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Vaterstetten wehrt sich gegen Kiesabbau in Zorneding

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Von: Robert Langer

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Kiesabbau ist immer wieder ein Zankapfel in den Stadt- und Gemeinderäten. Symbo
Kiesabbau ist immer wieder ein Zankapfel in den Stadt- und Gemeinderäten. Symbo © Bodmer

Streit unter Nachbarn: Gemeinde lehnt Pläne der Nachbarkommune zum Kiesabbau entschieden ab.

Vaterstetten/Zorneding – Die Ablehnung ist deutlich. Die Gemeinde Vaterstetten wehrt sich gegen mögliche Kiesabbaugebiete in der Nachbarkommune Zorneding. Wie jetzt die Vaterstettner Bauamtsleiterin Brigitte Littke im Bauausschuss betonte, sieht Vaterstetten einen Verstoß gegen das interkommunale Abstimmungsgebot. Auch in Zorneding gibt es Widerstand gegen mehr Verkehr durch den Ort durch weitere Kieslaster.

Im Fokus steht die Änderung des Flächennutzungsplanes für Zorneding. Um die Entwicklung zu steuern, sollen bestimmte Gebiete festgelegt werden. Doch die geplanten drei Konzentrationszonen würden eine Fläche von insgesamt 106 Hektar umfassen. Zur Deckung des örtlichen Bedarfes an Kies sei nach Berechnungen der Gemeinde Zorneding für die kommenden 15 Jahre lediglich eine Fläche von etwa 7,7 Hektar erforderlich. Die Festlegung von Konzentrationszonen übersteige den örtlichen Bedarf um etwa das Dreizehnfache, so das Rathaus Vaterstetten. Eine Konzentrationszone bei Wolfesing mit einer Fläche von rund 30 Hektar und einem Abbauvolumen von rund zwei Millionen Kubikmetern Kies und Sand grenze direkt an das Gemeindegebiet Vaterstetten an.

Verkehrs- und Schallgutachten gefordert

Befürchtet wird in der Großkommune zusätzliche Belastung durch Schwerlastverkehr. Der Gemeinde lägen Beispiele zu avisierten Kiesabbauflächen vor, die bereits bei einer Kiesabbaumenge von rund 135 000 Kubikmetern einen zusätzlichen Mehrverkehr von 39 Lastkraftwagen pro Tag im Jahr verursachen. In den Unterlagen zur Änderung des Flächennutzungsplanes in Zorneding werde nur eine Richtung des Abflusses der Lkw-Verkehre aufgezeigt, jedoch keine Fahrtroute, so das Rathaus. Allerdings wird in Vaterstetten von einer zusätzlichen Belastung für die Ortsteile Weißenfeld und Parsdorf ausgegangen. „Dennoch enthalten die von der Gemeinde Zorneding zugesandten Unterlagen keine Aussagen bezüglich des Verkehrs und des durch den Verkehr verursachten Schalls“, so das Vaterstettener Bauamt.

Gefordert wird nun ein Verkehrsgutachten mit Darstellung der Verkehrsströme sowie der zu erwartenden Mehrverkehre sowie ein Schallgutachten für das Gemeindegebiet Vaterstetten. Geklärt werden sollen auch mögliche Auswirkungen auf eine Ausgleichsfläche westlich von Wolfesing, die der Investor des Vaterstettener Gewerbegebietes „Am Lerchenfeld“ in Parsdorf erworben hat. Größe: rund 2,3 Hektar.

Vaterstettens Forderung: Reduzierung der Konzentrationsflächen

Und noch ein Punkt: Durch die Größenordnung der geplanten Abbauflächen würde zukünftig in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gemeinde Vaterstetten auch ein entsprechend hoher Bedarf an Ausgleichsflächen entstehen, der gegebenenfalls in der Nähe erbracht werden müsse. Dadurch werde die Konkurrenz um Ausgleichsflächen größer werden und damit der Preis deutlich steigen, auch wenn die Abbauvorhaben zeitlich gestaffelt werden sollten.

Vorschlag aus Vaterstetten: Es sollte eine Reduzierung der Konzentrationsflächen insgesamt geprüft werden, zumal der Bedarf Zornedings bereits durch einen deutlich geringeren Umfang an Flächen gedeckt wäre und auch gemäß Regionalplan keine Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Rohstoffversorgung im Gemeindegebiet liegen würden.

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