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Die Preisträger freuten sich über die Anerkennung in Form einer Urkunde – und eines großen Lobes bei der Jahreshauptversammlung.

Gartenbauverein Vaterstetten zeichnet Gartenfreunde aus

Plädoyer für naturnahe Paradiese und ein gemütliches Bier

Mehr Natur im Garten: Dazu rief Gerhard Schaffelhofer, der zweite Vorsitzende des Gartenbauvereins Vaterstetten, bei der jüngsten Versammlung auf.

Vaterstetten – „In der Gemeinde gibt es viele schöne Gärten, von denen ebenfalls viele in den vergangenen Jahren ausgezeichnet wurden“, so Schaffelhofer. Er zeigte ein paar eindrucksvolle Beispiele als „Appetitanreger“. „Sie haben die schönsten Gärten sonst wären Sie nicht hier!“, ruft er den Preisträgern zu.

Stammtische mit Fachvortrag

Geduld und Ruhe, so Schaffelhofer, seien die wichtigsten Tugenden für einen Garten in dem alle Sinne angesprochen werden. „Sie müssen sich in ihrem Garten wohlfühlen!“ Anregungen für einen blühenden Garten bietet der Gartenbauverein, zum Beispiel durch die Stammtische an jedem letzten Montag des Monats in der Landlust, mit jeweils einem Fachvortrag.

Auch auf der Homepage des Gartenbauvereins www.gbv-vaterstetten.de könne man sich über die aktuellen Aktivitäten des Vereins informieren.

Mehr Schmetterlinge in der Großstadt

Nach einer kurzen musikalischen Einlage der Musikgruppe Moser-Lorenz geht Schaffelhofer auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ein. Diese Initiative sei notwendig. Er habe nichts gegen die Landwirte, doch jeder möge selber darüber nachdenken, warum es in einer Großstadt mehr Schmetterlinge gebe als auf dem Land. „Die Landwirte müssen unbedingt ins Boot geholt werden, denn ohne ihre Mithilfe geht es noch weiter bergab mit der Vielfalt, und natürlich müssen sie finanzielle Ausgleiche gekommen, wenn sie durch Vorschriften Nachteile erhalten“, fordert der zweite Vorstand.

Mehr Blühwiesen müssen her

Die wichtigsten Dinge des Volksbegehrens würden, mit Abwandlungen, Gesetzestext. Schaffelhofer erinnert daran, dass sich das Land Bayern und auch ein früherer Vaterstettener Bürgermeister bereits vor Jahrzehnten um einen Biotopverbund bemüht hätten. Somit sei dies gleichermaßen Geschichte und Ziel. Doch auch in der Ausbildung der Landwirte sowie in den Schulen müsse ein Bewusstsein für die ökologischen Zusammenhänge geschaffen, die Ökolandwirtschaft gestärkt, mehr Blühwiesen geschaffen werden auch wenn Letztere für die Landwirtschaft nicht so effizient seien wie das „nackte Gras“.

Zu viele geschleckte Gärten

Es gebe auch zu viele geschleckte Gärten, die mit Mährobotern gepflegt, in denen gedüngt und vernichtet werde. „Lassen Sie die Gärten gezielt ein wenig verwildern“, sagt er und weist auf die Zertifizierung des Landesverbands der Gartenbauvereine hin: „Bayern blüht, Naturgarten“.

Zum Zertifikat gehören unter anderem der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, der Verzicht auf chemisch synthetische Dünger, der Verzicht auf Torf, jedoch eine hohe ökologische Vielfalt. Dafür gebe es „Lachgesichter“ für ein „Wildes Eck“, die Zulassung von Wildkräutern, Vielfalt der Lebensräume, blühende Stauden, Bienennahrung und Insektennahrungspflanzen, gebietstypische Sträucher und Bäume.“ Der perfekte Rasen sei ein Dogma der Reklame, sagt Schaffelhofer. Man brauche ihn für Kinder und als begehbare Fläche, doch dann dürfe er auch Gänseblümchen enthalten. Giersch, Spitzwegerich und Löwenzahn seien nicht nur ein Ärgernis, man könne sie auch essen. Der 2. Vorsitzende zitiert aus dem Buch „Kräuterwastels Weg“ von Sebastian Viellechner: „Vom Löwenzahn kann man alles von der Wurzel bis zu Blüte verwenden“.

Freuen sie sich über das erste Gartenbier

„Ärgern Sie sich nicht über das erste Unkraut, sondern freuen Sie sich über das erste Gartenbier im Freien, Bienchen summen drum herum“, schließt Gerhard Schaffelhofer seinen Vortrag ab.

Der erste Vorsitzende, Franz Bichlmeier, weist darauf hin, dass die Landwirte aufgrund einer Initiative des Landkreises Ebersberg 16 Kilometer Blühstreifen in einer Breite von drei Metern angelegt haben. „Eine tolle Leistung!“. Er dankt den fleißigen Gartenbesitzern mit ihren vielseitig ökologischen Gärten ihren Beitrag zur Vielfalt geleistet haben: „Wie soll man sonst andere überzeugen!“

VON WOLFRAM FRANKE

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