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Einfrie dungen wie diese hohe Gabionen-Mauer sollen in der Gemeinde Vaterstetten künftig nicht mehr errichtet werden dürfen.

Neue Satzung im Gespräch

Vaterstetten setzt auf mehr Grün statt auf Gabionen

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Mit einer eigenen Satzung will Vaterstetten künftig unter anderem hohe Gabionen-Wände verhindern. Grundsätzlich soll es im Gemeindegebiet grüner werden.

Vaterstetten – „Unser Dorf soll schöner werden“, betonte Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) im Vaterstettener Bauausschuss. Wolfgang Kuhn, Leiter des Umweltamtes im Rathaus, sprach von einem „wichtigen politischen Signal“. Mit einer eigenen Satzung will die Gemeinde künftig unter anderem hohe Gabionen-Wände an Grundstücksgrenzen zur Straße verhindern. Grundsätzlich soll es im Gemeindegebiet grüner werden, um den Gartenstadt-Charakter der Kommune und das „charakteristische Ortsbild“ zu erhalten, wie Baumatsleiterin Brigitte Littke sagte. Die jetzt erstmals vorgestellten Regeln sind jedoch teilweise umstritten. Zunächst wird nun in den Fraktionen beraten. Eine endgültige Entscheidung soll wohl im November fallen.

Im Vorfeld hatte sich eine Arbeitsgruppe mit den Formulierungen einer „Freiflächen- und Gestaltungssatzung“ beschäftigt. Die Initiative dazu kam von der SPD. Die Gemeinde sei immer noch geprägt durch eine überdurchschnittliche Begrünung, so Gemeinderätin Maria Wirnitzer zur Begründung in der Ausschusssitzung. Aber das ändere sich, auch weil Baugrund oft maximal ausgeschöpft werde. In den Ortschaften seien noch eindeutig dörfliche Strukturen vorhanden. Die dortigen Bürger sollten sich aber nicht benachteiligt fühlen. Wichtig sei jetzt eine breite Rückendeckung des Gemeinderates für die Satzung, so Wirnitzer.

In der Sitzung präsentierte Littke eine Reihe von Negativbeispielen aus der Gemeinde und stellte zentrale Punkte des Vorschlags vor. Die Satzung soll im gesamten Gemeindegebiet gelten. Bestehende Fälle sind nicht betroffen, es geht nur um neue Vorhaben. Regeln soll es für Einfriedungen von Grundstücken zur Straßenseite geben, Grenzen zwischen Nachbarn sind nicht einbezogen. Die Einfriedungen müssen offen, licht- und luftdurchlässig sein. Als Materialien sind Holzlatten, Staketen, Metall- und Maschendrahtzäune möglich. Sie dürfen jedoch nur bis zu 1,80 Meter hoch sein, in den Dörfern nur 1,20 Meter. Mauern sind möglich, aber nur bis zu einer Höhe von 1,20 Metern, was im gesamten Gemeindegebiet gilt. Bei Zuwiderhandlungen drohen Bußgelder. Zudem soll es Regelungen zur Begrünung der Fassaden von Gewerbe- und Industriebauten, von Garagen sowie von Flachdächern geben. In den Ortschaften sollen übrigens Satteldächer vorgeschrieben werden.

Grundsätzlich wurde der Satzungsvorschlag im Ausschuss positiv aufgenommen. Es gab aber auch kritische Anmerkungen. So wies Herbert Uhl (Freie Wähler) auf das Spannungsfeld zwischen der Verhinderung von Auswüchsen und allzugroßer Gängelung hin. Bei der Einfriedung sei es ein Unterschied, ob man an einer viel befahrenen Ecke wohne oder in einer Seitenstraße. Man könne auch Abweichungen zulassen, meinte Littke. In der Wasserburger Straße gehe es beispielsweise auch um Lärmschutz.

Stefan Huber (CSU) mahnte an: Gegen zwei Meter hohe Gabionen oder Stahlwände müsse man etwas tun. Aber: „Was wollen wir den Bürgern eigentlich alles vorschreiben“ und sah sich damit „fast bei den Liberalen.“ Er habe beispielsweise ein Problem damit, in den Dörfern nur Satteldächer zuzulassen. „Ich weiß nicht, ob das nicht zu heftig ist.“ Huber erwartet jetzt „eine interessante Diskussion“. Aber im Grunde sei man sich einig.

Friederike Michael (Grüne) wollte wissen, wer später für die Durchsetzung der neuen Regelungen zuständig sei. Antwort von Littke: „Es nutzt nichts, so eine Satzung zu haben und dann nicht nachzuschauen.“ Es könne sein, „dass wir noch eine Stelle für einen Baukontrolleur fordern“, meinte sie.

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