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Für dieses Haus in der Vaterstettener Bahnhofsstraße wurde ein Antrag auf Nutz ungsänderung gestellt. Dabei kamen nicht gehehmigte Umbauten ans Tageslicht, die jetzt für Ärger sorgen. 

Mit neuem Antrag aufgeflogen

Hausbesitzer mit dreister Aktion - nun fehlen Stellplätze

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Ein Antrag auf Nutzungsänderung eines Gebäudes in der Bahnhofstraße in Vaterstetten (Landkreis Ebersberg) hatte Prüfungen ausgelöst – mit erheblichen Folgen.

Vaterstetten - „Wir waren erschrocken“, sagte Vaterstettens Bauamtsleiterin Brigitte Littke im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats. Ein Antrag auf Nutzungsänderung eines Gebäudes in der Bahnhofstraße hatte Prüfungen ausgelöst – mit erheblichen Folgen. Zunächst wird nun die Bauaufsicht einschreiten. Und auch Bußgelder könnten verhängt werden.

Arztpraxis, Tanzstudio, Physiotherapie und Wohnungen. Das Gebäude in der Bahnhofstraße in Vaterstetten ist intensiv genutzt. Jetzt sollten zusätzlich Räume im Keller für die Arztpraxis mehr Platz bringen. So steht es im Antrag. Bei einer Prüfung durch das Bauamt fiel aber auf, dass die Nutzung des Gebäudes in der Vergangenheit teilweise ohne Genehmigung geändert wurde.

Vaterstetten: Hausbesitzer macht aus Stellplätzen einfach Gärten

„Wir haben alte Bauakten aus dem Keller geholt und ausgewertet“, sagte Littke. Zudem sei die zulässige Fläche für das Gewerbe nach und nach reduziert worden, während insgesamt weitere fünf Wohneinheiten entstanden seien. Ein zusätzliches Problem: Für all diese Nutzungen können auf dem Grundstück nicht ausreichend Stellplätze nachgewiesen werden. Zudem wurden früher vorhandene Parkplätze sogar zu Gartenflächen für Wohnungen umgestaltet. Damit fielen nicht nur Stellplätze weg. Eine früher bestehende Art Einbahnstraße rund um das Haus, um zu den Parkplätzen zu kommen, gab es danach nicht mehr, weil sie durch die Gärten blockiert wurde. Laut Bauamt seien 35 Stellplätze notwendig, tatsächlich vorhanden seien nur 22.

Der Grundstückseigentümer beauftragte ein Architekturbüro, um das Problem zu lösen. Der Vorschlag: 29 Plätze nachweisen und die fehlenden Plätze durch eine Zahlung von 7000 Euro pro Platz ablösen – heißt freikaufen. Diese Option ist möglich, jedoch ein freiwilliges Entgegenkommen der Gemeinde, auf die sich der Eigentümer nicht berufen kann.

Bei den Gemeinderäten kam der Vorschlag jedoch gar nicht gut an. „Von einer Ablöse halte ich nichts“, sagte Manfred Schmidt (FBU/AfD). Die bringe keinen Stellplatz. Die Straßen seien zugeparkt. Das Geld gehe im Haushalt unter. Herbert Uhl (Freie Wähler) sah die seit Jahren nicht geänderte Ablösezahlung grundsätzlich als „lächerlich“, angesichts der heutigen Baupreise. Die vom Architekten vorgeschlagenen Stellplätze beurteilte er als teilweise nicht nutzbar. „Ich habe mir das vor Ort angeschaut.“ Zudem kritisierte er, dass die letzte Grünfläche vor dem Haus verschwinden soll, um Parkplätze zu schaffen. Er habe kein Verständnis dafür, das Verhalten des Eigentümers zu tolerieren, sagte Uhl. 

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Stadtrat unzufrieden: „Wir verkaufen uns selbst“

Albert Wirth (CSU) meinte in Bezug auf eine Ablösezahlung: „Die lachen doch über das Geld. Und wir verkaufen uns selbst.“ Sein Fraktionskollege Benedikt Weber betonte: „In der Bahnhofstraße ist sowieso eine beengte Parksituation. Wir schaffen uns einen Präzedenzfall.“ Stefan Ruoff (Grüne) brachte es auf den Punkt. Dem Eigentümer gehe es um Gewinnmaximierung. „Ich sehe nicht ein, das nachträglich zu genehmigen.“ Renate Will (FDP) sprach von einer verfahrenen Situation. Auf dem Gelände sei bei Besuchen kein Parkplatz zu finden. Auch Will sprach sich gegen eine Ablöse aus.

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Die Ausschussmitglieder lehnten den Vorschlag ab. Laut Littke werde nun die Bauaufsicht einschreiten und weitere Optionen erwägen. Zunächst würden die Gärten geprüft. Auch ein Rückbau von Wohnungen könnte gefordert werden. Die Bauamtsleiterin wies jedoch darauf hin, dass es Verträge mit Mietern gebe. In Bezug auf Bußgeld für den Eigentümer sei man „schon dran“.

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