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Muskelkraft war neben einem Kran notwendig, um den Stamm aus Bayern in Trogir abzuladen.

Trogir-Partnerschaft bringt Stamm zu Freunden

Vaterstettener Maibaum landet in Kroatien - per Spezialtransport

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„Ein bisschen einen Vogel musst du schon haben, um so etwas zu machen.“ Das sagt Bernd Fleischer (49) aus Baiern.

Vaterstetten/Trogir – Er hat jetzt ehrenamtlich einen bayerischen Maibaum auf einem Lkw-Auflieger in Vater-stettens Partnergemeinde Trogir in Kroatinen gebracht. Es waren 14 Stunden reine Fahrzeit. Über 900 Kilometer wurde das Symbol bayerischen Brauchtums nach Süden transportiert. „Auf der Strecke bei Pausen gab es einige Fragen von Autofahrern“, so Fleischer. Und natürlich richteten auch Brummifahrer auf der Strecke interessierte Blicke auf das Gefährt.

Exportstamm stiftete der Bürgermeister

Eigentlich ist der Export-Stamm im Vergleich zu den üblicherweise im Landkreis Ebersberg aufgestellten Bäumen mit 13 Metern ein Zwerg. Der Siegerbaum des Maibaumwettbewerbs der Ebersberger Zeitung misst in diesem Jahr nämlich 41,37 Meter und kommt aus Garkofen. Der Partnerschaftbaum, gestiftet von Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger und auch auf dessem Hof zwischengelagert, hätte auch größer sein können. „Das wäre aber schwierig und teuer geworden“, so Fleischer. Dann hätte der Transport nämlich Überlänge gehabt. Notwendig gewesen wären deshalb, um alles rechtskonform zu machen, zusätzliche Genehmigungen und ein offizielles Begleitfahrzeug. „Besser so, wie wir das gemacht haben“, so der Fahrer. Und die Freude in Trogir war groß. Bei der Ankunft drehte Fleischer mit dem Lkw samt Maibaum eine Ehrenrunde durch die Stadt.

Partnerschaftsverein macht Traum wahr

Hintergrund: Der Partnerschaftsverein Trogir mit Vaterstetten macht heuer den Traum wahr: Was bei der Maibaumwache in Vaterstetten vor fünf Jahren noch wie eine Schnapsidee klang – damals waren gerade Freunde aus Trogir zu Besuch – wurde zum zehnjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft tatsächlich Realität. Ursprünglich war angedacht, einen kroatischen Baum vor Ort in Trogir bayerisch zu bearbeiten. Dann aber kam Bernd Fleischer ins Spiel. Er ist Lkw-Fahrer, Disponent und Busfahrer. Seit Jahren schon fährt er Mitglieder der Partnerschaft zu Besuchen nach Trogir und ist seit Jahren auch Vereinsmitglied. Er hat beruflich Kontakte zu Holztransportfirmen. Das Unternehmen Otto Huber aus Brunnthal (Landkreis München) stellte einen Lkw mit speziellem Auflieger zur Verfügung. Jetzt bekommt die kroatische Küstenstadt also einen echten bayerischen Maibaum, im Freistaat gewachsen, gefällt und hier auch bearbeitet und geschmückt wurde. Die Spitze des Baumes ist eine Kopie der Spitze des Vaterstettener Maibaumes. Der Baum in Trogir wird künftig an der neu eröffneten Brücke zur Insel Ciovo als Wegmarke dienen, inklusive einer Infotafel, auf der in Kroatisch und Deutsch unter anderem über das bairische Brauchtum aufgeklärt wird. 

Aufgestellt wird traditionell

Aufgestellt wird das Prunkstück samt traditioneller Taferln am Baum am 26. April händisch und mit Schwaiberln. Eine Delegation aus Vaterstetten ist gerade in Trogir, begleitet von einem Drehteam der Filmhochschule München, wie der Vaterstettener Partnerschaftsvorsitzende Michael Baier per Handy erklärt, der derzeit mit einer Delegation aus der Großgemeinde in Trogir ist. Mitgebracht haben sie übrigens auch bayerisches Bier, 330 Liter in elf Fässern, teilweise von der Brauerei Schweiger aus Markt Schwaben gesponsert.

Mit dabei auch eine Gruppe der Landjugend aus Inning am Ammersee. Sie hatten nämlich unter Einhaltung von strengen Brauchtumsregeln den Baum in Vaterstetten gestohlen. Zum Verhängnis geworden war der Trogir-Partnerschaft, dass sie voller Freude die Vorbereitungen samt vieler Infos auch ins Internet gestellt hatten. Für die Rückgabe gab es nach den üblichen Verhandlungen eine Brotzeit. Üblich ist es auch, dass die Maibaumdiebe tatkräftig beim Aufstellen helfen. Und das wird auch eingehalten.

Partnerschaft entwickelte sich sehr gut

Bereits seit dem Jahr 2009 pflegt Vaterstetten neben Allauch in Frankreich und Alem Katema in Äthiopien auch eine Partnerschaft mit Trogir in Kroatien. Im Zuge der EU-Osterweiterung hatte der Gemeinderat Vaterstetten 2004 beschlossen, eine weitere Partnerschaft mit einem EU-Beitrittsland einzugehen. Erste Kontakte gab es in die Slowakei und nach Slowenien. Da jedoch in der Gemeinde Vaterstetten rund 65 kroatische Mitbürger lebten und das Land auch bei den Bürgern sehr beliebt ist, entwickelte sich 2006 das Interesse in Richtung Kroatien, das damals zu den nächsten EU-Beitrittskandidaten gehörte. Den ausschlaggebenden Hinweis für eine mögliche Partnerschaft mit Trogir gab im Frühjahr 2007 Nikola Markovic, ein kroatischer Mitbürger aus Vaterstetten, der familiäre Beziehungen nach Trogir hat und sich sehr stark für diese Idee einsetzte. Die Partnerschaft entwickelte sich sehr gut. Heute gibt es einen regen Austausch auf unterschiedlichen Ebenen. Regelmäßig finden Besuche und Gegenbesuche statt. Die aktuelle Maibaumaktion ist aber etwas ganz Besonderes.

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