Die Vaterstettener Skateanlage
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Problem-Ort: Am Skaterpark in Vaterstetten gab es Übergriffe gegen Jugendliche.

Gemeinde Vaterstetten prüft mögliche Videoüberwachung

Gefahren-Zone Skaterpark: „Ich würde meine Kinder momentan nicht allein dort hinschicken.“

  • Robert Langer
    VonRobert Langer
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Nachdem auf der Vaterstettener Skateanlage mehrere Jugendliche überfallen wurden, berät die Gemeinde nun über neue Sicherheitsmaßnahmen.

Vaterstetten – Bedrohte Kinder, besorgte Eltern. In der Gemeinde Vaterstetten gibt es Gewalt-Vorfälle an speziellen Örtlichkeiten. Alle geeigneten Maßnahmen, die die Sicherheit am Skaterplatz erhöhen, sollen geprüft werden. Auf diesen Kompromiss einigte sich der Gemeinderat Vaterstetten. Vorausgegangen war ein Antrag der örtlichen Freien Wähler, am Freizeitgelände Videoüberwachung einzurichten. Ausgeschlossen ist das nicht.

Die Freien Wähler begründeten ihren Vorstoß mit mehreren Vorfällen. „Bereits Anfang März haben wir das Anliegen der Eltern von bestohlenen Kindern weitergegeben“, so die Freien Wähler. Die bisherigen Maßnahmen der Polizei Poing hätten jedoch keine Früchte getragen, da diese „sicher personell überfordert ist“. Die Übergriffe hätten Anfang Juni ihren Höhepunkt erreicht, als ein Mädchen mit einem Messer bedroht und einem Buben der Scooter unter Androhung von Gewalt entwendet worden sei.

Skateanlage Vaterstetten: Freie Wähler wollen Videoüberwachung einführen

In einer Videoüberwachung sehen die Freien Wähler eine angemessene Maßnahme, um zukünftige Täter abzuschrecken und die Qualität des Skaterparks als Freizeiteinrichtung für Jugendliche zu erhalten, wie es im Antrag von Gemeinderätin Bianca Dusi-Färber und 3. Bürgermeister Roland Meier steht.

Im Gemeinderat herrschte jedoch Skepsis gegenüber dieser Lösung. „Sicherheit ist ein wichtiges Gut“, so Theresa Fauth (CSU). Sie glaube jedoch nicht, dass dabei eine Videoüberwachung zielführend sei. Mögliche Straftäter könnten auf die Kameras reagieren und sich außerhalb des Überwachungsbereichs aufhalten. Fraktionskollege Florian Pöhlmann betonte, es gehe um die richtige Herangehensweise. „Ich glaube, wir haben andere Mittel.“ Er vertraue auf die Jugendarbeit der Gemeinde, „obwohl ich der Meinung bin, dass da personell mehr möglich wäre“.

Skateanlage Vaterstetten: Gemeinderatsmitglied würde seine Kinder dort „nicht allein hinschicken“

Die Grundsatzfrage der Videoüberwachung könne man stundenlang diskutieren, erklärte Stefan Huber (CSU). Es dürfe in der Gemeinde keinen Platz geben, zu dem Kinder nicht gehen könnten. Zum Skaterpark meinte Huber: „Ich würde meine Kinder momentan nicht allein dort hinschicken.“

Anlagen zur Videoüberwachung könnten nicht so einfach installiert werden, gab Josef Mittermeier (SPD) zu Bedenken. Schließlich gebe es ja auch noch den Datenschutz. Und er erinnerte an die frühere Videoüberwachung der Wertstoffinseln in der Kommune. Die habe wenig gebracht und sei sehr teuer gewesen. Grundsätzlich gegen die Videoüberwachung ist Mittermeier jedoch nicht, „wenn die Voraussetzungen passen“, sagte er gegenüber der EZ.

Skateanlage Vaterstetten: Auch örtliche Sicherheitswacht wird in Betracht gezogen.

Renate Will (FDP) verwies ebenfalls auf den Datenschutz. Dem hielt Roland Meier (FW) entgegen, ein Bahnsteig würde ja auch ständig mit einer Kamera überwacht. Das müsse jedoch gekennzeichnet werden. Allein schon das Schild wirke als Abschreckung, so Meier.

Schließlich stimmten auch die Freien Wähler dem Kompromiss zu, nun sämtliche Möglichkeiten zu prüfen. Unter anderem geht es auch um die örtliche Sicherheitswacht.

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