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Eine grüne Oase mit Einschränkungen: Die Debatte um den Schulwald Vaterstetten ist neu angestoßen.

Kritiker sehen Vaterstettener Schulwäldchen in Gefahr

Werden Bäume für Kinderhaus gefällt? 

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Die Gerüchteküche brodelt. Und es gibt ersten Widerstand. Werden Bäume für ein Kinderhaus gefällt?  Was wird aus dem Schulwäldchen in Vaterstetten? 

Vaterstetten – „Sogar mein Enkelkind kam nach Hause und sagte, sie protestieren, damit der Wald nicht abgeholzt wird“, so Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler). Der Rathauschef will nun Ängste zerstreuen, informieren und eine breite Diskussion anregen.

Punkt im Gemeinderat angesetzt

Es geht um das Schulwäldchen an der Gluckstraße und den Standort eines neuen Kinderhauses im Umfeld der gerade im Bau befindlichen Grund- und Mittelschule, die im September eröffnen soll. Im Gespräch sind sieben Gruppen: Kindergarten, Krippe, Hort. Das Thema stand jüngst auf der Tagesordnung des Gemeinderates Vaterstetten. Der Punkt wurde jedoch abgesetzt. Es gebe noch Klärungsbedarf, hieß es von Seiten der Verwaltung. Mehrere Varianten wurden im Vorfeld geprüft.

„Fakt ist, dass wir einen Hort nahe an der neuen Schule brauchen“, so Reitsberger. Eine Übergangslösung ist, das mit dem Umzug in die neue Bildungseinrichtung frei werdende alte Schulgebäude zu nutzen. Dort sollen auch Kindergarten und Krippe untergebracht werden. Aber nur als Provisorium. „Wir haben drei Jahre Zeit“, erklärt der Rathauschef gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Neuer Hort notwendig

An die bisherige Schule grenzt ein kleiner Wald. An dessen anderem Ende, also im Nordwesten und damit ganz nahe an der neuen Schule, besitzt die Kommune ein kleineres Areal.

Der Wald sei dort in einem „desolaten Zustand“, so Reitsberger: dorniges Gestrüpp, Hundeauslauf mit entsprechenden Hinterlassenschaften, Abfall werde reingeworfen, Fuchsbandwurm, Zecken. „Der Schulwald braucht Hilfe und Pflege“, sagt Reitsberger. Jetzt gebe es die Chance, den Schulwald zum Lernwald zu machen, nämlich dadurch, dass die Gemeinde das restliche deutlich größere Waldstück vom Eigentümer pachtet, um dann eine Art Park anzulegen. Das neue Kinderhaus inklusive des Horts könnte zu einer „Waldakademie“ werden, mit fließendem Übergang zum restlichen Gelände. Das Gebäude für das Kinderhaus könnte man aus Holz errichtet. Große Bäume könnten auf dem Areal erhalten werden, ebenso wie der Streifen direkt an der Gluckstraße, so die Überlegungen des Bürgermeisters. Am neuen Kinderhaus könnten ein Insektenhotel, eine Waldhütte, ein Baumhaus, ein Hochsitz oder auch ein Tiergehege entstehen.

Park und Waldakademie

Im angrenzenden Wald könnte sich Reitsberger Gehwege auch für ältere Mitbürger und Sitzbänke vorstellen. Der Wald werde nicht abgeholzt, sondern genau anders herum aufgewertet. Das, was durch den Kinderhausbau verloren gehe, werde wieder aufgeforstet. Für die Pläne sei jedoch die Zustimmung des Forstamtes notwendig.

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Bürgermeister: Bevölkerung einbeziehen

Er habe bereits mit einigen Anwohnern Kontakt aufgenommen, so der Bürgermeister, und unterschiedliche Reaktion, Meinungen und Vorschläge erhalten. Man könne an dieser Stelle etwas Schönes und Zukunftsträchtiges umsetzen, einen Erlebnis- und Lernwald. „Das soll auch ein Schmuckstück mit Erlebniswert für Vaterstetten werden. Diese Möglichkeiten sollten wir nicht leichtfertig vergeben. Aber wir sind da noch ganz am Anfang. Wichtig ist, die Anwohner und alle Bürger einzubinden in eine breite Diskussion.“

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