Albrecht Herold hat einen eigenen Fuhrpark – und er fährt gerne Auto. Davon könnten ältere Menschen in der Gemeinde Vaterstetten bald profitieren. Foto: Stefan Rossmann

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Vaterstetten - Albrecht Herold ist 81 Jahre alt, steckt voller Energie und will jetzt das Bus-Problem in Vaterstetten anpacken. Er möchte einen Fahrdienst auf die Beine stellen.

Der Pensionär bietet an, völlig kostenlos beispielsweise ältere Bürger in der Gemeinde zum Arzt oder zum Einkaufen zu bringen, wenn das mit öffentlichen Verkehrsmittel nicht oder nur sehr umständlich möglich sein sollte. „Ich stelle das Auto, fahre und zahle auch den Sprit“, erklärt er gegenüber der Ebersberger Zeitung. „Wenn es sein muss, und der Bedarf da ist, habe ich auch noch ein zweites Fahrzeug, das ich zur Verfügung stellen könnte. Und einen Fahrer dafür hätte ich auch.“

Mit diesem Vorschlag wandte sich der ehemalige Ingenieur vor Weihnachten an die Gemeinde Vaterstetten, stieß auf Zustimmung. Und das war es dann. Seitdem hat er von den Verantwortlichen nichts Konkretes mehr

gehört. Herold fühlt sich ausgebremst. Aus dem Rathaus gibt es nun aber zumindest ein Gesprächsangebot.

Buslinienführung in der Kritik

Auslöser war für den Vaterstettener die Berichterstattung der Ebersberger Zeitung Ende vergangenen Jahres. Die Gemeinde hatte für veränderte Linienführung der Busse im Gemeindegebiet und das Streichen von Haltestellen viel Kritik einstecken müssen, die vor allem von älteren Gemeindebürgern kam (wir berichteten).

Herold wandte sich an Gemeinderat Josef Mittermeier, der sich intensiv mit dem ÖPNV in der Gemeinde beschäftigt hatte. „Er fand meinen Vorschlag sehr gut“, erzählt Herold. Mittermeier habe ihm jedoch gesagt, er sei nicht zuständig und auf Bürgermeister Georg Reitsberger beziehungsweise die Verwaltung im Rathaus verwiesen. Der Bürgermeister habe seinen Vorschlag auch positiv aufgenommen. Dann jedoch sei das „aber“ gekommen. Da müsste man zuerst mit der Versicherung reden, habe der Bürgermeister gesagt. Herold konterte: „Das Auto ist versichert und wenn ich selbst fahre, dann kann ich mitnehmen, wen ich will.“ Reitsberger müsse nur mit seiner Verwaltung reden und beispielsweise an den bisherigen Haltepunkte der Busse Zettel aufhängen, die auf das neue Angebot hinwiesen. „Aber selbst das ist wohl von einer verknöcherten Verwaltung zu viel verlangt.“

Gemeinde zögert

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Vaterstetten sprach Herold dann Michael Niebler an, Fraktionsvorsitzender der CSU im Gemeinderat. Der habe ihm seine Unterstützung zugesichert. Viel ist offenbar auch daraus nicht geworden. „Niebler rief mich an und riet mir, mich schriftlich an den Bürgermeister zu wenden. Das habe ich auch getan.“

Die Gemeinde hat auf die Proteste aus der Bevölkerung inzwischen reagiert und die Routenführung verbessert. Das nach dem Fahrplanwechsel zunächst abgehängte Seniorenheim St. Korbinian wird wieder angefahren.

Für Herold jedoch kein Grund, seine Bemühungen einzustellen. Da gebe es beispielsweise auch noch das Rossinizentrum, erklärt er. Dort lebten viele ältere Leute. Man könnte ja auch einmal den Bedarf ermitteln, so sein Vorschlag. Und das Argument, eine Busanbindung sei dort wegen der Einbahnstraßenregelung nicht möglich, hält Herold für „Schmarrn“. Früher sei der Bus dort doch auch gefahren. Schulbusse seien heute noch auf der dortigen Straße unterwegs. Der Vaterstettener Pensionär hofft nun auf eine positive Antwort aus dem Rathaus und auf Unterstützung aus der Bevölkerung für seine Idee.

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