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Pläne und Ideen zur Verkehrsentlastung auf einen Blick. Einiges ist noch nicht einmal richtig andiskutiert. 

Gemeinden im Osten von München wollen bei Verkehrsplanung endlich vorankommen

Viele Striche in der Landschaft und eine Fata Morgana

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Dass die Straßen um München überlastet sind, merkt jeder, der am Morgen oder am Abend im Stau steht. Und es könnte noch viel schlimmer werden, da die Region weiter wächst

Vaterstetten –  Eine Reihe von Kommunen im Münchner Osten inklusive Stadtteile der Landeshauptstadt haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam in einer Arbeitsgruppe über Wachstum und Verkehr zu beraten.

In einem ersten Schritt haben die Fachbüros Dragomir Stadtplanung und Schlothauer und Wauer Daten für eine Übersichtsdarstellung zusammengetragen, aufgrund von bestehenden Untersuchungen, Planungen von Kommunen und statistischen Materialien. Erstellt wurde auch eine sogenannte SWOT-Analyse, eine Auflistung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Jetzt stand ein Zwischenbericht auf der Tagesordnung des Gemeinderates Vaterstetten.

Einiges bereitet Stirnrunzeln

„Wir sind weiterhin bemüht, dass wir vorwärts kommen“, so Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler). Auf Einzelheiten wurde seitens der Verwaltung zunächst nicht eingegangen. Die Gemeinderäte hatten jedoch eine umfangreiche Präsentation sowie das Protokoll des jüngsten Treffens erhalten. Darauf nahm SPD-Fraktionssprecher Josef Mittermeier Bezug. Es sein „eine Menge“ zusammengetragen worden, stellte er fest. Das sei „zum Teil sehr interessant“. Es stehe jedoch auch einiges drin, das bei ihm „Stirnrunzeln“ verursacht habe. Da sei die Rede von einer Verbindung von der Messe München zu einer „Fata Morgana“, einer neuen Trasse der B 471. Diese wäre eine Parallele zur oft überlasteten A 99. „Darüber wird diskutiert, obwohl man gar nichts weiß.“ Mittermeier erwähnte noch eine Reihe weiterer Projekte. Da müsse man zunächst „ausmisten“. Manfred Weber vom Bauamt Vaterstetten hielt dem entgegen, jede Gemeinde habe Verkehrsgutachten und Überlegungen eingebracht. Der Straßenausbau wird eine Menge Geld kosten.

„Äußerst unangenehm aufgefallen“

„Äußerst unangenehm aufgefallen“, sei ihm eine Verlängerung der Flughafentangente Ost nach Süden, also über die A 94 hinaus, setzte Mittermeier seine Kritik fort. Die Weiterführung werde aber von der Gemeinde Anzing ausgeschlossen. Zusätzlich sei jedoch eine Variante in der aktuellen Präsentation drin, die durch den Parsdorfer Hart geht, also ein Waldstück im Gemeindegebiet Vaterstetten. Eingezeichnet sei da „irgendeine gestrichelte Linie“. „Ich habe den Aufstand der Gemeinde Vaterstetten vermisst“, so Mittermeier. „Ich weiß auch nicht, woher der Vorschlag überhaupt kommt.“

Reaktion von Weber: „Das ist uns auch aufgefallen, aber es ist völlig utopisch. Ein anderer Bürgermeister hatte diese Idee, ich will aber keinen Namen nennen.“ Und Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU) ergänzte: „Es ist Beschlusslage bei uns, dass wir die Verlängerung der FTO ablehnen.“

„Es gibt keine Denkverbote“

Für einen Weiterbau der FTO sprach sich jedoch erneut Herbert Uhl (Freie Wähler) aus. Das hält Uhl nämlich für sinnvoller, als einen geplanten Ausbau der Straße von Wolfesing über Purfing bis Froschkern und Anzing. Alle Vorschläge ernsthaft zu prüfen und zu diskutieren wäre Aufgabe des Gemeinderates, so Uhl. „Ich kann jetzt nicht sagen, das lehnen wir ab, da brauchen wir zunächst einen Konsens hier.“ Bürgermeister Reitsberger, ebenfalls Freie Wähler, betonte: „Es gibt keine Denkverbote.“ „Das finde ich traurig“, so die Reaktion von Mittermeier zum Thema FTO. „Es wurde untersucht, ein Gutachter kam zu dem Schluss, es macht keinen Sinn.“

B 304 ist vollkommen überlastet

In einem waren sich Uhl und Mittermeier bei allen Differenzen jedoch einig. „Weil die B 304 vollkommen überlastet ist, könnte man dort ausbauen“, so Uhl. „Die B 304 zu ertüchtigen, das wäre der richtige Weg“, so Mittermeier. Ein vierstreifiger Ausbau der Bundesstraße bis zum östlichen Ortsrand steht als Forderung der Gemeinde Vaterstetten übrigens in der Liste der Präsentation der Arbeitsgruppe.

Was jedoch tatsächlich geplant und dann auch tatsächlich umgesetzt wird, ist noch offen. Sicher ist nur, dass sich viele Faktoren ständig ändern.

Lesen Sie dazu auch: Umbruch im Münchner Norden und Osten: Mega-Plan in Feldmoching - und was sich bei BMW tut.

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