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Die Gemeinde Vaterstetten beklagt zu geringe Gewerbesteuer-Einnahmen. Das soll sich mit einem neuen Gewerbegebiet nördlich der Autobahn 94 bei Parsdorf ändern. 

Vaterstettener Genossen wollen BMW bremsen

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Die Vaterstettener SPD tritt auf die Bremse beim Thema Ansiedlung von BMW im Gewerbegebiet. Die Genossen fordern mehr Zeit für eine Entscheidung. 

Vaterstetten – „So geht das nicht“, kritisiert der SPD-Fraktionssprecher im Gemeinderat Vaterstetten, Josef Mittermeier, und spricht von einem „Schnellschuss“. Beim Thema neues Gewerbegebiet zwischen Parsdorf (Gemeinde Vaterstetten) und Grub (Gemeinde Poing) will Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) Gas geben. Möglich erscheint eine Ansiedlung von BMW im Verbund mit dem Forschungs- und Innovations-Zentrum des Münchner Autobauers. Bereits am Donnerstag, 14. September, sollen im Gemeinderat und in einer Sondersitzung des Bauausschusses Pflöcke eingerammt werden.

Bekannt gegeben hatte das der Rathauschef am vergangenen Freitag. Die örtliche SPD will sich jedoch mehr Zeit für eine Entscheidung lassen. „Das muss besser vorbereitet werden. Wir werden wohl zunächst nicht zustimmen“, so Mittermeier. Das habe jedoch nichts mit BMW zu tun. Und die SPD will zunächst einen Kriterienkatalog, in dem Vorgaben für eine Gewerbeansiedlung nördlich der Autobahn festgelegt werden. Dazu haben die Genossen einen Antrag gestellt, der ebenfalls am Donnerstag behandelt werden soll, kurz vor einem möglichen Grundsatzbeschluss.

Reitsberger hingegen drückt aufs Tempo. „Wir haben ein sehr enges Zeitfenster, um uns noch als Standort bewerben zu können.“ BMW sei sehr wählerisch. „Aber unsere Aussichten sind nicht schlecht.“ Es gehe um eine größere Logistikhalle, in der auch Teile aus der Forschung zusammen gebaut werden sollen. Der Rathauschef geht von rund 200 Arbeitsplätzen aus. Die Verkehrsbelastung halte sich in Grenzen, so der Bürgermeister. Ein Gewerbegebiet nördlich der A 94 sei wesentlich „erträglicher“ als wenn man über eine Erweiterung des Gewerbegebietes Parsdorf südlich der Autobahn in Richtung Neufarn nachdenke.

Grundsätzlich sieht die SPD ein weiteres Gewerbegebiet im Bereich Parsdorf sehr kritisch. „Vaterstetten hat hier bereits eine Fläche von rund 60 Hektar ausgewiesen“, so Mittermeier. In unmittelbarer Nähe befänden sich die Gewerbegebiete von Feldkirchen, Heimstetten und Poing. „Damit ist dort eine gigantische Gewerbekonzentration entstanden.“ Eine weitere Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen komme nur dann in Betracht, wenn „dadurch sehr gewichtige Vorteile entstehen“.

Die Genossen setzen auf eine interkommunale Lösung mit dem Nachbarn Poing. Unabhängig davon, ob die Fläche mehr auf Poinger oder auf Vaterstettener Flur ausgewiesen würde, könnte man sich die Gewerbesteuereinnahmen hälftig teilen. Eine sinnvolle Entwicklung ausgehend vom Gruber S-Bahnhof wäre damit möglich. Laut SPD sollen nur Gewerbebetriebe angesiedelt werden, bei denen nachweislich hohe Gewerbesteuereinnahmen zu erwarten sind. Pro zehn Hektar ausgewiesener Gewerbefläche erwarten die Genossen im Schnitt mindestens zwei Millionen Euro. Von hoher Bedeutung seien auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Die SPD denkt dabei an eine „Zielmarke“ von 500 Arbeitsplätzen pro zehn Hektar ausgewiesener Gewerbefläche.

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