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Gemeinsam Lösungen finden wollen die Organisatoren des ersten Münchner Klimacamps in Vaterstetten. 

Junge Leute wollen auf ein Problem aufmerksam machen

Klimacamp: Premiere in Vaterstetten

Zum ersten Mal wird in Vaterstetten ein sogenanntes Klimacamp stattfinden und zwar vom 5. bis zum 9. September.

Vaterstetten  Der Veranstalter, das Münchner Klimacamp Bündnis, freut sich schon auf zahlreiche Besucher.

In dem selbstorganisierten Camp wollen die Teilnehmer durch Workshops und Aktionen auf die drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen. Das Klimacamp begreift sich als Teil der neuen Klimagerechtigkeitsbewegung, die soziale und ökologische Antworten auf die Herausforderung des Klimawandels finden will.

Seit Oktober 2017 arbeitet eine Gruppe von ehrenamtlich Engagierten daran, das erste Münchner Klimacamp zu organisieren. Vom 5. bis 9. September 2018 ist es nun endlich soweit und zwar auf der Wiese an der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Vaterstetten.

Ziel des Klimacamps ist es, die Dringlichkeit für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sichtbar zu machen, sich zu vernetzen, gemeinsam in Aktion zu treten und Forderungen durch kreativen Protest in die Öffentlichkeit zu tragen. Das Camp wird selbstorganisiert sein, das heißt: Vom Aufbau über das tägliche Kochen bis hin zum Abbau wollen die Teilnehmer in dieser Zeit solidarisch, basisdemokratisch und herrschaftskritisch zusammenleben. Neben einem breitem Bildungsangebot mit selbstorganisierten Workshops bietet das Abendprogramm mit Podiumsdiskussion, Filmvorführung und Theaterprogramm reichlich Möglichkeiten, in die Themen rund um Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einzutauchen.

Abgerundet wird das Ganze durch den Aktionstag am Samstag, 8. September, der im Rahmen des „Rise for Climate“ stattfindet. Unter dem Motto „die Straßen gehören uns“ können sich die Teilnehmer an bereits angekündigten Aktionen anderer Gruppen in München beteiligen.

Das Münchner Klimacamp legt den Fokus dabei auf den Bereich Mobilität: Knapp ein Fünftel der deutschen Treibhausgasemissionen stammt aus dem Verkehrssektor. Es ist der einzige Sektor, in dem die Emissionen im Vergleich zu 1990 nicht zurückgegangen, sondern weiter angestiegen sind. Damit sei der Autoverkehr eine der Hauptursachen für die globale Klimakrise.

„Auf dem Klimacamp in der Autostadt München wollen wir über die Notwendigkeit des Ausstiegs aus der fossilen Automobilindustrie diskutieren und Visionen für eine klimafreundliche Mobilität sowie globale Klimagerechtigkeit entwerfen“, sagt Leonhard Martz vom Münchner Klimacamp Bündnis. Studien warnten immer wieder vor den gefährlichen Auswirkungen des Klimawandels. Zunehmende Wetterextreme, wie die Hitze der letzten Wochen, zeigten zudem, dass die Folgen der Klimaerhitzung real und bereits deutlich spürbar sind. Unzureichende Maßnahmen der Politik, Industrieinteressen und festgefahrene Konsumgewohnheiten verhindern jedoch bisher notwendige Schritte, um auf die Herausforderung der bevorstehenden Klimakatastrophe zu reagieren. Zeitgleich nehmen aber immer mehr Menschen den Klimawandel als ein drängendes Problem wahr. In den letzten Jahren haben sich deshalb Klimacamps als Orte der Vernetzung und Aktionen in Deutschland und Europa immer weiter etabliert. Eine Vorab-Anmeldung für das Klimacamp in Vaterstetten ist nicht nötig. Man kann jederzeit vorbeischauen, um für einen Abend, einen Tag oder den gesamten Zeitraum zu bleiben. Dabei ist es nur wichtig, sich im Infozelt vor Ort zu melden, damit die Küche die Anzahl an benötigten Mahlzeiten planen kann. Dringend gesucht werden außerdem noch helfende Hände für Auf- und Abbau.

Von Susanne Edelmann

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