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Gleich gibt’s das Zeugnis – über den Laufsteg zum Schulerfolg: Auf unserem Foto legt Absolventin Jelena Bauszus die letzt en Meter zur Hochschulreife zurück.

Vaterstetten verabschiedet Abiturienten

Kritik und versöhnliche Töne am Humboldt-Gymnasium

Einen leidenschaftlichen Anti-Mobbing-Appell richteten zwei Abiturienten bei der Zeugnisverleihung an ihre Mitschüler. Und einen Schuhplattler gab’s im Humboldt-Gymnasium heuer auch.

Vaterstetten – 56 Abiturienten haben eine Eins vor dem Komma, das ist mehr als ein Viertel der diesjährigen Absolventen. Kevin-Jeremy Haas und Martin Dunker schafften sogar die Traumnote 1,0. Auch eine ganze Reihe weiterer Schülerinnen und Schüler wurde für ihre besondere Leistungen in den Fächern Mathe, Physik, Chemie, Biologie, Informatik und Latein ausgezeichnet.

Landrat Robert Niedergesäß drückte seiner früheren Lehrerin Isolde Straubinger, die im Februar in Ruhestand gegangen war, ein Bussi auf die Backe, bevor er zusammen mit Schulleiter Rüdiger Modell die Preisträger der Stiftung Eliteförderung auszeichnete, die sich durch ihre Leistungen in den Fächern Deutsch und Französisch besonders hervorgetan hatten: Jonathan André, Florian Blacha, Martin Dunker, Anna Hiltmann, Philipp Krause und Nora Mansfeld.

Modell, von den Schülern liebevoll als „Seine Heiligkeit“ tituliert, mahnte in seiner Rede: „Nutzen Sie Ihre neu gewonnenen Freiheiten! Nehmen Sie sich ein Beispiel an einem unserer Namensgeber, Alexander von Humboldt, dem weltweit bekanntesten Forschungsreisenden. Gestalten Sie Ihr Leben aktiv und nehmen Sie Ihre Zukunft in die eigenen Hände.“

Dass dies manchem der Absolventen noch recht schwerfällt, machten Matteo Fontana und Florian Brendli in der Abschlussrede der Abiturienten deutlich. Sie berichteten von der Facebook-Gruppe ihres Jahrgangs, eigentlich gegründet, um sich über den Lernstoff auszutauschen. „Leider hat eine kleine Gruppe diese regelmäßig missbraucht und heftigste Beleidigungen gepostet.“ Nicht einmal durch Strafanzeigen hätten diese Schüler gestoppt werden können. Aber: Kein Mobbing ohne Mitläufer. In Anspielung auf das Abitur als Reifezeugnis meinten sie: „Manch einer, der heute im schicken Kleid oder Anzug da sitzt, sollte sich fragen, wie es um die eigene geistige Reife bestellt ist.“

Versöhnliche Töne schlugen die beiden an, als sie launig vom kultigen Vintage-Flair der Container und von nostalgischer Lernatmosphäre im Used-Look berichteten. Für ihre deutlichen Worte ernteten sie wohlverdienten Applaus. Bei der Zeugnisübergabe nutzten ein paar Spaßvögel den Laufsteg als Bühne. Während einige Darbietungen einfach albern waren, wurde der gekonnte Schuhplattler von Sebastian Deimel mit Jubel quittiert.

Susanne Edelmann

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