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Ein Idyll: der östliche Teil der ehemaligen Kiesgrube (im Bild links) ist bereits renaturiert. Das soll auch im westlichen Teil geschehen.  

Treffen vor Gericht

Es hat sich ausgefischt: Vaterstetten wirft Angler raus

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Es geht um den Pachtvertrag zwischen  den „Tölzer Sportfischern“ und der Gemeinde Vaterstetten. Aber dahinter steckt viel mehr. Am Mittwoch, 7. März, treffen sich die Parteien vor Gericht.

Parsdorf – Die Gemeinde Vaterstetten hat das Grundstück, den westlichen Teil der ehemaligen Kiesgrube nördlich der Autobahn bei Parsdorf, erworben und will daraus ein Naturparadies machen, so wie dies bereits mit dem östlichen Bereich geschehen ist. Das Problem: Das Gelände ist verpachtet, an die „Tölzer Sportfischer“, die das Gewässer auch nutzen. Die Gemeinde hat den Pachtvertrag gekündigt, die Fischer wehren sich dagegen und haben geklagt.

Wie Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) betont, hat die Kommune das Gelände als Ausgleichsfläche erworben, die auf dem Ökokonto der Kommune gebucht werden soll. Ausgleichsflächen sind notwendig, wenn im Zuge von Baumaßnahmen Flächen versiegelt werden. Und die Kommune hat einige Großprojekte in der Planung, unter anderem die Umfahrung Parsdorf/Weißenfeld, in welcher Form sie auch immer kommen wird, oder das neue Gewerbegebiet nördlich der A 94 in Richtung Grub. 

Reitsberger verweist auf Naturschutzbehörde

„Auch wenn wir ein Bürgerhaus bauen, brauchen wir Ausgleichsflächen“, sagt Reitsberger. Es sei aber nicht gleichzeitig möglich, die Fläche quasi als „Naturschutzgebiet“ auszuweisen sowie entsprechend aufzuwerten und gleichzeitig dem Verein zu erlauben, dort zu angeln. Das habe ihm die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt mitgeteilt, betont der Bürgermeister. Dies wird auch vom Landratsamt so bestätigt. Betont wird dort aber auch, in den Prozess bezüglich des Pachtvertrages sei man nicht involviert. Es gehe dabei um eine privatrechtliche Auseinandersetzung.

„Ich habe Verständnis und durchaus Sympathien für die Fischer“, sagt Bürgermeister Reitsberger. Sie hätten sich immer um Ordnung auf dem Gelände bemüht. Auch einige Vaterstettener seine bei den „Tölzer Sportfischern“ Mitglied. Aber die Kommune habe das Gelände als „teure“ Ausgleichsfläche erworben. „Wir werden das Gelände keiner anderen Nutzung zuführen.“

Sportfischer berufen sich auf Pachtvertrag

Der Vorsitzendes der „Tölzer Sportfischer“ Thomas Binder betont hingegen auf Anfrage  unserer Zeitung: „Wir hatten einen gültigen Pachtvertrag,“ Näher wollte er sich vor dem Prozess nicht äußern.

Die ehemalige Kiesgrube ist bereits teilweise renaturiert. Dort haben sich in den vergangenen Jahren viele Tiere angesiedelt wie Erdkröten, Frösche und seltene Fluss-Seeschwalben. Die nahe Autobahn sei nicht unbedingt störend für die Tiere. „Viele gewöhnen sich daran“, hatte Max Finster von der Unteren Naturschutzbehörde bereits vor einigen Jahren erklärt. Sogar innerhalb der Einfriedung des Flughafens im Erdinger Moos, auch nahe an den Start- und Landebahnen, würden beispielsweise Brachvögel brüten.

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