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Feierlich eingeweiht wurde am Sonntag das renovierte Gemeindezentrum der Petrikirche in Baldham. Anschließend fand ein kleiner Empfang statt.

Zuschuss zum Umbau des Gemeindezentrums Petri

Kommune „kauft“ sich bei Kirche ein

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Feierlich eingeweiht wurde am Sonntag das renovierte Gemeindezentrum der Petrikirche in Baldham – ein Fest für die Gläubigen. Dazu gab es von der politischen Gemeinde auch ein Geschenk - unter Vorbehalt

Baldham - Der Gemeinderat Vaterstetten stellte einen Zuschuss für die Umbaukosten in Höhe von 5000 Euro in Aussicht. Bedingung ist, dass die Kommune für gemeindliche Veranstaltungen die Räume nutzen darf. Die Entscheidung im Rat war jedoch umstritten.

Es ging bei der Sanierung um das undichte Dach, marode Fenster und den barrierefreien Zugang für alle. Rund 640 000 Euro hat das Projekt insgesamt gekostet. Ein Drittel zahlt die Landeskirche, ein Drittel das Dekanat, und ein Drittel muss die Gemeinde vor Ort selbst aufbringen. Deshalb stellte Pfarrer Stephan Opitz einen Antrag an die politische Gemeinde. Es geht um einen möglichen Anteil von rund 20 Prozent an der Finanzierungslücke, also an dem, was der Petrigemeinde nach Einbringen der Eigenmittel noch fehlt, nach Berechnung im Rathaus Vaterstetten etwa 5600 Euro.

Das sei jetzt im ersten Moment kein hoher Betrag, so Kämmerer Markus Porombka bei der Debatte im Gemeinderat. Jedoch habe die Kommune noch nie ein Gemeindezentrum gefördert. Es wäre hier ein Präzedenzfall. Grundsätzlich sei der Zuschuss eine freiwillige Leistung. „Das ist eine politische Entscheidung.“ Und dann kam ein Kompromissvorschlag in die Diskussion. Im Ältestenrat habe es die Anregung gegeben, den Zuschuss zu gewähren, jedoch mit der Auflage, dass die Gemeinde die Räume gegebenenfalls kostenlos nutzen dürfe. Dies bekräftigte CSU-Ratsherr Stefan Huber und schlug einen Betrag von 5000 Euro vor.

Grundsätzliche Ablehnung kam von Manfred Schmidt (FBU/AfD), der selbst regelmäßig die Petrikirche besucht. Er sei dagegen, „auch unter Inkaufnahme scheeler Blicke nach dem Gottesdienst“. Ein Kompromiss komme für ihn nicht in Frage. Es gehe ums Grundsätzliche. Man müsse auch die Wirkung auf andere Glaubensgemeinschaften bedenken, so sein Argument. Die könnten dann ebenfalls mit Forderungen kommen wegen der Gleichbehandlung.

Schmidt kritisierte die gute finanzielle Ausstattung der Kirchen durch den Freistaat und verwies darauf, dass es sich bei dem Zuschuss um eine freiwillige Leistung der Gemeinde handele. „Wenn wir nicht bei den Amtskirchen sparen, wo sollen wir denn sonst sparen.“

Unterstützung kam von Herbert Uhl (Freie Wähler). „Ich habe kein großes Verständnis für den Zuschuss.“

Die Mehrheit im Gremium sprach sich jedoch für die Zuwendung aus. „Die SPD ist schon der Meinung, dass wir das unterstützen sollten.“ Die Petrikirche mache viel für die Gemeinschaft und die Räume seien barrierefrei, wurde argumentiert.

Für die CSU erklärte Christl Mitterer: „Auch wir sehen, dass die Kirche sehr offen ist. Dort finden schöne Konzerte statt, oft nur auf Spendenbasis. Man muss wertschätzen, was dort gearbeitet und ehrenamtlich geleistet wird.“

Positive Reaktion ebenfalls bei den Grünen: „Wir stimmen dem Vorschlag zu. Nachdem wir in Vaterstetten kein Bürgerhaus haben, haben wir immer Mangel an Räumen.“

Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) betonte: „Das Haus ist ein Stück der lebendigen Gemeinde.“ Die Petrikirche biete allen Altersgruppen einen attraktiven Treffpunkt.

Sein persönlicher Referent Georg Kast ergänzte, der Gedanke mit dem Nutzungsrecht sei nicht neu. „Wir haben das in Parsdorf auch schon mal umgesetzt.“ Es gehe vielleicht um fünf Veranstaltungen pro Jahr. „Mehr kann man nicht machen.“ Der Kompromissvorschlag fand schließlich eine breite Mehrheit.

Pfarrer Opitz steht dieser Entwicklung durchaus positiv gegenüber. Die Petrigemeinde habe bei Raumanfragen schon bisher ein offenes Ohr gehabt. Ob man das Angebot der Kommune so annehme, könne er jedoch nicht alleine entscheiden. „Da muss ich erst unsere Gremien fragen.“

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