Partei fordert spezielle Karte

Vaterstettener Grüne sagen: Kauft lokal!

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Mit einer „Vaterstetten-Karte“ wollen die Grünen den örtlichen Einzelhandel und die Gastronomie stärken. Kunden sollen in den teilnehmenden Betrieben unterschiedliche Rabatte und Vergünstigungen erhalten. Die Grünen stellen den Antrag, dass sich der Gemeinderat mit dem Thema beschäftigt. 

Vaterstetten– Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) steht dem Antrag grundsätzlich positiv gegenüber. Er verweist auf ähnliche Aktivitäten in anderen Gemeinden. „Das ist ein umfangreiches Thema. Es gibt verschiedene Ansätze.“ Um ein derartiges Projekt durchzuziehen, sei viel Engagement notwendig. „Ob das über die Verwaltung im Rathaus möglich ist, bezweifle ich“, so Reitsberger. „Da wären wir überfordert. Die Gemeinde hat noch eine ganze Reihe anderer Baustellen.“ Allerdings wäre dieses Projekt eine Aufgabe für den örtlichen Gewerbeverband, so der Bürgermeister. Kontakt aufgenommen habe man allerdings noch nicht.

Elmar Kaufmann, Vorsitzender des örtlichen Gewerbeverbandes, ist skeptisch. Projekte, wie jetzt von den Grünen vorschlagen, seien in anderen Orten gescheitert. Möglicherweise könnte es in Kirchheim/Heimstetten klappen. Dort gebe es allerdings mit dem Räter-Einkaufszentrum und vielen Geschäften auf engem Raum ganz andere Voraussetzungen. Grundsätzlich bezweifelt Kaufmann, dass man mit besonderen Angeboten und „Schnäppchen“ Kunden anlocken kann. Sein Gegenbeispiel: Die Tankstelle in Vaterstetten an der B 304. Dort seien die Kraftstoffpreise höher als in der Umgebung. Für eine Tankfüllung zahlten die Kunden also mehr. Getankt werde dort trotzdem.

Als sinnvoll bewertet Kaufmann hingegen die bisherigen Sonntagsmärkte im neuen Gewerbegebiet in Parsdorf, die zuletzt vom Gewerbeverband organisiert worden waren. Daran wollten sich auch viele Unternehmen beteiligen. Die Gemeinde habe jetzt aber den Markt auf das Gelände rund um das Möbelhaus beschränkt, mit dem Verweis auf rechtliche Vorgaben. Schade fand Kaufmann, dass der Gewebeverband als Veranstalter vor dieser Entscheidung nicht gefragt worden sei. Man hätte ausloten können, ob es nicht doch eine Lösung gegeben hätte, die Sonntagmärkte in ihrer größeren Form zu erhalten.

Das Projekt „Vaterstetten-Karte“ umzusetzen, dazu sehe sich der örtliche Gewerbeverband weder personell noch organisatorisch in der Lage, so Kaufmann. Auch habe der Verband nur sehr wenige Mitglieder aus den Bereichen Einzelhandel und Gastronomie.

Die Grünen argumentieren, die Gemeinde brauche den florierenden Einzelhandel in all seinen Facetten. Es sei ein Erlebnis, vor Ort ausgiebig und kompetent beraten zu werden. In Geschäften und Restaurants werde nicht nur verkauft und konsumiert. Sie seien auch Orte der Kommunikation, Treffpunkte für Menschen. Geschäfte würden zudem zum Erhalt des gemeindlichen Lebens beitragen. Ohne Einzelhandel veröde die Gemeinde zunehmend. Zudem würden viele Einzelhändler soziale Projekte unterstützen. Im Gegensatz zu großen Onlinehändlern zahlten die Einzelhändler in der Gemeinde Gewerbesteuer und böten Arbeitsplätze in Wohnortnähe.

Rubriklistenbild: © dpa

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