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Erheiterung beim Publikum: Der Saal des Altschütz war voll besetzt, auch die „Tribüne“. Zudem gab es eine Live-Übertragung im Internet.

Doppelbewerbung um Bürgermeisterkandidatur prägt CSU-Veranstaltung

Lustiger Vorwahlkampf am Aschermittwoch

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Wer hat soviel Humor, dass er in Vaterstetten Bürgermeister werden will? Darum ging es beim politischen Aschermittwoch der CSU.

Gewohnt wortgewaltig: Michael Niebler.

Vaterstetten – Es war auch ein bisschen Castingshow beim politischen Aschermittwoch der CSU, nach dem Motto: Wer wird Bürgermeisterkandidat der Christsozialen für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr? Denn schließlich gibt es zwei Bewerber: Leo Spitzauer mit dem Parteistallgeruch schon aus der Jungen Union, und Robert Winkler, dem Quereinsteiger. Sie durften sich nun mit launigen Grußworten im bis auf dem letzten Platz gefüllten Altschütz vorstellen. Dabei musste aber auch Hauptredner Michael Niebler, Fraktionschef der Christsozialen im Gemeinderat, einiges einstecken. Es war seine 20. Veranstaltung.

Nie Scheu vor Menschen

Winkler riet seinem Mitbewerber, er soll sich warm anziehen. Denn sollte Spitzauer Bürgermeister werden, würde ihn wohl Niebler die nächsten 20 Jahre durch den Kakao ziehen. Winkler wies darauf hin, dass der politische Aschermittwoch heuer 100sten Geburstag feiere. Die offiziell erste Veranstaltung wurden 1919 vom „Bayerischen Bauernbund“ organisiert. Das sei aber eine gegen den Adel eingestellte und antiklerikale Organisation gewesen. „Deshalb sollte man nie Scheu haben, vor Menschen, sie aus einer anderen Ecke kommen.“ Hintergrund: Winkler war einst als Unabhängiger Fraktionssprecher der Grünen im Vaterstettener Gemeinderat. Jetzt will er über die CSU kandieren, wirbt dabei aber auch um Unterstützung von anderen Parteien. 

Integration in Bayern

Robert Winkler, der Quereinsteiger.

Spitzauer hakte hier ein. In Bayern bekomme man die Integration am Besten hin. Dafür sei die CSU der Garant. Für die Kommunalwahl den politischen Mitbewerber aber „bei uns im Ortsverband integrieren zu wollen“, das gehe zu weit. Spitzauer zeigte aber auch Bedauern für seinen Mitbewerber. Als Bürgermeisterkandidat habe man teilweise unangenehme Termine. Winkler sei nämlich auf die Jahreshauptversammlung der Grünen eingeladen gewesen. „Ich hoffe der heutige Termin bereitet dir mehr Spaß.“

Eine bekloppte Idee

Niebler beschäftigte sich in seiner Rede mit den beiden Kandidaten. Er erinnerte daran, dass er und Winkler gemeinsam das Gymnasium Vaterstetten besucht hätten. „Er war immer schlauer als ich.“ Das müsse sich aber in den vergangenen Jahren geändert haben, denn sonst würde er jetzt nicht Bürgermeister von Vaterstetten werden wollen. „Auf so eine bekloppte Idee würde ich nie kommen“, so Niebler.

„Wir schaffen das“

Leo Spitzauer mit CSU-Stallgeruch.

Spitzauer ist umweltpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. Auf die Frage Nieblers, was er denn persönlich konkret für die Umwelt tue, habe dieser geantwortet: „Ich fahre oft und gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und ich werfe niemals meine Fahrkarte weg, ich benutze sie mehrfach.“ Außerdem soll Spitzauer angesichts umfangreichen Speisen-Bestellungen in einem örtlichen Fastfood-Restaurant schon mal den Merkel-Spruch „Wir schaffen das“ benutzt haben, obwohl ihm nachgesagt wird, dass die Kanzlerin auf seiner Beliebtheitsskala nicht gerade weit oben steht.

Defizite bei Landrat Niedergesäß

Einen bildungspolitischen Anspruch wollte Niebler in seiner Rede ebenfalls sehen, vor allem in Bezug auf Geografie. Denn hier meinte er bei Landrat Robert Niedergesäß Defizite zu erkennen. Und so wurde das Wissen des Landrats, immer wenn es während der Rede beispielsweise um Inseln ging, anhand von Karten überprüft. Dem Publikum gefiel es. Es gab viel Applaus. Ein Sieger des Quasi-Castings der Kandidaten wurde übrigens nicht gekürt.

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