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Fugen auf dem Baldhamer Marktplatz sind der Lebensraum von wildem Kraut.

Kampf dem unerwünschten Grün

Vaterstetten: Mit Hightech gegen Wildkraut

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Mit Higtech könnte den an Straßen und auf Plätzen wuchernden Wildkräutern in der Gemeinde Vaterstetten der Garaus gemacht werden.

Vaterstetten –  Den Mitgliedern des Umweltausschusses wurde jetzt ein Konzept mit einem Trägerfahrzeug und einem genau gesteuerten Heißwassergerät vorgestellt. Kosten: 220 000 Euro. 140 000 Euro für das Trägerfahrzeug, 80 000 Euro für das Zusatzgerät. Das Fahrzeug könnte aber auch für andere Einsätze verwendet werden, beispielsweise im Winter zum Schneeräumen auf den Gehwegen. Gekauft wird das Gerät noch nicht. Nun soll zunächst weiter getestet und nach Alternativen Ausschau gehalten werden.

„Das Kraut ist stark, der Mensch ist schwach.“ Bei Gerd Jansen, Chef des Bauhofs Vaterstetten, klang es im Umweltausschuss im Herbst 2016 nach Galgenhumor. Es ging um den pflanzlichen Wildwuchs in den Plattenfugen auf dem Baldhamer Marktplatz. Bürger hatten sich beschwert. Der Platz gehört zwar nicht der Gemeinde, vertraglich ist die Kommune aber für den Unterhalt zuständig. Es geht jedoch auch um das Kraut an den Straßen und Gehwegen. Vor allem die Wurzeln in den Straßenfugen können Schäden anrichten. Jansen erhielt damals den Auftrag, Lösungen zu finden.

Im Umweltausschuss stellte er nun verschiedene Möglichkeiten vor. „Gott sei Dank dürfen wir keine chemischen Mittel mehr anwenden.“ Die Gemeinde sei glyphosatfrei. Das Kraut könne mechanisch von Hand beseitigt werden. „Ein relativ hoher Aufwand“, erklärte der Bauhofleiter. Das sei die teuerste und gleichzeitig effektivste Methode. Der Krautbesen an der Kehrmaschine erfasse bei weitem nicht den gesamten Bewuchs. Auch nach mehreren Arbeitsgängen blieben Pflanzen stehen. Möglich sei, „mit Feuer ran zu gehen“, so Jansen. Er erwartet dabei aber vermehrte Einsätze der Feuerwehr. Zudem könnten bei dieser Methode die Abstandhalter der Platten auf dem Baldhamer Platz schmelzen.

Ausprobiert hat der Bauhof zudem eine Heißdampf-Maschine vom Nachbarn Feldkirchen. „Die macht einen Mordskrach“, erklärte Jansen, sei aber wenig effektiv. Nicht überzeugen konnte auch ein Verfahren, das sich Mitarbeiter des Bauhofes in Augsburg vorführen ließen. Eingesetzt wird dabei ein biologisch abbaubarer heißer Schaum aus Kartoffelstärke.

Zustimmung jedoch zu dem neuen Heißwasserverfahren. „Unser Ergebnis: Wenn überhaupt, dann dieses“, so Jansen. Sensoren erkennen die grünen Pflanzen und setzen dort zielgerichtet 90 Grad heißes Wasser ein. Dadurch wird weniger Wasser verbraucht. Im ersten Jahr muß jede Stelle fünf mal befahren werden, in bestimmten Zeitabständen. Bei rund 100 Straßenkilometern sei damit ein Mitarbeiter permanent im Einsatz, so Jansen.

Anmerkung von SPD-Gemeinderätin Maria Wirnitzer. „In anderen Kommunen machen das die Bürger, die auch die Kehr- und Räumpflicht haben.“ In Vaterstetten kümmert sich darum die Gemeinde. Gegenfinanziert wird das laut Rathaus durch eine höhere Grundsteuer.

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