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Das L-förmige Gebäude am Wertstoffhof soll Platz für 100 Bewohner bieten.

Die Stromkabel fehlen noch

Asyl-Unterkunft: Eröffnung verzögert sich

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Voraussichtlich im späten Frühjahr 2018 soll die Asylbewerberunterkunft am Föhrenweg in Vaterstetten eröffnet werden. Errichtet wird sie vom Freistaat Bayern auf einem Gelände neben dem Wertstoffhof an der nördlichen Grenze von Vaterstetten.

Vaterstetten – Verzögerungen hätten sich unter anderem dadurch ergeben, dass angesichts des frühzeitigen Wintereinbruchs die Verlegung der Stromkabel nicht erfolgen konnte, wie die Regierung von Oberbayern auf Anfrage derEbersberger Zeitungmitteilte. Im Sommer hatte es noch geheißen, das Gebäude soll Ende Dezember 2017 bezugsfertig sein. Die Fertigstellung der Außenanlagen sollte witterungsbedingt bis Ende Februar erfolgen.

Wer dort dann genau einziehen wird, ist derzeit noch unklar. „Hinsichtlich der künftigen Belegung der Gemeinschaftsunterkunft ist die Regierung von Oberbayern mit dem Landratsamt Ebersberg in Kontakt“, hieß es von der Behörde. Da allerdings der Übergabezeitpunkt noch nicht definitiv feststehe, seien dazu derzeit keine konkreten Angaben möglich. Man werde jedoch bei der Belegung, wie stets bei einer Unterbringung, „ein besonderes Augenmerk auf die bestmögliche Wahrung bereits erreichter Integrationserfolge sowie auf die gesundheitlichen Bedürfnisse der Asylsuchenden legen“, so eine Sprecherin der Regierung.

Inzwischen hat jedoch der Helferkreis Asyl Grasbrunn-Vaterstetten Alarm geschlagen. „Wir leisten drei Jahre nach der großen Flüchtlingswelle immer noch genauso viel an Arbeit“, sagte Koordinator Josef Stettner kürzlich im Gemeinderat Grasbrunn. An den Anforderungen habe sich inhaltlich zwar viel geändert, nicht aber am Arbeitsaufwand. Dieser habe den Charakter einer 24- Stunden-Betreuung. Es müssen jegliche Art von Formularen ausgefüllt werden. Helfer begleiten Flüchtlinge zu Ämtern, Ärzten oder anderen Einrichtungen, koordinieren Termine, halten Kontakt zu Behörden, Arbeits- und Ausbildungsstellen oder zu Vermietern. In Grasbrunn beantragten die Helfer personelle Unterstützung, etwa in Form eines Integrationsberaters, wie ihn auch benachbarte Gemeinden mittlerweile hätten. Der Antrag bezog sich auf eine halbe Stelle und wurde knapp abgelehnt.

„Die Beanspruchung in Vaterstetten ist nicht anders, eher höher als in Grasbrunn“, so Stettner gegenüber derEZ„Wir wollen aber abwarten bis die Unterkunft im Föhrenweg belegt ist und uns dann Gedanken machen, wie es zu einer Entlastung des Helferkreises kommen könnte“, auch weil die die Art der Belegung des Föhrenweges noch nicht bekannt sei.

In der neuen Unterkunft sollen etwa 100 Menschen untergebracht werden. Für die Einrichtung hatte der Gemeinderat Vaterstetten bereits 2014 Baurecht geschaffen. Doch die Verhandlungen zogen sich hin. Erst Mitte April konnte sich der Bauausschuss Vaterstetten mit dem entsprechenden Antrag beschäftigen.

Integriert sind in dem Haus auch Plätze für Vaterstettener Obdachlose. Beide Einrichtungen erhalten separate Eingänge. Der Bauausschuss stimmte dem zu. Der Freistaat Bayern will die Einrichtung für zehn Jahre betreiben. Eigentümer des Grundstücks bleibt die Gemeinde Vater-stetten, die mit dem Freistaat einen Erbbaurechtsvertrag bis September 2026 abgeschlossen hat.

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