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Listen für den Notbetrieb: Wegen Krankheit fiel im Juli im Luise-Bayerlein-Haus Personal aus, das nicht ersetzt werden konnte.

Eltern von Rundem Tisch enttäuscht 

Vaterstetten will Kindergartenpersonal mit Wohnungen locken

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Vaterstetten -Es ist paradox: Die Gemeinde Vaterstetten geht ungewöhnliche Wege, um Kinderbetreuungsplätze zu schaffen.  Gruppen können aber teilweise nicht betrieben werden, weil Personal fehlt. Nun sollen Wohnungen locken.  

In Vaterstetten besteht hoher Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Die Gemeinde muss ungewöhnliche Wege gehen, um Platz für Einrichtungen zu schaffen. Da werden Gewerbeflächen umgebaut und Container aufgestellt. Gleichzeitig fehlt aber Betreuungspersonal, um die Gruppen dann auch betreiben zu können.

Sehr unterschiedlich werden die Ergebnisse des Runden Tisches zum Thema Kinderbetreuung beurteilt, zu dem das Rathaus eingeladen hatte. Bürgermeister Georg Reitsberger sprach von einer gelungenen Veranstaltung mit einem „guten Gedankenaustausch“. Petra Köppel vom Elterbeirat des Kinderhauses am Jugendzentrum meinte hingegen: „Äußerst unbefriedigend.“

Getroffen hatten sich Vertreter des Rathauses, der Eltern, der Träger und des Gemeinderats. Unter anderem ging es um die schwierige Suche nach Personal. Eltern hatten im Juli einen „Wutbrief“ an den Bürgermeister geschrieben und damit die Debatte angefacht. Unter anderem wurde gefordert, auch in Vaterstetten dem Personal eine Zulage zu bezahlen, wie dies in anderen Orten der Fall ist. Darüber wurde jetzt erneut diskutiert. Reitsberger ist sich der Situation bewusst. Wenn man am Bahnhof Vaterstetten aussteige und nach Süden gehen, dann gebe es die Zulage im Nachbarort Grasbrunn, also im Landkreis München. Dennoch lehnt die Gemeinde die Zahlung einer Zulage ab. Reitsberger verweist darauf, dass die Gemeinde auch mit den jüngsten Beschlüssen für ausreichende bauliche Voraussetzungen sorge. Doch man habe ein Problem, wenn man kein Personal habe, räumt er ein. In Baldham-Dorf werde man zusammen mit einer neuen Kinderkrippe acht günstige Betriebswohnungen anbieten, die an die Arbeitstelle gekoppelt seien. Damit soll Personal angelockt werden.

Angesprochen worden sei beim Runden Tisch laut Reitsberger als weiteres Problem der große bürokratische Aufwand in den Einrichtungen, durch den die pädagogische Arbeit zu kurz komme. „Da kann die Gemeinde aber wenig machen“, so der Bürgermeister. 

Köppel kritisierte, manchen Teilnehmern am Runden Tisch hätte Verständnis für die Lebenswirklichkeit der Eltern gefehlt, wenn es beispielsweise um Betreuungszeiten gehe. Man habe zwei Stunden lang Standpunkte ausgetauscht. Vor allem von Seiten des Rathauses habe es keinerlei Bewegung gegeben. Die Träger würden mit dem Problem alleine gelassen. Teilweise sei auf Zuständigkeiten des Landratsamts oder des Jugendamts verwiesen worden. Beim Thema Geld sei man auch nicht weitergekommen. „Aber Bildung kostet eben“, so Köppel. Einige Träger versuchten derzeit auf eigene Kosten neue Mitarbeiter im Ausland anzuwerben. Vielleicht könne man da ja ein Budget bereitstellen, so ein Vorschlag.

„Man konnte nicht mehr erwarten“, so das Resümee von Otto Knauer von der Diakonie, die in Vaterstetten Träger von drei Einrichtungen ist. Einige Gruppen sind aus Personalmangel geschlossen. Im Luise-Bayerlein-Haus sollen leerstehende Räume jetzt vorübergehend durch den Träger Kinderland mit einer Vorgruppe genutzt werden. Diese kann dann umziehen, wenn die provisorische neue Einrichtung am Verkehrsübungsplatz fertig ist. Diese Containerlösung mit einer Laufzeit von 25 Jahren hat der Gemeinderat gerade beschlossen. Knauer begrüßt das Angebot von Betriebswohnungen als guten Ansatz. „Vielleicht geht es ja nur in kleinen Schritten.

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