushaltspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Claudia Köhler, angesichts eines „kurzfristig angesetzten Tagesordnungspunktes“ im Ausschuss des Landtags. „Wir Grüne haben eine Vertagung und eine Sondersitzung in der nächsten Woche erreicht. Unser Antrag auf Öffentlichkeit wurde leider abgelehnt“, hieß es am Mittwoch. Seit Monaten erreichten die Grünen Hinweise aus den Kommunen rund um das geplante Projekt, „aber im Haushaltsausschuss erhalten wir die Unterlagen knapp vor der Ausschusssitzung. So können wir nicht seriös entscheiden“.

Köhler argumentiert weiter: „Wir haben nach wie vor Probleme mit der immensen Flächenversiegelung von Ackerland und der ungeklärten Frage der Verkehrsanbindung für Mitarbeiter und Werksverkehr. Rund um Parsdorf ist eh schon so viel Verkehr.“ Das müsse alles genau diskutiert und erörtert und nicht überstürzt durchgewunken werden.

Beschluss nur unter Vorbehalt

Die Gemeinde Vaterstetten Vaterstetten hatte vorgesorgt. Der Beschluss des Bauausschusses am Dienstagabend mehrheitlich für das Projekt stand unter Vorbehalt. Die nächste Auslegung des Bebauungsplanes für den Gewerbepark nördlich der A 94 bei Parsdorf, also der nächste Schritt im Verfahren, soll erst durgeführt werden, wenn der Haushaltsausschuss des Landtages dem geplanten Grundstückstausch zwischen dm Freistaat und dem „Vorhabenträgern“ zugestimmt hat.

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Wirtschaftsförderer Georg Kast sagte für die Gemeinde zum Ergebnis der Ausschusssitzung im Landtag: „Näheres kann ich leider mangels eigener Kenntnis nicht mitteilen, da es sich um nicht-öffentliche Behandlung des TOPs handelte und wir nicht geladen waren.“

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