Energiewende fest im Blick

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Vaterstetten - „Wenn wir das jetzt ablehnen, müssen wir in der Zeitung lesen: Vaterstetten verabschiedet sich von der Energiewende.“

Die Position von SPD-Gemeinderat Josef Mittermeier war deutlich. Zur Negativschlagzeile wird es jedoch nicht kommen. Das Gemeindeparlament beschloss mit deutlicher Mehrheit, auf dem Dach des neuen Schulhauses eine Fotovoltaik-Anlage zu installieren. Der Anstoß dazu war im Mai von den Sozialdemokraten gekommen. Das Dach hat eine Fläche von rund 2300 Quadratmetern. In einem Gesamtpaket soll zudem das Dach des Umkleidebereichs für eine zukünftige Nutzung für regenerative Energien vorbereitet werden. Und das Dach der Turnhalle soll statisch durch zusätzliche Träger soweit ertüchtigt werden, um eine Solaranlage installieren zu können. Falls diese nicht gebaut werden sollte, wäre eine Nutzung als Gründach möglich.

Zudem soll es in der neuen Schule nun doch eine Fußbodenheizung geben. In Bezug auf den späteren Einsatz regenerativer Energien bietet diese Variante den Vorteil einer niedrigen Vorlauftemperatur, so die Position des Bauamts. Die Fußbodenheizung war bereits einmal geplant gewesen, wurde jedoch im Zuge der Sparmaßnahmen gestrichen. „Jetzt tut es uns leid“, so Ralf Schloemilch vom Bauamt in der Sitzung.

Bei der Fotovoltaik-Anlage wird eine Nennleistung von 99 kwp angestrebt. Das liegt auch an Vorgaben des EEG. Um den Anteil des Eigenverbrauchs zu erhöhen, ist der Einbau eines Stromspeichers vorgesehen. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 355 000 Euro und soll sich innerhalb von 14 Jahren rechnen. Wenn der Strompreis in den kommenden Jahren stärker ansteigt, amortisiert sich die Anlage auch früher.

Weniger zuversichtlich in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit ist das beauftragte Ingenieurbüro bei der Solarthermie, also Wärme aus Sonnenenergie. Die Energiekosten durch eine Anlage auf dem Turnhallendach seien höher als wenn man die Wärme vom BHKW im Verbund der Nahwärmeversorgung der Gemeindewerke abnehme. Nach Einschätzung der Energiewende Vaterstetten würde sich eine Anlage auf dem Hallendach jedoch innerhalb von zehn Jahren rechnen. Ein Faktor spielte in der Diskussion auch eine Rolle, nämlich das geplante Wärmenetz der Gemeindewerke. Diese sollen die neue Schule mit Wärme versorgen. Welche Auswirkungen hat es aber dann, wenn die Schule ihre Wärme ganz oder teilweise selbst erzeugen kann? „Die Auslastung des Kommunalunternehmens kann kein Faktor sein für die Wirtschaftlichkeit der Solarthermie“, so Gemeinderat Herbert Uhl (FW). Die Solarthermie wurde zumindest diesmal nicht beschlossen.

Insgesamt werden die Kosten für die nun abgesegneten Maßnahmen mit rund 500 000 Euro veranschlagt. Damit erhöhen sich der geplante Aufwand für das Gesamtprojekt der neuen Schule am Freizeitgelände auf rund 39,7 Millionen Euro.

Von Robert Langer

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