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Der Künstler Franz Eder bei der Vernissage zwischen seinen beiden Portraits von Donald Trump. 

Karikaturist Franz Eder stellt in Vaterstetten aus

Vor seiner spitzen Feder ist niemand sicher

Ob Lokalpolitiker, Kardinal Reinhard Marx, Ministerpräsident Markus Söder oder US-Präsident Donald Trump: Vor Franz Eders spitzer Feder ist keiner sicher.

Vaterstetten –  „Die Karikaturen sind mein Weg, mich zur Politik zu äußern“, meint der Künstler, der in Neukeferloh an der Grenze zu Vaterstetten lebt und sich beiden Gemeinden verbunden fühlt. Daher gehören die Bürgermeister Klaus Korneder und Georg Reitsberger auch zu seinen liebsten Motiven: „Da kann ich immer wieder neue Facetten reinbringen.“

Franz Eders Karikaturen wurden in mehr als 150 Zeitungen, über 100 Büchern und Kalendern abgedruckt. Sie erschienen auch auf Weinetiketten, Speisekarten, Schallplatten, T-Shirts und Wahlplakaten. Zudem machte er sich einen Namen als Schnellzeichner: „Für Männer brauche ich fünf Minuten, für Frauen sieben“, verrät er. 

Sein Strich ist eher hart und männlich

Beim Zeichnen sei sein Strich eher hart und männlich, deshalb nehme er sich für Frauen bewusst mehr Zeit, damit der Strich weicher und weiblicher werde. Für Portraits brauche er etwa vier Tage: „Die erste Skizze lege ich erstmal weg und schaue sie mir später mit Abstand nochmal an“, erklärt der Künstler. Dann sei seine Frau Elisabeth die erste, die die Skizzen zu sehen bekommt: „Wir sind nicht nur seit über 50 Jahren verheiratet, sondern auch ein gutes Team. Ihre Kritik ist ehrlich.“

Beim Zeichnen macht Eder keinen Unterschied zwischen Lokal- und Weltpolitik, er greift Themen wie Klimawandel genauso auf wie den Brandschutz in den Rathäusern.

Keine Unterschrift von Trump

Von Donald Trump hat er gleich zwei Portraits gefertigt: „Das erste entstand während des Wahlkampfs und bekam viel Beachtung in den deutschen Medien, in den USA hingegen wurde es nicht gezeigt. Mir wurde erklärt, es sei besser, wenn Trump das Bild nicht zu Gesicht bekäme, da man nicht wisse, wie er darauf reagiert.“ Nach Trumps Wahl zum US-Präsidenten malte Eder ein zweites Bild. Und weil ihn Trumps Reaktion interessierte, schickte er das Portrait gleich in dreifacher Ausführung direkt ans Weiße Haus, mit der Bitte, ihm ein Exemplar signiert zurückzuschicken. Nach einiger Zeit erhielt er tatsächlich einen Umschlag vom Weißen Haus. Darin lagen seine drei Bilder, kommentarlos, ohne Unterschrift und ohne Begleitschreiben. „Wahrscheinlich passte Trumps Unterschrift nicht auf das DIN A4-Blatt“, vermutet Eder.

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Ganz anders reagierte Markus Söder auf das Bild, das ihn als „Mister Bavaria“ zeigt. Er antwortete Eder persönlich und schrieb: „Man ist erst wirklich im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten angekommen, wenn man von Ihnen karikiert worden ist.“ Eders Karikaturen sind noch bis zum 12. Juli in einer Ausstellung im Vater-stettener Rathaus zu sehen, die zu den normalen Öffnungszeiten (Montag bis Freitag 8-12 Uhr, donnerstags auch 14-18 Uhr) zugänglich ist. Wer sich selbst einmal karikieren lassen will, hat dazu am 20. Juli beim Vaterstettener Straßenfest Gelegenheit: Zwischen 15 und 17 Uhr wird Eder dort als Schnellzeichner tätig sein. Pro Portrait bittet er um einen Mindestpreis von zehn Euro, der gesamte Erlös kommt dem Altenhilfewerk Vaterstetten zugute.

Susanne Edelmann

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