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In den Kulissen des neuen Stücks: Vereinsvorsitzende und Regi sseurin Anni Drescher (l.), Schriftführerin und Schauspielerin Doris Fragner sowie auf dem Bildschirmbild Tanja Reith, die als Roswitha Algengrün, die Leiterin des Wellnesbades “Aqua-Fit”, auf der Bühne steht. 

Vaterstettener „Brettlbühne“ steckt schon mitten in den Proben fürs Frühjahrsstück

Internetwerbung für Sauna-Schönling

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Der Gasbrenner mit rotglühenden Strahlern heizt die große Garage der Familie Drescher in Baldham-Dorf auf. Draußen ist es kalt. Drinnen sind grüne Saunaliegen aufgestellt, daneben ein Regal mit Badetüchern in mint, grau und weiß. Einige Leute laufen zwischen Stellwänden hin und her, Schnellhefter mit Textseiten in der Hand.

Baldham-Dorf – Hier wird geprobt für die nächste Aufführung des Vaterstettener Theatervereins „Brettlbühne“, in diesem Frühling ein „heißes Stück“, „Der Sauna-Gigolo“. Acht Vorstellungen wird es geben.

Im Ortsgebiet hängen schon Plakate

Parallel läuft die Werbung für die Aufführungen im März (Premiere Freitag, 22. 3.). Plakate sind schon im Ortsgebiet aufgestellt. Die Internetseite der „Brettlbühne“ wird derzeit überarbeitet und modernisiert. Sie soll ab kommender Woche wieder erreichbar sein. Auf Facebook werden die Schauspieler und ihre Rollen kurz vorgestellt. Einzeln, in kurzen Abständen, wie richtige Stars, die sie ja auch sind. Spaß haben sie dabei auf jeden Fall. Und die Zuschauer können sich vorher schon mal informieren.

„Von nichts kommt nichts“

So läuft professionelles Marketing. „Von nichts kommt nichts“, sagt Regisseurin und Vereinsvorsitzende Anni Drescher. „Wer nicht wirbt, der stirbt.“ Und das gelte auch für einen Verein, der sich inzwischen einen guten Ruf erworben habe. „Ich selber mache das nicht im Internet. Ich kann es auch nicht. Das machen unsere Jungen.“

Live-Übertragung ist nicht geplant

Aber wann kommt der nächste Schritt? Wann kann man die Vorstellungen der Brettlbühne auch im Internet sehen, in voller Länge und möglichst auch noch in Live-Übertragung aus dem Saal der Post in Parsdorf? „Gar nicht“, sagt Doris Fragner, die die Facebook-Porträts auf ihrem Computer hat. Sie ist Schriftführerin im Verein und steht auch mit Leidenschaft auf der Bühne. Es gebe schon Video-Filme aus der Position hinter der Bühne. Da müsse man dann aber aufpassen, dass nicht jemand plötzlich beim Umziehen in Unterwäsche gefilmt werde. Eine Aufführung zu drehen sei noch schwieriger, auch wegen des Datenschutzproblems. Wenn da im Bild ein Zuschauer zu sehen sei, müsste man eigentlich vorher fragen, ob er gefilmt werden darf. Wenn die Kamera aber so aufgestellt werde, dass niemand aus dem Publikum zu erkennen sei, „dann kann nur einen Teil der Bühne aufs Bild bringen.“ Zudem wolle ja der Verein, dass das Publikum in den Saal komme, um das Theaterstück zu erleben. „Das geht auch mit einer Live-Übetragung nicht.“ Und außerdem wolle man doch nicht vorher alles verraten. Schließlich lädt der Verein zu mehreren Aufführungen ein. Und dann ist es auch noch ein finanzielles Problem. Für eine Livübetragung würde der Verlag, über den das Theaterstück läuft, zusätzlich Gebühren verlangen. „Das können wir uns nicht leisten.“ Die Vaterstettener Brettlbühne sponsert aber selbst Hilfsaktionen.

Es wird gnadenlos abgelästert

In diesem Frühjahr ist es ein Experiment. Im Gegensatz zum üblichen Repertoire aus der bayerischen Bühnentradition wird ein moderneres Stück von Andreas Wening auf die Bühne gebracht. Zum Inhalt: Theresa, Lisbeth und Ursel verbringen ihre Zeit in der Damensauna am liebsten damit, gnadenlos und gemein über die Geschehnisse und Einwohner der Gemeinde abzulästern, wobei sie sich gegenseitig auch nicht schonen. Saunameisterin Rita Raffke ist nicht nur von den drei Giftspritzen genervt, sondern auch von ihrem neuen Kollegen Sandro Kern, der mit Muskel-Shirt und Komplimenten ihr die weiblichen Massagekundinnen abspenstig macht. Als die drei Damen den Sauna-Schönling erblicken, beginnt zwischen ihnen ein erbitterter Kampf um seine Gunst, die selbst vor Schwimmärmchen-Sabotage und Sonnenbank-Manipulation keinen Halt macht. Die jeweiligen Ehemänner greifen ebenfalls ein. Es wird turbulent. Im vergangenen Jahr feierte die Brettlbühne einen großen Erfolg mit dem Stück „Der Habererbräu“. Ein Jahr zuvor ging es ums „Schippedupfen“.

Kartenvorverkauf für die aktuelle Vorstellung:

Papeterie Löntz, Baldham, Rossinizentrum, Telefon: (0 81 06) 67 69 und Anni Drescher, Baldham-Dorf, Telefon (01 76) 4 43 71 40.

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