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Nadeln und Gift in ausgelegten Fleischresten: Hundebesitzer loben 1000 Euro Belohnung aus

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Von: Josef Ametsbichler

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Ein Giftköder-Suchhund
Warnung vor ausgelegten Giftködern in mehreren Gemeinden im westlichen Landkreis. (Symbolbild) © picture alliance / dpa / Marcel Kusch

Eine Serie von mit Nadeln und möglicherweise Gift gespickten Fleischködern beunruhigt Hunde- und Katzenbesitzer vor allem im westlichen Landkreis Ebersberg. Die Polizei reagiert - und bittet um Mithilfe.

Update, 27. Januar: Zwölf Hundebesitzerfamilien aus Vaterstetten und Baldham haben eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter im Zusammenhang mit Giftködern im Raum Vaterstetten, Baldham und Ingelsberg führen. Sachdienliche Hinweise werden an die Polizei Poing erbeten, die über die Auslobung informiert wurde.

Erstbericht, 25. Januar:

Landkreis – Manchmal ist ein weggeworfener Rest Leberkässemmel nur ein weggeworfener Rest Leberkässemmel. Manchmal steckt aber auch böser Wille dahinter, wenn Fleischreste am Straßenrand verstreut sind. Seit einigen Wochen häufen sich Meldungen und Verdachtsfälle, was mit Nadeln oder Gift gespickten Tierködern angeht, in den westlichen Landkreisgemeinden Kirchseeon und Vaterstetten. Aus Zorneding teilte das Rathaus einen Verdachtsfall mit.

Zwei Köder-Funde am Wochenende

Am vergangenen Sonntag, 24. Januar, erreichten die Polizei gleich zwei Meldungen: In Vaterstetten fand eine Frau nahe dem Schulzentrum im Schnee ein Stück Salami, in dem Nadeln steckten. Aus Eglharting meldete sich eine Katzenbesitzerin bei der Ebersberger Inspektion, weil ihr Tier Wurststückchen gespickt mit Heftklammern gefressen habe. Einen Teil habe die Katze ausgespuckt, es sei aber laut Polizei noch unklar, ob das Tier operiert werden muss. Im Bereich seiner Dienststelle habe es sich um den einzigen Fall in der jüngeren Vergangenheit gehandelt, sagt Polizeichef Ulrich Milius.

Poinger Beamte lassen ausgelegtes Futter im Labor überprüfen

Sein Poinger Kollege Helmut Hintereder hat angesichts einer Fallhäufung in seinem Dienstbereich einen seiner Ermittler beauftragt, sich einen möglichen Zusammenhang der Fälle genauer anzuschauen. In Vaterstetten seien seine Beamten jüngst auf eine Mischung aus Schinken, Käse und Hundefutter aufmerksam gemacht worden. Das Laborergebnis, ob darin Gift war, steht laut dem Polizeichef noch aus.

Appell an Finder von möglichen Giftködern

Neben solchen Verdachtsfällen und eindeutigen Anschlagsversuchen mit Nadeln und Heftklammern gebe es aber auch immer wieder Meldungen, die „nicht sonderlich gehaltvoll“ seien, sagt Inspektionsleiter Hintereder. Oft fehle das Beweismaterial, die Melder berichteten dann, sie hätten es eingesammelt und vernichtet. Er appelliert daher an die Finder möglicher böswillig ausgelegter Tierköder, diese nicht aufzulesen, sondern sie direkt der Polizei mitzuteilen. 

„Wir sind auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt der Polizeichef. Zum Schutz der Hunde erinnert er an die vielerorts geltende Leinenpflicht und die Möglichkeit eines Maulkorbs als Fressschutz.

Erreichbar ist die Polizei Poing unter Tel. (08121) 99 17-0, die PI Ebersberg unter (08092) 82 68-0. Beide nehmen Hinweise zu den Vorfällen entgegen.

Alle Nachrichten aus dem Landkreis Ebersberg bei der Ebersberger Zeitung.

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