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Viele Besucher nutzten den Vaterstettener Neujahrsempfang, um mit Mitbürgern zwanglos ins Gespräch zu kommen.

Vaterstettener Bürgermeister erinnert an Gemeindegründung vor 200 Jahren

Heiraten, um das Elend zu vergessen

Vieles habe sich in den vergangenen Jahren zum Besseren entwickelt, dennoch seien die Ansprüche gestiegen. Das meinte Bürgermeister Georg Reitsberger in seiner Rede beim Neujahrsempfang der Gemeinde Vaterstetten.

Vaterstetten – Reitsberger erinnerte an die Gemeindegründung vor 200 Jahren: Als Ergebnis einer königlich bayerischen Gebietsreform war 1818 die kommunale Selbstverwaltung übertragen worden. „Ein leuchtendes Beispiel, das europaweit kopiert wurde“, so Reitsberger.

Allerdings waren die Anfänge nicht gerade rosig. Ein kurpfalz-bayerischer Generallandesdirektionsrat habe die Menschen damals als klein, durch zu frühe Anstrengungen verkrüppelt und die Wohnungen als schmutzig und mit wildem Anstrich beschrieben. „Ihr Elend suchen sie durch Heiraten zu vergessen“, zitierte Reitsberger unter dem Gelächter der Gäste.

1844 sei in Neufarn das erste Schulgebäude der Gemeinde errichtet worden, zuvor gab es nur einige private Schulen, „in denen lernwillige Schüler notdürftig von des Lesens, Rechnens und Schreibens kundigen Personen unterrichtet wurden“, schilderte der Bürgermeister. Schulwege und Schulgebäude seien mit heutigen Verhältnissen nicht zu vergleichen.

Dieser Streifzug durch die Gemeindegeschichte zeige, „dass wir heute Annehmlichkeiten genießen, die sich unsere Vorfahren nicht einmal im Traum vorstellen konnten.“ Jedoch hätten sich Ansprüche und Aufgaben seitdem wesentlich erweitert, die Gemeinde sei zu einem großen Dienstleistungsbetrieb für ihre anspruchsvollen Bürger geworden.

„Trotz so manch weiterer Begehrlichkeiten leben wir in einer attraktiven Gemeinde, die sehr vieles zu bieten hat“, so der Bürgermeister weiter.

Als Beispiele nannte Reitsberger die Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, Musikschule und VHS, Bücherei, Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen, aber auch die technisch gut ausgestatteten Feuerwehren und den Baubetriebshof.

Ein großes Lob hatte Reitsberger für die zahlreichen Ehrenamtlichen: „Euer Engagement ist die Stütze für eine funktionierende kommunale Selbstverwaltung.“ So wurden auch heuer wieder zahlreiche Bürger für ihr Engagement besonders geehrt (Bericht folgt).

Mit rund einer Stunde Dauer fiel der offizielle Teil des Neujahrsempfangs aus Sicht des Publikums heuer „gerade richtig“ aus, wie viele Gäste hinterher betonten. Musikalisch umrahmt wurden Rede und Ehrungen traditionell von der Ammerthaler Blasmusik, weitere Auftritte kamen von den Erdinger Jagdhornbläsern, von Alicia Baier und Bla evo an Hackbrett und Klavier sowie von Theresa Ströbele und Yutaka Nishimura an Klarinette und Klavier.

Auf weitere Showeinlagen, wie in den vergangenen Jahren üblich, wurde heuer verzichtet, was von den Gästen sehr positiv aufgenommen wurde. Schließlich, so die einhellige Meinung, sei der Neujahrsempfang doch in erster Linie eine Gelegenheit zum Gespräch und gegenseitigen Austausch.

Susanne Edelmann

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