Verkehr Weissenfeld
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Seit Jahren wird über eine Verkehrsentlastung von Weißenfeld und Parsdorf gesprochen. Jetzt gibt es Baurecht. Die Grünen befürchten eine Verschlimmerung der Lage.

Nach dem Planfeststellungsbeschluss

Vaterstettener Grüne: Ortsumfahrungen bringen nur Nachteile

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Die Vaterstettener Grünen sehen in der Ortsumfahrung Parsdorf/Weißenfeld nur Nachteile für die Natur und die Menschen. Das machten sie jetzt in einer Reaktion auf den Planfeststellungsbeschluss deutlich.

Vaterstetten – Die Verkehrssituation in Vaterstetten, Parsdorf und Weißenfeld werde sich in der Zukunft deutlich verändern – anders als geplant und vorausgesagt. Der Verkehr aus dem Osten werde um 35 Prozent zunehmen. Das gehe aus den Schätzungen der Autobahndirektion hervor. Was den Haushalt der Gemeindekasse angeht, seien Corona-bedingt größere Veränderungen zu befürchten. „Nimmt man beide Entwicklungen zusammen, finden wir Grüne in Vaterstetten es unverantwortlich, den Bau der Umfahrung Parsdorf (und nur um den geht es, die Umfahrung Weißenfeld wird mangels Geld wohl in zehn Jahren noch nicht in Arbeit sein) jetzt voranzutreiben“, schreibt die Partei.

Grüne: Verkehrsmenge wird sich ernöhen

Dafür gebe es viele gute Gründe: Der Bau der Umfahrung Parsdorf werde ohne die Umfahrung Weißenfeld die Verkehrsmenge für Weißenfeld drastisch erhöhen, weil der erhöhte Autobahnverkehr in Stau- und Bauzeiten dort ab- und durchfließe. Dabei leide Weißenfeld schon jetzt extrem unter durchfließendem Verkehr. Die Streckenführung der Umfahrung Pardorf quer über die Felder mit vier Kreiseln und einer Ampel verlängere Strecke und Fahrzeit für alle Verkehrsteilnehmer, die von Weißenfeld nach Parsdorf und dort zum Beispiel zum OBI oder ALDI fahren. Alle Ortskundigen würden die Umfahrung daher „links liegen lassen.“ Die Entlastung für Parsdorf falle viel geringer aus als erwartet. Die Gemeinde koste allein die Umfahrung Parsdorf mindestens zehn Millionen Euro (zusätzlich zum Zuschuss des Investors, wenn die Straßen bis Ende 2023 fertig gebaut ist), die die Gemeinde viel dringender in Schulerweiterungen stecken müsse (weil die Zahl der schulpflichtigen Kinder stark zunimmt). „Angesichts der Corona-Unsicherheiten ist es verantwortungslos, das Geld in einer Straße zu versenken, die nur zusätzlichen Autobahnverkehr auf Gemeindegebiet durchleitet“, sagt die Partei.

Die Umweltbelastung durch die Umfahrung sei enorm. Sie führe nicht nur zu einer Betonierung der Landschaft, sondern sorge damit auch für deutlich mehr Verkehrslärm für die Parsdorfer, mehr Luftverschmutzung (der Wind kommt meistens aus Westen) und mehr Mikroplastik (Reifenabrieb) auf den Äckern, so die Grünen.

Massive Staus durch Großbaustellen

Die jahrelangen Großbaustellen auf der A99 (Ausbau zu einer achtspurigen Autobahn von Putzbrunn bis Kirchheim) und der A94 vor dem Ostkreuz würden zu massiven Staus und Ausweichverkehr führen, der neue Umfahrungen sofort dankend auslastet. Alle Verkehrsschätzungen prognostizierten eine deutlich erhöhte Verkehrsbelastung für Vaterstetten/Baldham, wenn die Umfahrung gebaut wird. Der zusätzliche Verkehr betreffe damit weit mehr Bürger als nur die Bewohner von Parsdorf und Weißenfeld (die natürlich auch!). „Aus unserer Sicht wird es Zeit, dass alle Fraktionen im Gemeinderat, die sich für die Umfahrung ausgesprochen haben (FDP, SPD und CSU), die Lage neu bewerten. Durch die neuen Verkehrsprognosen und Planungen der Autobahndirektion ist klar, dass neue Straßen um Parsdorf und Weißenfeld herum nur zu noch mehr Verkehr führen und keine Entlastung bringen, weder an Lärm, Luftverschmutzung und schon gar nicht für den Gemeindehaushalt.

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