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Vaterstettener Abiturient spricht auf UN-Konferenz für Deutschlands Jugend über Klimaschutz

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Von: Raffael Scherer

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Joshua Steib sitzt mit Laptop am Tisch auf dem Balkon im Garten.
Daheim im Garten kommen ihm die besten Ideen: Joshua Steib (18) spricht diese Woche als deutscher Vertreter auf einer Jugend-Konferenz der Vereinten Nationen in Mailand über Klimaschutz. © Raffael Scherer

Joshua Steib, Abiturient am Gymnasium Vaterstetten, ist UN-Jugend-Delegierter für Deutschland. In Mailand trägt er die Forderungen der Jugend vor.

Vaterstetten – Am liebsten sitzt Joshua Steib bei seiner Arbeit draußen auf der heimischen Terrasse. Umringt von Büschen, Pflanzen und Wiese, den Laptop vor sich ausgebreitet, nimmt er einen Schluck Kaffee. Gerade überarbeitet er seine Vorschläge zur Förderung des weltweiten Klimaschutzes. Die soll er diese Woche bei einer Klimakonferenz – organisiert von den Vereinten Nationen (UN) in Mailand – als Repräsentant für Deutschland möglichst konkret vortragen.

Dabei ist Steib gerade einmal 18 Jahre alt und hat kürzlich erst das Gymnasium in Vaterstetten erfolgreich abgeschlossen. „UN-Jugenddelegierter“ nennt sich der Status des Grasbrunners. Er ist einer der zwei deutschen Vertreter, von den über 380 ausgewählten Jugendlichen weltweit, die erstmals der UN ihre Klimaschutzpläne präsentieren dürfen.

Vaterstettener Abiturient wurde aus über 8600 Bewerbern ausgewählt

Neu ausgeschrieben war diese Stelle von der „UN Youth Envoy“. welche sich auf Jugendarbeit konzentriert. Zusammen mit dem italienischen und dem englischen Jugendministerium wählte es den Abiturienten aus über 8600 Bewerbern aus, erzählt er. In Mailand sind die Jugenddelegierten dann in Vierergruppen, bauen ihre jeweiligen Ideen aus und legen sie dann schließlich möglichst konkret den Vereinten Nationen vor: Nicht nur in Italien, sondern auch bei der Klimakonferenz COP 26 in Glasgow, Schottland. Zeit, zu zeigen, welche Klimaschutzmaßnahmen die Jugend fordert.

Erste Gespräche über ihre Schwerpunkte hat die Gruppe schon geführt: „Ich hätte zum Beispiel die Themen Sport und Kultur niemals mit Klimaschutz in Verbindung gebracht“, erinnert sich Steib. Aber recycelte Fußballtrikots oder die Vielfliegerei der Profisportler reduzieren findet er interessante Ansätze. „Der ’Earth Song’ von Michael Jackson handelt etwa von Umweltzerstörung, aber in den letzten zehn Jahren gab es kaum ein Lied zu dem Thema, das im Radio gespielt wurde“, fand er in den Gesprächen mit seinen Kollegen heraus.

Jugend erhofft sich „Das wird jetzt umgesetzt“- statt „Wär schön, wenns klappt“-Mentalität von der UN

Steib dagegen setzt sich unter anderem für einen internationalen CO2-Zertifikatehandel ein: „Das ist das geeignetste Instrument, weil es gleichzeitig das planbarste und kostengünstigste ist“, sagt er. Die ganze Gruppe malt sich aus, dass auf ihre Vorschläge auch Taten folgen: „Die westlichen Staaten sollten nicht nur mit einer ,Wär schon schön wenns klappt’-Mentalität rangehen, sondern mit einer ,Das wird jetzt umgesetzt’-Mentalität. Das wäre meine größte Hoffnung“, sagt Steib.

Aber auch das Thema umweltfreundliche Ernährung möchte er weiter vorantreiben – in Deutschland und auf der ganzen Welt. So veranschaulicht er seit zwei Jahren seinen Zuhörern immer wieder, dass dank zahlreicher Alternativen vegane Ernährung für ihn kaum Verzicht bedeute – Und auch noch einen wesentlichen Teil zum Klimaschutz leiste. Denn allein das durch Kühe ausgestoßene Methan mache bereits rund ein Drittel der Treibhausgase aus, erklärt er.

Joshua Steib wünscht sich niedrigere Besteuerung für vegane Ernährungsalternativen

Da wäre es doch nur logisch, wenn vegane Alternativen nicht höher besteuert werden als konventionelle Kuhmilch, sagt er und nimmt noch einen Schluck seines Kaffees mit Hafermilch: „Schmeckt gar nicht anders“, nickt er, lächelt, und macht sich weiter an die Arbeit.

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